DJ Inflation im Euroraum steigt im April auf 3,0 Prozent
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Der Preisdruck in der Eurozone hat im April zugenommen. Die jährliche Inflationsrate stieg auf 3,0 (Vormonat: 2,6) Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre erste Schätzung vom 30. April. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig 2 Prozent an.
Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise außen vor lässt, sank indessen im April leicht. Die Kernrate (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) fiel auf 2,2 (2,3) Prozent. Die Kernrate gilt unter Ökonomen als Richtgröße für den Inflationstrend.
Binnen Monatsfrist stiegen die Verbraucherpreise im April in der Gesamtrate um 1,0 Prozent, in der Kernrate betrug die Steigerung 0,9 Prozent. Die vorläufigen Daten wurden damit - wie von Volkswirten erwartet - bestätigt.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die Bereitschaft der Notenbank betont, datenbasiert einzugreifen. Die mittelfristigen wirtschaftlichen Folgen hingen dabei maßgeblich von der Dauer und Intensität des Konflikts im Iran ab. Unterdessen stellen sich die Marktteilnehmer zunehmend auf eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Juni ein. Ob darauf weitere Zinsschritte folgen, entscheidet sich an den Entwicklungen im Nahen Osten und deren Dynamik auf Inflation und Konjunktur.
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May 20, 2026 05:05 ET (09:05 GMT)
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