Bern (ots) -
Seit vier Jahren bietet das Bundesamt für Umwelt BAFU der Tabak- und Nikotinindustrie eine Plattform zum Greenwashing. Mit dem sogenannten "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" kann diese Industriemit Unterstützung der Bundesbehörde ihr Image verbessern und so eine Form offizieller Legitimität erlangen. Die Umwelt- und Tabakpräventionsorganisationen fordern einen Stopp dieses Runden Tisches.
Tabakprodukte schaden Umwelt und Mensch
Die Tabakindustrie ist keine gewöhnliche Industrie, denn ihre Produkte machen abhängig, verursachen schwere Krankheiten und führen jedes Jahr zu über 9'200 Todesfällen in der Schweiz. Gleichzeitig ist die Industrie verantwortlich für erhebliche Umweltbelastungen entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte: vom Tabakanbau bis zur Abfallentsorgung, einschließlich Produktion, Vertrieb und Konsum.
Umweltkampagnen als strategisches Ablenkungsmanöver
Trotzdem präsentiert sich die Tabakindustrie mit eigenen Littering- oder Umweltkampagnen als Teil der Lösung, obwohl sie selbst Hauptverursacherin des Problems ist. Ihr Engagement an umweltpolitischen Lösungsansätzen folgt nicht dem Wunsch nach wirksamer Prävention, sondern einem strategischen Ziel: der Imageverbesserung eines Produkts, dessen schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt umfassend dokumentiert sind.
Der "Runde Tisch gegen Zigaretten-Littering" vom BAFU als Plattform für Greenwashing
Dieses Vorgehen, das gemeinhin als Greenwashing bezeichnet wird, und zeigt sich hier besonders deutlich: Seit vier Jahren stellt das BAFU den Unternehmen und Verbänden der Tabak- und Nikotinindustrie mit dem "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" eine Plattform zur Verfügung, in dessen Rahmen sie ihre Pseudolösungen bewerben und sich als verantwortungsbewusste Partner präsentieren können. Ein Runder Tisch, an welchen bis vor wenigen Wochen keine Umwelt- oder Präventionsorganisation eingeladen war.
Die Umwelt- und Tabakpräventionsorganisationen fordern deshalb:
1. Kein Greenwashing mit staatlichem Segen
Das Bundesamt für Umwelt soll sich vom "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" mit Tabakindustrie sowie weiteren industrienahen Akteuren zurückziehen. Umweltpolitische Prozesse müssen unabhängig, evidenzbasiert und frei von tabakindustriegesteuerten Einflussnahmen gestaltet werden. Eine glaubwürdige Strategie gegen Zigaretten-Littering ist nur ohne die Tabakindustrie als Akteurin möglich.
2. Verursacherprinzip konsequent anwenden
Wir fordern das Bundesamt für Umwelt auf, rechtliche Instrumente zu schaffen, damit die Tabakindustrie die durch Zigarettenstummel verursachten Umweltkosten vollständig übernimmt. Die Kosten für Reinigung und Entsorgung dürfen nicht länger von der Öffentlichkeit getragen werden. Die Industrie soll in einen verbindlichen Fonds einzahlen, der unabhängige Massnahmen gegen Zigaretten-Littering finanziert. Imagekampagnen der Industrie dürfen nicht als Umweltpolitik gelten.
3. Rauchfreie öffentliche Räume ausweiten
Wir fordern die konsequente Ausweitung rauchfreier öffentlicher Räume. Zigaretten-Littering lässt sich nur wirksam reduzieren, wenn auch der Tabakkonsum im öffentlichen Raum eingeschränkt wird. Wo nicht geraucht wird, entstehen auch keine Zigarettenabfälle. Umwelt- und Gesundheitsschutz verfolgen hier ein gemeinsames und komplementäres Ziel.
Vorhandene Lösung wird ignoriert
Es ist besonders verwunderlich, dass das BAFU mit seinem "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" die bereits vorhandenen Lösungsansätze der Tabakpräventionsorganisationen ignoriert. Unterstützt durch den Tabakpräventionsfonds, einige Kantone und diverse Tabakpräventionsorganisationen hat die NGO stop2drop* eine, von der Tabakindustrie unabhängige, Doppelkampagne gestartet: "Zigaretten-Littering im öffentlichen Raum" und "Rauchfreie & saubere Spielplätze" (Generation Rauchfrei), die bereits durch 38 Gemeinden unterstützt wird.
