Hamburg (ots) -
Der stern hat am Dienstagabend in Hamburg herausragende journalistische Arbeiten mit dem renommierten stern-Preis geehrt. Prämiert wurden Beiträge aus allen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr Maßstäbe setzten: mit relevanten Themen, starker Recherche und überzeugender Erzählkunst. Die Jury vergab Preise in den fünf Kategorien "Dokumentation", "Lokal", "Fotogeschichte des Jahres", "Investigation" sowie "Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage).stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und RTL-Journalistin Pinar Atalay moderierten die feierliche Preisverleihung. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, begrüßte die Gäste.
Diese Journalistinnen und Journalisten gewinnen den stern-Preis 2026:
"Dokumentation":
Katrin Wegner - Akutstation Psychiatrie (https://www.ardmediathek.de/serie/akutstation-psychiatrie/staffel-2/YmFjNDY3N2EtMmY0Ni00ZGZjLTg0OTQtMWU4M2I4ZjE0NGNl/2) - ARD Mediathek
Begründung der Jury: Groß-Umstadt in Hessen, nahe des Odenwalds. Hier erlebt die Autorin Katrin Wegner den Alltag in einer psychiatrischen Klinik - aus nächster Nähe, als Journalistin, aber auch als Mitarbeiterin im Klinikalltag. Eine Woche lang hat sie ein Praktikum absolviert, um die Menschen und die Einrichtung kennenzulernen. Danach verbringt sie sechs Wochen in der Klinik, oft bis zu zehn Stunden am Tag.
Die Dokumentation von Katrin Wegner erlaubt einen bemerkenswerten Einblick in die Lebenswelt psychiatrischer Patienten. Sie taucht ab in Beobachtungen und lange Gespräche, allein, ohne Kamerateam. Die Gefilmten kannten Wegners Projekt von Anfang an, sie haben die Aufnahmen anschließend freigegeben. So entsteht in gegenseitigem Einvernehmen eine Nahaufnahme von seltener Eindringlichkeit.
"Lokal":
Erik Westermann - Im Bann des Opfers. Anatomie eines Justizirrtums (https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/braunschweig/horror-missbrauch-die-geschichte-eines-justizirrtums/details) - Braunschweiger Zeitung / Recherchekooperation mit DER SPIEGEL
Begründung der Jury: Eine junge Frau hat den Albtraum erlebt. Sexueller Missbrauch, Demütigungen, Schläge und Folter. Die Justiz greift durch, 90 Ermittlungsverfahren, 60 Verdächtige, ein Dutzend Angeklagte. Sogar ihre Eltern müssen ins Gefängnis. Doch dann nimmt das Verfahren eine spektakuläre Wende - die Horrorerlebnisse stellen sich als Hirngespinste heraus. Das Braunschweiger Verfahren erweist sich als massiver Justizirrtum.
Erik Westermann wandelt sich im Laufe des Verfahrens vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter. Akribisch legt er dar, wie die Beweislage in neuem Licht erscheint, wer die Wahrheit wissen will und wer die Augen davor verschließt. Und er reflektiert seine eigene Rolle. Ein verdienstvolles Stück Lokaljournalismus.
"Fotogeschichte des Jahres":
Emile Ducke - Die Schatten des Sieges (https://www.zeit.de/2025/13/reise-syrien-bar-damaskus-assad-regime-hts-aleppo) - DIE ZEIT
Begründung der Jury: Zuckerwatte in Ruinen - es ist eines der Bilder, die Emile Ducke von seiner Reise quer durch Syrien mitgebracht hat. Ihm ist es gelungen, in diesem vom Bürgerkrieg zerstörten Staat den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und Brutalität einzufangen. Nach über 50 Jahren Assad-Herrschaft steht Syrien am Scheideweg. In Duckes Bildern erhaschen wir eine Ahnung von den Herausforderungen. Und von der neuen Freiheit der Menschen.
