
© Foto: fn Symbolbild
Binnen weniger Wochen hat Ballard Power die Wasserstoffwelt wieder aufgeweckt und auch aufgeschreckt. Die Aktie schoss von unter 3 Kanadischen Dollar in der Spitze auf deutlich über 6 Kanadische Dollar nach oben. Neue Großaufträge aus Europa trudeln ein, und selbst institutionelle Investoren greifen wieder zu. Kurz danach konsolidierte der Titel knapp unter 6 Kanadische Dollar. Aktuell liegt er bei 5,67. Ist das jetzt nur eine kurze Verschnaufpause vor dem nächsten Schub, oder schon das Ende der Euphorie? Die jüngsten Quartalszahlen zeigen immerhin echte Fortschritte. Der Verlust schrumpft, die Marge dreht ins Positive, der Cashbestand gibt dem Unternehmen Luft zum Atmen. Dennoch bleibt Ballard ein klassischer Wasserstoffwert, mit allem, was dazugehört: Hoffnung, hoher Volatilität und offenen Fragen. Wie könnte ein Plan für einen Trade aussehen?
Unternehmen und Nachrichten
Ballard Power hat zuletzt gleich zwei wichtige Nachrichten in kurzer Folge veröffentlicht. Der britische Bushersteller Wrightbus und der europäische Marktführer Solaris haben den kanadischen Brennstoffzellenhersteller jeweils für ihre nächste Generation wasserstoffbetriebener Stadtbusse ausgewählt. Solaris verlängerte die Liefervereinbarung sogar bis 2029. Herzstück beider Kooperationen ist das neue Antriebsmodul FCmove-SC. Weltweit sind inzwischen mehr als 2.200 Ballard-Busse im Einsatz. Operativ hat das Unternehmen im ersten Quartal 2026 spürbar besser abgeschnitten, denn der Umsatz kletterte auf 19,4 Millionen US-Dollar, ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch bemerkenswerter: Die Bruttomarge drehte auf positive 14 Prozent, ein Sprung von 37 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Die operativen Kosten sanken gleichzeitig um 36 Prozent. Der bereinigte EBITDA-Verlust halbierte sich auf 11,4 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen hält am Ziel fest, 2027 einen positiven freien Cashflow zu erreichen. Mit liquiden Mitteln von rund 517 Millionen US-Dollar hat Ballard genug Zeit, diesen Weg ohne Kapitalerhöhung weiterzugehen. Auch auf Analystenseite wird die Stimmung besser. Lake Street stufte die Aktie auf "Buy" hoch und TD Cowen erhöhte das Kursziel.
Charttechnik
Nach dem starken Kurssprung zuletzt auf über 6,62 Kanadische Dollar folgte eine Korrektur auf aktuell knapp unter 5,70. Das ist notwendig gewesen und ein eher klassisches, gleichzeitig auch gesundes, Muster nach einer schnellen Rally. Der RSI liegt inzwischen bei sehr hohen 89 Punkten und damit hat sich eine extreme Überhitzung aufgebaut. Das Momentum bleibt grundsätzlich aufwärtsgerichtet, aber die zweite Welle läuft noch nicht. Ob die aktuelle Konsolidierung eine echte Bodenbildung wird, zeigt sich erst, wenn der Kurs über den Bereich von 5 Kanadischen Dollar stabil bleibt. Wer einsteigen will, sollte grundsätzlich nicht alles auf einmal setzen. Gerade bei solch extremen Kursbewegungen sind gestaffeltes Kaufen, also in zwei oder drei Tranchen, sinniger als ein einmaliger Einstieg. Das Rückschlagrisiko bleibt ungebrochen vorhanden, solange die Profitabilität auf dem Papier noch Zukunftsmusik ist. Das Tief vor etwas mehr als einem Jahr lag immerhin bei 1,44 Kanadischen Dollar. Das zeigt, wie weit dieser Wert in beide Richtungen schwingen kann, bzw. auch jetzt noch schwingen könnte.

Was tun?
Ballard Powers Zahlen werden besser. Neue Aufträge, sinkende Kosten und eine positive Bruttomarge zeigen, dass das Unternehmen operativ Fortschritte macht. Gleichzeitig schreibt Ballard noch immer rote Zahlen, der Cashflow ist negativ, und Teile der Analysten sind immer noch der Meinung, dass die Aktie eher ein "Reduce" verdient hat. Die Aktie hat nach der Rally bereits ein klein wenig korrigiert, der RSI ist aber immer noch extrem hoch. Für spekulativ interessierte Trader wäre eine gestaffelte Vorgehensweise für einen Einstieg möglicherweise bei Rücksetzern die risikoärmere Variante. Ballard ist sowieso kein Kauf für jeden, denn die Aktie ist hochriskant. Aber für geduldige Anleger mit Überzeugung im Wasserstoffsektor bleibt die Aktie ein Kandidat für die Watchlist.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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