Unterzeichnende NGO
- Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Wolfgang Kweitel, +41 79 648 80 82, wolfgang.kweitel@at-schweiz.ch
- OxySuisse, Hugo Molineaux, +41 77 412 70 74 (FR), info@oxysuisse.ch
- stop2drop, Geschäftsführer Markus Dick, +41 77 448 35 76, info@stop2drop.ch
- Trash Hero World, Rahel Schaub, +41 76 683 33 17, switzerland@trashhero.org
Über stop2drop:
Die NGO stop2drop engagiert sich seit 2021 für die Bekämpfung von Zigaretten-Littering sowie für die Schaffung rauchfreier und kinderfreundlicher Aussenräume.
stop2drop geht bewusst keine Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie ein. Denn sämtliche Aktivitäten dieser Industrie verfolgen letztlich das Ziel, ein gesundheitsschädliches und tödliches Produkt in ein positives Licht zu rücken - ein Vorgehen, das vielen auch als Greenwashing bekannt ist.
Am 12. Mai 2026 lancierte stop2drop eine nationale Kampagne gegen Zigaretten-Littering sowie ein Modul für rauchfreie Kinderspielplätze. Es beteiligen sich im ersten Jahr 38 Gemeinden an der Kampagne.
Mehr erfahren: Kampagne gegen Zigaretten-Littering: www.stop2drop.ch/kampagne, Rauchfreie Kinderspielplätze: www.generationrauchfrei.ch
Über AT-Schweiz:
Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz ist das Kompetenzzentrum für Tabakprävention der Schweiz. Als Dachorganisation zur Förderung des Nichtrauchens umfasst sie heute über 50 Kollektivmitglieder. Die AT Schweiz bietet ihren Mitgliedern ein breites Netzwerk an ExpertInnen und stellt Fachwissen über Tabakkontrolle und -prävention zur Verfügung und koordiniert Tabakpräventionsaktivitäten.
Über OxySuisse:
OxySuisse ist eine unabhängige Schweizer Organisation mit Sitz in Lausanne, die sich seit 2004 für Transparenz, wissenschaftliche Integrität und den Schutz der öffentlichen Gesundheit einsetzt. Sie untersucht systematisch den Einfluss der Tabakindustrie auf Forschung, Politik und öffentliche Institutionen.
OxySuisse setzt die Initiative Transparency and Truth um, die die Einflussstrategien der Tabakindustrie aufdeckt, das öffentliche Bewusstsein stärkt und dazu beiträgt, diese Industrie, die jedes Jahr rund 9'200 Todesfälle in der Schweiz verursacht, zu denormalisieren. Die Initiative wird vom Tabakpräventionsfonds finanziert, ist Teil der nationalen Strategie 2025-2028 des Fonds und folgt den Empfehlungen des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums (FCTC), das darauf abzielt, die öffentliche Politik vor dem Einfluss der Tabakindustrie zu schützen.
Über Trash Hero World
Trash Hero World ist eine globale Freiwilligenbewegung, die sich für eine Welt frei von Plastikverschmutzung einsetzt. Durch regelmässige Cleanups, Bildungsprogramme und Zero-Waste-Initiativen bringt der gemeinnützige Verein mit Sitz in der Schweiz seit seiner Gründung im Jahr 2013 Menschen zusammen, um Abfall zu beseitigen, Plastik zu reduzieren und nachhaltige Lösungen zu fördern. Allein in der Schweiz haben die Freiwilligen von Trash Hero Switzerland bereits über 1 Million Zigarettenstummel eingesammelt.
Pressekontakt:
Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Wolfgang Kweitel, +41 79 648 80 82, wolfgang.kweitel@at-schweiz.ch
OxySuisse, Hugo Molineaux, +41 77 412 70 74 (FR), info@oxysuisse.ch
stop2drop, Geschäftsführer Markus Dick, +41 77 448 35 76, info@stop2drop.ch
Trash Hero World, Rahel Schaub, +41 76 683 33 17, switzerland@trashhero.org
Original-Content von: Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100058010/100940157
Seit vier Jahren bietet das Bundesamt für Umwelt BAFU der Tabak- und Nikotinindustrie eine Plattform zum Greenwashing. Mit dem sogenannten "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" kann diese Industriemit Unterstützung der Bundesbehörde ihr Image verbessern und so eine Form offizieller Legitimität erlangen. Die Umwelt- und Tabakpräventionsorganisationen fordern einen Stopp dieses Runden Tisches.
