DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Fed/Collins zeichnet Zinserhöhungsszenario
Die Präsidentin der Boston Fed-Filiale, Susan Collins, hat auf die Möglichkeit hingewiesen, dass die US-Notenbank die Zinsen erhöhen müsse, falls sich der Inflationsdruck in den kommenden Monaten ausweite. Dies sei derzeit allerdings nicht ihr wahrscheinlichstes Szenario, sagte Collins in einem Interview. Sie erwarte, dass der Inflationsdruck durch den Iran-Krieg letztendlich nachlassen werde. Der aktuelle Schock habe Beweise dafür verdeckt, dass die zugrunde liegende Inflation weiterhin rückläufig sei. "Aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist gesunken, und einige der anderen Szenarien sind weniger günstig und könnten durchaus eine höhere, hartnäckigere Inflation aufweisen", was Zinserhöhungen erfordern könnte, gab sie zu bedenken.
BoJ-Ratsmitglied signalisiert baldige Zinserhöhung
Ein Mitglied des Direktoriums der Bank of Japan (BoJ) hat signalisiert, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorstehen könnte. Kazuyuki Masu äußerte dabei die Sorge, dass höhere Ölpreise zu einem anhaltenden Druck auf die Inflation führen könnten. "Wenn statistische Daten keine klaren Anzeichen für einen wirtschaftlichen Abschwung zeigen, halte ich es für wünschenswert, den Leitzins zum frühestmöglichen Zeitpunkt anzuheben", sagte Masu am Donnerstag auf einer Veranstaltung in der japanischen Präfektur Kagoshima. Bei ihrer Sitzung Ende April hatte der Board der japanischen Notenbank mit sechs zu drei Stimmen dafür votiert, den Leitzins bei 0,75 Prozent zu belassen. Masu hatte für die Entscheidung gestimmt, den Zins unverändert zu lassen. Er habe zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit gesehen, die geldpolitischen Rahmenbedingungen überstürzt zu straffen, sagte er am Donnerstag.
US-Außenminister Rubio sieht China als größte geopolitische Herausforderung
Laut US-Außenminister Marco Rubio ist China "geopolitisch unsere größte politische Herausforderung, und es ist auch die wichtigste Beziehung, die wir pflegen müssen." In einem Interview mit Fox News sagte Rubio, die USA müssten Interessen steuern, die im Konflikt mit China stünden, "um Kriege zu vermeiden und Frieden und Stabilität in der Welt zu erhalten". Auf dem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Peking sagte der chinesische Staatschef Xi Jinping, China und die USA sollten Partner sein, keine Rivalen. "China und die Vereinigten Staaten können beide von einer Zusammenarbeit profitieren und durch Konfrontation verlieren", so Xi. Er forderte, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt nach Jahren zunehmender Spannungen in den Bereichen Handel, Taiwan und Technologiewettbewerb eine kooperativere Haltung einnehmen sollten. Er glaube, "dass unsere beiden Länder mehr gemeinsame Interessen als Unterschiede haben".
Trump und Xi einig, dass Iran Straße von Hormus nicht kontrollieren soll
US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping sind sich einig, dass die Straße von Hormus ein freier Wasserweg bleiben und der Iran keine Mautgebühren für die Nutzung der Wasserstraße erheben soll. Dies geht aus einem Protokoll des Weißen Hauses über die Gespräche der beiden Staats- und Regierungschefs hervor. Peking habe zudem "ein Interesse bekundet", seine Käufe von US-Öl zu erhöhen. Damit soll Chinas "Abhängigkeit" von Öl, das durch die Meerenge transportiert wird, verringert werden, so die Zusammenfassung des Weißen Hauses. Dies deutet darauf hin, dass die chinesische Regierung ihre Ausgaben für iranisches Öl reduzieren könnte. Derzeit ist Peking der größte Importeur von Öl aus Teheran.
Chinas Staatschef spricht bei Trump Taiwan-Frage an - Agentur
Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat am Donnerstag während seines Treffens mit US-Präsident Donald Trump die Taiwan-Frage angesprochen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, bezeichnete Xi Taiwan als das wichtigste Thema in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen. Der Umgang mit diesem Thema würde darüber entscheiden, ob die bilateralen Beziehungen stabil bleiben oder in eine Konfrontation abgleiten würden. Wenn die Beziehungen zwischen den USA und China richtig gehandhabt würden, könnten sie auf einem stabilen Kurs bleiben. Bei falscher Handhabung könnte dies zu Zusammenstößen oder sogar Konflikten führen und die bilateralen Beziehungen in gefährliches Fahrwasser geraten lassen.
Britische Wirtschaft nimmt zu Jahresbeginn an Fahrt auf
Die britische Wirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres 2026 schneller gewachsen. Diese Widerstandsfähigkeit dürfte angesichts der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten jedoch auf eine harte Probe gestellt werden. Von Januar bis März wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent und damit schneller als im letzten Quartal 2025, als es um 0,2 Prozent zugelegt hatte, wie das nationale Statistikamt ONS mitteilte. Das Wachstum entsprach den Konsensschätzungen von Ökonomen, die vom Wall Street Journal befragt wurden. Die britische Wirtschaft übertraf in den ersten drei Monaten des Jahres die USA sowie die meisten ihrer europäischen Konkurrenten. Sie wuchs auf das Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent, verglichen mit 2,0 Prozent in den USA. Im März betrug das BIP-Wachstum 0,3 Prozent.
+++ Konjunkturdaten
GB/Industrieproduktion März -0,2% gg Vm; unverändert gg Vj
GB/Industrieproduktion März PROG: -0,1% gg Vm, +0,3% gg Vj
GB/Industrieproduktion Feb rev +0,3% gg Vm, -0,5% gg Vj
GB/Investitionen 1Q vorläufig +0,7% gg Vq; -1,8% gg Vj
GB/Handelsbilanz März Defizit 27,2 Mrd GBP
GB/Handelsbilanz Feb revidiert Defizit 22,8 Mrd GBP nach vorläufig Defizit 18,8 Mrd GBP
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May 14, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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