"Investigation":
Nicole Rosenbach - Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff (https://www.ardmediathek.de/serie/der-kinderpsychiater-die-macht-des-dr-winterhoff/staffel-1/Y3JpZDovL3dkci5kZS9kZXJraW5kZXJwc3ljaGlhdGVyZHJ3aW50ZXJob2Zm/1) - ARD Mediathek
Begründung der Jury: Dr. Michael Winterhoff ist ein stark umstrittener Kinderpsychiater. Seine Thesen zur kindlichen Entwicklung werden in weiten Teilen der Fachwelt heftig kritisiert. Die Autorin hat recherchiert, welchen Einfluss Winterhoff dennoch in der Praxis und insbesondere im Jugendhilfesystem ausübte. Sie hat dabei nicht nur das Phänomen Winterhoff und der Wirkung seiner Thesen beschrieben, sondern akribisch aufgearbeitet, welche Methoden zur Anwendung kamen. Sie bringt damit Licht in ein sonst verschlossenes System, dem vor allem Kinder im System der psychiatrischen Jugendhilfe ausgesetzt sind.
"Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage):
Philipp Daum - "Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter" (https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-08/feriencamp-kinder-eltern-haftstrafe-gefaengnis-freizeit-sommer) - DIE ZEIT
Begründung der Jury: Dies ist kein normales Ferienlager für Jugendliche. Ins Abenteuercamp kommen Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen. In den zehn Tagen des Ferienlagers erleben sie eine Welt, die sie oft nicht kennen. Sie erfahren Betreuung und Fürsorge und bleiben dennoch Teenager mit allen Wünschen und Konflikten, die dazugehören.
Der Autor hat nach einer kurzen Schulung neun Tage lang als Betreuer im Camp gelebt und mitgearbeitet. Die Jugendlichen wissen, dass er seine Erlebnisse und ihre Geschichten mitschreibt. Er erwirbt ihr Vertrauen und wahrt dennoch Distanz. So gelingt ihm ein einfühlsamer Blick auf die Jugendlichen, ihre Sehnsüchte und Sorgen und ihre Gedanken zu den besonderen Verhältnissen, aus denen sie stammen.
Alle Infos: www.sternpreis.stern.de
Pressekontakt:
Anna Velken
Senior Managerin Kommunikation/PR Information & Sport und Stv. Sprecherin stern/stern+
Kommunikation RTL Deutschland
anna.velken@rtl.de
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6329/6278142
Der stern hat am Dienstagabend in Hamburg herausragende journalistische Arbeiten mit dem renommierten stern-Preis geehrt. Prämiert wurden Beiträge aus allen Mediengattungen, die im vergangenen Jahr Maßstäbe setzten: mit relevanten Themen, starker Recherche und überzeugender Erzählkunst. Die Jury vergab Preise in den fünf Kategorien "Dokumentation", "Lokal", "Fotogeschichte des Jahres", "Investigation" sowie "Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage).stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz und RTL-Journalistin Pinar Atalay moderierten die feierliche Preisverleihung. Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, begrüßte die Gäste.
Diese Journalistinnen und Journalisten gewinnen den stern-Preis 2026:
"Dokumentation":
Katrin Wegner - Akutstation Psychiatrie (https://www.ardmediathek.de/serie/akutstation-psychiatrie/staffel-2/YmFjNDY3N2EtMmY0Ni00ZGZjLTg0OTQtMWU4M2I4ZjE0NGNl/2) - ARD Mediathek
Begründung der Jury: Groß-Umstadt in Hessen, nahe des Odenwalds. Hier erlebt die Autorin Katrin Wegner den Alltag in einer psychiatrischen Klinik - aus nächster Nähe, als Journalistin, aber auch als Mitarbeiterin im Klinikalltag. Eine Woche lang hat sie ein Praktikum absolviert, um die Menschen und die Einrichtung kennenzulernen. Danach verbringt sie sechs Wochen in der Klinik, oft bis zu zehn Stunden am Tag.
Die Dokumentation von Katrin Wegner erlaubt einen bemerkenswerten Einblick in die Lebenswelt psychiatrischer Patienten. Sie taucht ab in Beobachtungen und lange Gespräche, allein, ohne Kamerateam. Die Gefilmten kannten Wegners Projekt von Anfang an, sie haben die Aufnahmen anschließend freigegeben. So entsteht in gegenseitigem Einvernehmen eine Nahaufnahme von seltener Eindringlichkeit.