Tabakprodukte schaden Umwelt und Mensch
Die Tabakindustrie ist keine gewöhnliche Industrie, denn ihre Produkte machen abhängig, verursachen schwere Krankheiten und führen jedes Jahr zu über 9'200 Todesfällen in der Schweiz. Gleichzeitig ist die Industrie verantwortlich für erhebliche Umweltbelastungen entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte: vom Tabakanbau bis zur Abfallentsorgung, einschließlich Produktion, Vertrieb und Konsum.
Umweltkampagnen als strategisches Ablenkungsmanöver
Trotzdem präsentiert sich die Tabakindustrie mit eigenen Littering- oder Umweltkampagnen als Teil der Lösung, obwohl sie selbst Hauptverursacherin des Problems ist. Ihr Engagement an umweltpolitischen Lösungsansätzen folgt nicht dem Wunsch nach wirksamer Prävention, sondern einem strategischen Ziel: der Imageverbesserung eines Produkts, dessen schädliche Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt umfassend dokumentiert sind.
Der "Runde Tisch gegen Zigaretten-Littering" vom BAFU als Plattform für Greenwashing
Dieses Vorgehen, das gemeinhin als Greenwashing bezeichnet wird, und zeigt sich hier besonders deutlich: Seit vier Jahren stellt das BAFU den Unternehmen und Verbänden der Tabak- und Nikotinindustrie mit dem "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" eine Plattform zur Verfügung, in dessen Rahmen sie ihre Pseudolösungen bewerben und sich als verantwortungsbewusste Partner präsentieren können. Ein Runder Tisch, an welchen bis vor wenigen Wochen keine Umwelt- oder Präventionsorganisation eingeladen war.
Die Umwelt- und Tabakpräventionsorganisationen fordern deshalb:
1. Kein Greenwashing mit staatlichem Segen
Das Bundesamt für Umwelt soll sich vom "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" mit Tabakindustrie sowie weiteren industrienahen Akteuren zurückziehen. Umweltpolitische Prozesse müssen unabhängig, evidenzbasiert und frei von tabakindustriegesteuerten Einflussnahmen gestaltet werden. Eine glaubwürdige Strategie gegen Zigaretten-Littering ist nur ohne die Tabakindustrie als Akteurin möglich.
2. Verursacherprinzip konsequent anwenden
Wir fordern das Bundesamt für Umwelt auf, rechtliche Instrumente zu schaffen, damit die Tabakindustrie die durch Zigarettenstummel verursachten Umweltkosten vollständig übernimmt. Die Kosten für Reinigung und Entsorgung dürfen nicht länger von der Öffentlichkeit getragen werden. Die Industrie soll in einen verbindlichen Fonds einzahlen, der unabhängige Massnahmen gegen Zigaretten-Littering finanziert. Imagekampagnen der Industrie dürfen nicht als Umweltpolitik gelten.
3. Rauchfreie öffentliche Räume ausweiten
Wir fordern die konsequente Ausweitung rauchfreier öffentlicher Räume. Zigaretten-Littering lässt sich nur wirksam reduzieren, wenn auch der Tabakkonsum im öffentlichen Raum eingeschränkt wird. Wo nicht geraucht wird, entstehen auch keine Zigarettenabfälle. Umwelt- und Gesundheitsschutz verfolgen hier ein gemeinsames und komplementäres Ziel.
Vorhandene Lösung wird ignoriert
Es ist besonders verwunderlich, dass das BAFU mit seinem "Runden Tisch gegen Zigaretten-Littering" die bereits vorhandenen Lösungsansätze der Tabakpräventionsorganisationen ignoriert. Unterstützt durch den Tabakpräventionsfonds, einige Kantone und diverse Tabakpräventionsorganisationen hat die NGO stop2drop* eine, von der Tabakindustrie unabhängige, Doppelkampagne gestartet: "Zigaretten-Littering im öffentlichen Raum" und "Rauchfreie & saubere Spielplätze" (Generation Rauchfrei), die bereits durch 38 Gemeinden unterstützt wird.
