Der Greenback verweigert sich seiner klassischen Rolle als Krisenwährung, trotz Iran-Schock und US-Energievorteil. Wenn ein Asset selbst auf Idealnachrichten nicht reagiert, ist das ein Alarmsignal. Der schleichende Statusverlust der US-Assets ist neben dem KI-Thema der wichtigste strukturelle Trend dieser Dekade. 2022 lieferte der Ölschock infolge der Russlandkrise einen Jahrhundert-Ausverkauf bei US-Langläufern - also jenen langlaufenden US-Staatsanleihen, deren Kurse massiv einbrachen, während die Renditen auf Mehrjahreshochs stiegen - der US-Dollar legte gleichzeitig fast 20% gegenüber dem Euro zu. Der Mechanismus dahinter: In Krisenzeiten fließt Kapital bevorzugt in den Dollar als sicheren Hafen; die US-Notenbank Federal Reserve reagierte zudem mit aggressiven Zinserhöhungen auf die Inflation, was die Währung zusätzlich stützte. Heute sind die USA als weltgrößter Ölproduzent von gestiegenen Energiepreisen erneut deutlich weniger betroffen als Europa. Doch der Greenback kommt kaum vom Fleck, gibt sogar leicht nach. Selbst im Tief der jüngsten, vom Iran-Krieg ausgelösten Aktienkorrektur gelang es ihm nicht, aus der Zwölf-Monats-Range - also dem Kurskorridor der vergangenen zwölf Monate - nach oben auszubrechen. Bemerkenswert: Der ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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