"Lokal":
Erik Westermann - Im Bann des Opfers. Anatomie eines Justizirrtums (https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/braunschweig/horror-missbrauch-die-geschichte-eines-justizirrtums/details) - Braunschweiger Zeitung / Recherchekooperation mit DER SPIEGEL
Begründung der Jury: Eine junge Frau hat den Albtraum erlebt. Sexueller Missbrauch, Demütigungen, Schläge und Folter. Die Justiz greift durch, 90 Ermittlungsverfahren, 60 Verdächtige, ein Dutzend Angeklagte. Sogar ihre Eltern müssen ins Gefängnis. Doch dann nimmt das Verfahren eine spektakuläre Wende - die Horrorerlebnisse stellen sich als Hirngespinste heraus. Das Braunschweiger Verfahren erweist sich als massiver Justizirrtum.
Erik Westermann wandelt sich im Laufe des Verfahrens vom Gerichtsberichterstatter zum Investigativreporter. Akribisch legt er dar, wie die Beweislage in neuem Licht erscheint, wer die Wahrheit wissen will und wer die Augen davor verschließt. Und er reflektiert seine eigene Rolle. Ein verdienstvolles Stück Lokaljournalismus.
"Fotogeschichte des Jahres":
Emile Ducke - Die Schatten des Sieges (https://www.zeit.de/2025/13/reise-syrien-bar-damaskus-assad-regime-hts-aleppo) - DIE ZEIT
Begründung der Jury: Zuckerwatte in Ruinen - es ist eines der Bilder, die Emile Ducke von seiner Reise quer durch Syrien mitgebracht hat. Ihm ist es gelungen, in diesem vom Bürgerkrieg zerstörten Staat den Raum zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Freude und Brutalität einzufangen. Nach über 50 Jahren Assad-Herrschaft steht Syrien am Scheideweg. In Duckes Bildern erhaschen wir eine Ahnung von den Herausforderungen. Und von der neuen Freiheit der Menschen.
"Investigation":
Nicole Rosenbach - Der Kinderpsychiater - Die Macht des Dr. Winterhoff (https://www.ardmediathek.de/serie/der-kinderpsychiater-die-macht-des-dr-winterhoff/staffel-1/Y3JpZDovL3dkci5kZS9kZXJraW5kZXJwc3ljaGlhdGVyZHJ3aW50ZXJob2Zm/1) - ARD Mediathek
Begründung der Jury: Dr. Michael Winterhoff ist ein stark umstrittener Kinderpsychiater. Seine Thesen zur kindlichen Entwicklung werden in weiten Teilen der Fachwelt heftig kritisiert. Die Autorin hat recherchiert, welchen Einfluss Winterhoff dennoch in der Praxis und insbesondere im Jugendhilfesystem ausübte. Sie hat dabei nicht nur das Phänomen Winterhoff und der Wirkung seiner Thesen beschrieben, sondern akribisch aufgearbeitet, welche Methoden zur Anwendung kamen. Sie bringt damit Licht in ein sonst verschlossenes System, dem vor allem Kinder im System der psychiatrischen Jugendhilfe ausgesetzt sind.
"Egon Erwin Kisch-Preis" (geschriebene Reportage):
Philipp Daum - "Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter" (https://www.zeit.de/gesellschaft/2025-08/feriencamp-kinder-eltern-haftstrafe-gefaengnis-freizeit-sommer) - DIE ZEIT
Begründung der Jury: Dies ist kein normales Ferienlager für Jugendliche. Ins Abenteuercamp kommen Kinder von Eltern, die im Gefängnis sitzen. In den zehn Tagen des Ferienlagers erleben sie eine Welt, die sie oft nicht kennen. Sie erfahren Betreuung und Fürsorge und bleiben dennoch Teenager mit allen Wünschen und Konflikten, die dazugehören.
Der Autor hat nach einer kurzen Schulung neun Tage lang als Betreuer im Camp gelebt und mitgearbeitet. Die Jugendlichen wissen, dass er seine Erlebnisse und ihre Geschichten mitschreibt. Er erwirbt ihr Vertrauen und wahrt dennoch Distanz. So gelingt ihm ein einfühlsamer Blick auf die Jugendlichen, ihre Sehnsüchte und Sorgen und ihre Gedanken zu den besonderen Verhältnissen, aus denen sie stammen.
Alle Infos: www.sternpreis.stern.de
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Senior Managerin Kommunikation/PR Information & Sport und Stv. Sprecherin stern/stern+
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