DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflation im Euroraum steigt im April auf 3,0 Prozent
Der Preisdruck in der Eurozone hat im April zugenommen. Die jährliche Inflationsrate stieg auf 3,0 (Vormonat: 2,6) Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre erste Schätzung vom 30. April. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig 2 Prozent an. Die sogenannte Kernteuerung, die besonders volatile Preise außen vor lässt, sank indessen im April leicht. Die Kernrate (ohne die Preise von Energie, Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak) fiel auf 2,2 (2,3) Prozent. Die Kernrate gilt unter Ökonomen als Richtgröße für den Inflationstrend.
Inflationsschub für Eurozone durch Iran-Konflikt dürfte sich ausweiten
Die inflationären Effekte in der Eurozone, die aus dem Konflikt im Nahen Osten resultieren, dürften sich bald ausweiten, meint Jack Allen-Reynolds von Capital Economics. "Da sich der Ölmarkt einem Wendepunkt nähert, steigen die Aufwärtsrisiken für die Inflation", schreibt er in einer Research Note. Trotz der bisher nur begrenzten Anstiege der Strom- und Gaspreise seien die Verkaufspreiserwartungen der Unternehmen in diesen Sektoren gestiegen, so Allen-Reynolds. Gleichzeitig werde die Lebensmittelinflation in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich steigen, angetrieben durch höhere Energie- und Düngemittelkosten.
Britische Inflation könnte im zweiten Halbjahr 2026 bei knapp 4 Prozent gipfeln
Die Inflation in Großbritannien könnte in der zweiten Jahreshälfte 2026 zwischen 3,5 Prozent und 4 Prozent liegen und mit knapp unter 4 Prozent ihren Höhepunkt erreichen, schreibt James Smith von ING in einem Kommentar. Daten zufolge hat sich die jährliche Gesamtinflation im April auf 2,8 Prozent von 3,3 Prozent im März verlangsamt, während sich die jährliche Kerninflation von 3,1 Prozent im März auf 2,5 Prozent abgeschwächt hat. Die Zahlen "sollten eine gewisse Beruhigung geben, dass der bevorstehende Energieschock wohl keine Welle von 'Zweitrundeneffekten' auslösen werde, oder zumindest keine, die annähernd so ausgeprägt sei wie vor vier Jahren", meint er.
Japans Anleihemarkt wird wieder zum Frühwarnsystem
Der japanische Anleihemarkt befindet sich wahrscheinlich auf dem Weg, seine traditionelle Rolle als Frühwarnsystem für Wirtschafts- und Inflationsrisiken wieder einzunehmen. Diesen Status hatte er während der Zeit unter der fast vollständigen Kontrolle der Zentralbank verloren. Starke Bewegungen an den Anleihemärkten dienen seit langem als Alarmglocken, die wirtschaftlichen Stress signalisieren. Dies zeigt sich am jüngsten Anstieg der weltweiten Renditen. Dieser wurde durch die Sorge ausgelöst, dass die Inflation aufgrund des Konflikts im Nahen Osten außer Kontrolle geraten könnte.
Ölpreise geben 2 Prozent nach - USA setzen Iran unter Druck
Die Ölpreise bauen ihre Verluste aus und fallen am Vormittag im europäischen Handel um mehr als 2 Prozent. Die Trump-Regierung übt weiterhin Druck auf Teheran aus, damit dieses den US-Forderungen zur Beendigung des Konflikts zustimmt. Rohöl der Sorte Brent verbilligt sich um 2,1 Prozent auf 108,93 US-Dollar je Barrel, während die WTI-Futures um 2 Prozent auf 102,05 US-Dollar je Barrel fallen. Unterdessen hat die britische Regierung die Sanktionen gegen Russland aufgeweicht und erlaubt die Einfuhr von Diesel und Kerosin, die im Ausland aus russischem Öl raffiniert wurden, da die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus das Angebot weiterhin verknappt.
EU will Importzölle auf US-Waren aufheben
Europäische Abgeordnete haben eine vorläufige Einigung zur Aufhebung einiger Importzölle auf US-Waren erzielt. Hintergrund ist das im vergangenen Sommer unterzeichnete Handelsabkommen. Damit kamen sie einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist zuvor, die die Zölle auf Autos erhöhen würde. Abgeordnete in Brüssel hatten die Ratifizierung des im vergangenen Jahr unterzeichneten Abkommens ausgesetzt - als Reaktion auf Trumps Verhängung eines pauschalen neuen weltweiten Zolls von 10 Prozent im Februar. Zuvor hatte der Supreme Court im vergangenen Jahr eingeführte Zölle gekippt.
US-Regierung stellt Steuerverfahren gegen Trump dauerhaft ein
Die außergewöhnliche Vereinbarung von US-Präsident Donald Trump mit der US-Regierung wurde ausgeweitet, um alle laufenden Steuerprüfungen gegen ihn und seine Unternehmen zu beenden. Dies geht aus einem vom Justizministerium veröffentlichten Dokument hervor. In dem von dem amtierenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche unterzeichneten Dokument erklärte die Regierung, es sei ihr "FÜR IMMER VERBOTEN und UNMÖGLICH", bestimmte Ansprüche gegen Trump, seine Unternehmen und Familienangehörige geltend zu machen. Die Vereinbarung hindert die Regierung insbesondere daran, Maßnahmen in Bezug auf bereits eingereichte Steuererklärungen zu ergreifen.
Putin sucht Rückhalt in China für Kriegsanstrengungen
Wenige Tage nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau ist Wladimir Putin nach Peking gereist. Beim chinesischen Präsidenten Xi Jinping suchte der russische Staatschef nach Unterstützung für die Wirtschaft seines Landes und wollte seine engen Beziehungen zum wichtigsten strategischen Partner Russlands demonstrieren. Putin traf kurz nach der Abreise von Präsident Donald Trump ein. Die direkt aufeinanderfolgenden Besuche zeigten Xis zunehmende zentrale Rolle im weltweiten Geschehen. Innerhalb weniger Tage haben zwei Militärmächte, die USA und Russland, jeweils Chinas Hilfe bei ihren Konflikten im Iran und in der Ukraine gesucht.
DJG/DJN/apo
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May 20, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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