TEHERAN (dpa-AFX) - Im Iran soll das Internet einem Bericht zufolge nach mehr als 75 Tagen Anfang Juni wieder freigeschaltet werden. Ein von Vizepräsident Mohammed-Reza Aref geleiteter "Sonderstab" solle in der kommenden Woche die notwendigen Schritte einleiten, damit das Internet in der ersten Juni-Woche wieder für alle Bürger verfügbar werde, berichtete die Tageszeitung "Etemad" auf ihrem Webportal unter Berufung auf Regierungskreise.
Die Regierung hatte den Zugang zum globalen Internet seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu vollständig blockiert. Seither können die fast 90 Millionen Iraner nur auf staatlich genehmigte Webseiten zugreifen. Seitdem sind die iranischen Bürgerinnen und Bürger weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Für viele schränkte das auch den Kontakt zu Angehörigen oder Freunden im Ausland massiv ein.
Auch wirtschaftlich sind die Folgen der Blockade erheblich. Insbesondere für Online-Händler, deren Zahl auf mehr als eine Million geschätzt wird.
Offiziell begründet der Staat die Sperre mit Sicherheitsbedenken. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Führung vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden./pey/str/DP/nas
