FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag angesichts steigender Ölpreise deutlich unter Druck geraten. Der richtungweisende Euro-Bund-Future sank um 0,59 Prozent auf 124,31 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,15 Prozent.
Die erneut deutlich gestiegenen Ölpreise belasten die Anleihen. Inflations- und Zinssorgen belasten aus Sicht der Helaba den Markt. So brachte der Besuch des US-Präsidenten Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping bisher keine wirkliche Bewegung in den Iran-Konflikt. Noch halte der Waffenstillstand, auch wenn es immer wieder Berichte über gegenseitige Angriffe oder solche auf Schiffe gebe, schreiben die Helaba-Experten. Die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus bleibe aber weitgehend unpassierbar, auch wenn anscheinend Dutzenden chinesischen Schiffen die Durchfahrt gewährt worden sei.
Besonders deutlich gerieten die Kurse von britischen Anleihen unter Druck. Die politische Unsicherheit belastet und treibt die Renditen. Die Rendite von zehnjährigen Anleihen stieg um 0,18 Prozentpunkte auf 5,17 Prozent. Für den britischen Premierminister Keir Starmer wird es eng. Seit Monaten wächst der Druck auf den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei - und nun ist er so groß wie selten zuvor. Der Premier lehnt einen Rücktritt zwar beharrlich ab. Ob er gestürzt werden kann, ist ungewiss.
"Sollte sich ein ausgabenfreudigerer Kandidat durchsetzen, dürfte dies die Renditen der britischen Staatsanleihen weiter nach oben treiben, die bereits jetzt auf den höchsten Niveaus seit 2008 handeln", schreibt Commerzbank-Anleiheexperte Erik Leim. "Sowohl die weitere Entwicklung am Persischen Golf als auch die weitere Entwicklung in London dürften die Märkte in der kommenden Woche in Atem halten."/jsl/he
