NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag nach dem Verzicht des US-Präsidenten Donald Trump auf einen geplanten Angriff gegen den Iran weiter gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli sank um mehr als ein Prozent auf 110,57 US-Dollar. Zu Beginn der Woche hatten Drohungen des US-Präsidenten vor erneuten Militärschlägen gegen den Iran den Preis noch zeitweise über 112 Dollar getrieben und damit auf den höchsten Stand seit knapp zwei Wochen.
Trump verzichtet nach eigenen Angaben vorerst auf einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran. Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Vertreter der von Trump aufgeführten Golfstaaten dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der vom US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.
Für die weitere Entwicklung der Ölpreise dürfte entscheidend sein, ob und wie die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die nächste Phase erreichen. Nach Einschätzung von Analysten der Dekabank überwiegt am Markt noch die Hoffnung, dass Trump zu ausreichenden Zugeständnissen bereit ist, um den Iran an den Verhandlungstisch zurückzubringen.
Unterdessen haben die USA ihre Sanktionen auf russisches Öl für weitere 30 Tage gelockert. Mit der Maßnahme soll der Markt stabilisiert werden. Konkret bezieht sich die Ausnahmeregelung auf russisches Öl, das sich bereits auf Tankern auf Meeren befindet. Damit lockern die USA angesichts der im Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise ein weiteres Mal für einige Wochen Sanktionen auf russisches Öl - es ist inzwischen das dritte Mal./jkr/jsl/jha/
