DJ Buch: Staatsanleihen spielen geringere Rolle im Eigenkapital der Banken
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Banken des Euroraums halten nach Aussage von EZB-Bankenaufsichtschefin Claudia Buch gemessen am Volumen ihrer Bilanzen in etwa so viele Staatsanleihen wie zu Beginn der 2024. Wie Buch bei einer Konferenz in Frankfurt sagte, nahm der Anteil am Eigenkapital der Institute jedoch ab und ebenso der Anteil heimischer Staatsanleihen am gesamtem Staatsanleihebestand. "Derzeit liegen die Bestände der Banken im Euroraum an Staatsanleihen mit 9,3 Prozent ihrer Bilanzsumme auf einem ähnlichen Niveau wie zu Beginn der Bankenunion", sagte Buch laut veröffentlichtem Redetext. 2014 waren es 9,0 Prozent gewesen. Die Bestände entsprachen 170 (2014: 190) Prozent des harten Kernkapitals (CET1)
Zum Vergleich: US-Geschäftsbanken hielten Ende 2025 Staatsanleihen und Agency-Wertpapiere im Wert von rund 8 bis 19 Prozent ihrer Bilanzsumme, je nachdem, ob eine engere oder eine weitere Definition herangezogen wird.
Buch zufolge hat außerdem die Inlandspräferenz ("Home Bias") in den Staatsanleiheportfolios der Euroraum-Banken abgenommen. "Das Verhältnis von inländischen Staatsanleihen zu den gesamten Staatsanleihebeständen ist von 39 Prozent im Jahr 2014 auf rund 28 Prozent Ende 2025 gesunken. Die Unterschiede zwischen den Ländern spiegeln weitgehend das Volumen der ausstehenden Staatsschulden wider", sagte sie. Diese Beziehung habe sich jedoch im Laufe der Zeit abgeschwächt, da Banken in Ländern mit historisch hoher Verschuldung ihre Portfolios diversifiziert hätten.
Ein wichtiger Grund für Banken, Staatsanleihen zu halten, sind Liquiditätsanforderungen und -präferenzen.
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May 19, 2026 08:18 ET (12:18 GMT)
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