Unterzeichnende NGO
- Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Wolfgang Kweitel, +41 79 648 80 82, wolfgang.kweitel@at-schweiz.ch
- OxySuisse, Hugo Molineaux, +41 77 412 70 74 (FR), info@oxysuisse.ch
- stop2drop, Geschäftsführer Markus Dick, +41 77 448 35 76, info@stop2drop.ch
- Trash Hero World, Rahel Schaub, +41 76 683 33 17, switzerland@trashhero.org
Über stop2drop:
Die NGO stop2drop engagiert sich seit 2021 für die Bekämpfung von Zigaretten-Littering sowie für die Schaffung rauchfreier und kinderfreundlicher Aussenräume.
stop2drop geht bewusst keine Zusammenarbeit mit der Tabakindustrie ein. Denn sämtliche Aktivitäten dieser Industrie verfolgen letztlich das Ziel, ein gesundheitsschädliches und tödliches Produkt in ein positives Licht zu rücken - ein Vorgehen, das vielen auch als Greenwashing bekannt ist.
Am 12. Mai 2026 lancierte stop2drop eine nationale Kampagne gegen Zigaretten-Littering sowie ein Modul für rauchfreie Kinderspielplätze. Es beteiligen sich im ersten Jahr 38 Gemeinden an der Kampagne.
Mehr erfahren: Kampagne gegen Zigaretten-Littering: www.stop2drop.ch/kampagne, Rauchfreie Kinderspielplätze: www.generationrauchfrei.ch
Über AT-Schweiz:
Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz ist das Kompetenzzentrum für Tabakprävention der Schweiz. Als Dachorganisation zur Förderung des Nichtrauchens umfasst sie heute über 50 Kollektivmitglieder. Die AT Schweiz bietet ihren Mitgliedern ein breites Netzwerk an ExpertInnen und stellt Fachwissen über Tabakkontrolle und -prävention zur Verfügung und koordiniert Tabakpräventionsaktivitäten.
Über OxySuisse:
OxySuisse ist eine unabhängige Schweizer Organisation mit Sitz in Lausanne, die sich seit 2004 für Transparenz, wissenschaftliche Integrität und den Schutz der öffentlichen Gesundheit einsetzt. Sie untersucht systematisch den Einfluss der Tabakindustrie auf Forschung, Politik und öffentliche Institutionen.
OxySuisse setzt die Initiative Transparency and Truth um, die die Einflussstrategien der Tabakindustrie aufdeckt, das öffentliche Bewusstsein stärkt und dazu beiträgt, diese Industrie, die jedes Jahr rund 9'200 Todesfälle in der Schweiz verursacht, zu denormalisieren. Die Initiative wird vom Tabakpräventionsfonds finanziert, ist Teil der nationalen Strategie 2025-2028 des Fonds und folgt den Empfehlungen des WHO-Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums (FCTC), das darauf abzielt, die öffentliche Politik vor dem Einfluss der Tabakindustrie zu schützen.
Über Trash Hero World
Trash Hero World ist eine globale Freiwilligenbewegung, die sich für eine Welt frei von Plastikverschmutzung einsetzt. Durch regelmässige Cleanups, Bildungsprogramme und Zero-Waste-Initiativen bringt der gemeinnützige Verein mit Sitz in der Schweiz seit seiner Gründung im Jahr 2013 Menschen zusammen, um Abfall zu beseitigen, Plastik zu reduzieren und nachhaltige Lösungen zu fördern. Allein in der Schweiz haben die Freiwilligen von Trash Hero Switzerland bereits über 1 Million Zigarettenstummel eingesammelt.
Pressekontakt:
Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz, Wolfgang Kweitel, +41 79 648 80 82, wolfgang.kweitel@at-schweiz.ch
OxySuisse, Hugo Molineaux, +41 77 412 70 74 (FR), info@oxysuisse.ch
stop2drop, Geschäftsführer Markus Dick, +41 77 448 35 76, info@stop2drop.ch
Trash Hero World, Rahel Schaub, +41 76 683 33 17, switzerland@trashhero.org
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Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100058010/100940157
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