WIEN (dpa-AFX) - In einem Spionageprozess gegen einen mutmaßlichen Komplizen des ehemaligen Wirecard-Managers Jan Marsalek wird am Mittwoch in Wien ein Urteil erwartet. Auf der Anklagebank des Wiener Landesgerichts sitzt der ehemalige österreichische Verfassungsschützer Egisto Ott, der für den russischen Geheimdienst Informationen gesammelt haben soll.
Neben geheimdienstlicher Tätigkeit wird Ott auch Missbrauch der Amtsgewalt und Bestechlichkeit vorgeworfen. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft waren seine Zielpersonen unter anderem Russen, die aus ihrer Heimat geflohen waren - darunter ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter, der bei Russlands Präsident Wladimir Putin in Ungnade gefallen war.
Otts Informationen nach Moskau liefen nach Darstellung der Ankläger über den international gesuchten Marsalek, sowie über Bulgaren, die vergangenes Jahr in London als Teil eines russischen Spionagerings verurteilt wurden. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er habe nicht für Moskau gearbeitet, sondern auf Anfrage eines westlichen Dienstes eine geheime Operation durchgeführt. Ott droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren./al/DP/zb
