Iran-Krieg, Energieschock, geopolitische Unsicherheit: Eigentlich spricht vieles gegen starke Börsen. Doch die globalen Aktienindizes notieren nahe ihren Allzeithochs. Drei strukturelle Faktoren erklären, warum das rationaler ist, als es zunächst scheint. Die anhaltende Resilienz der globalen Aktienmärkte stellt viele Marktteilnehmer vor ein Erklärungsproblem. Trotz eskalierender geopolitischer Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, der erhöhten Unsicherheit in Bezug auf Energiepreise, Handelsströme und Sicherheitsarchitektur notieren zentrale Aktienindizes weiterhin in der Nähe ihrer Höchststände. Was nur haben Aktienanleger geraucht? Blenden sie den Irrsinn in der Welt auf unverantwortliche Weise aus? Drei strukturelle Erklärungsfaktoren Nein. Die scheinbare Diskrepanz lässt sich rational erklären, durch mindestens drei strukturelle Faktoren, die in ihrer Kombination die Risikowahrnehmung der Investoren maßgeblich beeinflussen. Die fundamentalen Ingredienzen von Aktienpreisen, nämlich Unternehmensgewinne und Zinsen, haben sich bisher kaum verändert. Ein Rohstoffkostenschock wie der Iran-Krieg produziert Gewinner und Verlierer; diese gleichen sich über die Aktiensektoren bislang einigermaßen aus. Im Hintergrund werden die Aktienmärkte von einer der mächtigsten Technologierevolutionen der letzten Dekaden angefacht, dem KI-Boom. Zusammen bewirken diese drei Faktoren enorm robuste Aktienmärkte, selbst in Zeiten des Irrsinns. Solide Fundamentaldaten als Stabilitätsanker Schaut man genauer hin, so fungieren vor allem die robusten Unternehmensgewinne weiterhin als zentraler Stabilitätsanker. Die laufende Berichtssaison unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Realwirtschaft gegenüber exogenen Schocks. In den USA liegt das aggregierte Gewinnwachstum des S&P 500 im ersten Quartal 2026 bei rund 25-30% im Jahresvergleich, während gleichzeitig etwa 80-85% der Unternehmen die Analystenschätzungen übertreffen. Auch die Umsatzseite zeigt sich stabil, mit Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich, was auf eine weiterhin solide Nachfrage hindeutet. In Europa fällt das Bild etwas moderater, aber dennoch positiv aus: Für den STOXX Europe 600 wird ein Gewinnwachstum von rund 8-12?% berichtet, ebenfalls oberhalb der Konsensschätzungen. Entscheidend ist dabei weniger das absolute Wachstum als vielmehr die Stabilität ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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