DJ XETRA-SCHLUSS/Fallende Ölpreise bescheren DAX Schlussrally
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch mit kräftigen Aufschlägen geschlossen und die Einbußen vom Vortag mehr als wettgemacht. Der DAX gewann 1,4 Prozent auf 124.737 Punkte, wobei er im Späthandel noch einmal deutlicher zulegte. Für Rückenwind sorgten in erster Linie deutlicher fallende Ölpreise. Das dämpfte Inflationssorgen, worauf die Marktzinsen, die zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegen waren, spürbar zurückkamen.
"Die trügerische Ruhe im weiter schwelenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran werten Anleger als positives Signal und steigen ein", kommentierten die Marktexperten bei CMC das Geschehen. Daneben hätten möglicherweise einige Anleger auf starke Geschäftszahlen des Chipganten Nvidia gesetzt. Das Flaggschiff der gesamten KI-Branche öffnet nachbörslich in den USA seine Bücher. Den Zahlen wird eine enorme Bedeutung für die Märkte insgesamt beigemessen.
Mit Infineon war eine Chip-Aktie DAX-Tagesgewinner mit einem Plus von 5,1 Prozent. Im TecDAX ging es für Aixtron um 5,0 Prozent aufwärts, für Suss Microtec um 2,2 und für Elmos Semiconductor um 5,3 Prozent.
Nach den Erholungsgewinnen vom Vortag wurden Softwareaktien dagegen wieder verkauft. Starke Nvidia-Zahlen könnten wieder die Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Modellen auf die Geschäftsmodelle der Softwareunternehmen befeuern, hieß es. Für SAP ging es um 2,1 und für Nemetschek im TecDAX um 1,1 Prozent südwärts.
BASF verbilligten sich im festen Gesamtmarkt kräftig um 2,3 Prozent. Der Chemieriese teilte mit, bis 2029 im Kerngeschäft bis zu 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 einsparen zu wollen. Hier habe man möglicherweise mehr erwartet, sagten Marktteilnehmer. Andererseits ist die Aktie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 15 Prozent gestiegen, viel Positives dürfte als schon eingepreist sein.
Hochtief gingen 4,1 Prozent fester aus dem Markt. Die Deutsche Bank hält es für möglich, dass die Aktie nach der nächsten Indexüberprüfung am 3. Juni erstmals Mitglied im DAX werden könnte. Die Aktie ist in den vergangenen 12 Monaten um 190 Prozent gestiegen dank höherer Infrastrukturinvestitionen im Baugewerbe sowie der gestiegenen Nachfrage nach Serverparks.
Renk gewannen 3,3 Prozent auf 47,77 Euro - trotz einer größeren Platzierung durch KNDS zum Stückpreis von 44,95 Euro. Im Handel hieß es, mittelfristig sei die Platzierung positiv zu werten, unter anderem weil damit der Streubesitz steige. Rüstungsaktien waren aber europaweit erneut gesucht, wozu auch auf gute Zahlen des tschechischen Rüstungsunternehmen CSG verwiesen wurde. Hensoldt schossen um 10,3 Prozent nach oben, TKMS um 5,4 und im DAX Rheinmetall um 2,2 Prozent.
Bei Springer Nature belastete ein Aktienverkauf durch BC Partners im Umfang von rund 4,9 Millionen Aktien. Die Aktie verlor darauf 4,0 Prozent.
Ottobock gewannen trotz des Dividendenabschlags 2,6 Prozent. Die Aktie war am Dienstag stark gefallen nach einem kritischen Bericht des Leerverkäufers Grizzly. Der Prothesenhersteller erwägt nun rechtliche Schritte gegen Grizzly. Der Bericht sei "verleumderisch und in hohem Maße irreführend". Grizzly hatte Ottobock eine "aggressive Bilanzierungsmetrik" vorgeworfen.
Index zuletzt +/- % +/- % YTD DAX 24.737 1,4 1,0 DAX-Future 24.754 1,5 -0,8 XDAX 24.711 1,4 0,5 MDAX 31.858 1,7 4,0 TecDAX 3.961 1,5 9,2 SDAX 18.517 1,4 7,8 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 124,81 85
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/gos
(END) Dow Jones Newswires
May 20, 2026 12:01 ET (16:01 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
