DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Fed-Protokoll: Mehrheit der Notenbanker schließt Zinserhöhung nicht aus
Bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank haben die Geldpolitiker die Frage, ob die Zinsen gesenkt werden sollten, so gut wie ad acta gelegt. Stattdessen begannen sie im vergangenen Monat ernsthafter über das Gegenteil, eine Zinserhöhung, nachzudenken. "Eine Mehrheit der Teilnehmer betonte, dass eine gewisse Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich angemessen wäre, wenn die Inflation weiterhin anhaltend über 2 Prozent liegen sollte", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll des Treffens im April. Das Protokoll unterstreicht, wie der Nahostkonflikt die Aussichten im Offenmarktausschuss verändert hat.
Fed-Protokoll zeigt hawkishe Wende in der Einschätzung
Aus dem Protokoll der Fed-Sitzung vom April geht hervor, dass eine wachsende Gruppe von Vertretern hawkishe Bedenken geäußert hat, da der Iran-Konflikt die Inflation angeheizt hat. Bei der vorangegangenen Sitzung der Zentralbank im März hatte eine Gruppe von "einigen" Teilnehmern geäußert, es gebe starke Argumente dafür, dass die Fed eine ausgewogene Prognose abgeben sollte, wonach ihr nächster Schritt entweder eine Anhebung oder eine Senkung sein könne. Damit hätten sie sich gegen den Status quo gestellt, dass eine eventuelle Zinssenkung zu erwarten sei. Im April wuchs diese Gruppe auf "viele" Vertreter an, die eine neutralere Sprache in der Grundsatzerklärung bevorzugt hätten.
Japans Exporte beschleunigen sich - Nahost-Risiken trüben Ausblick
Japans Exporte sind im April schneller als erwartet gewachsen. Ein schwacher Yen und eine robuste globale Nachfrage glichen dabei die negativen Auswirkungen der Spannungen im Nahen Osten aus. Volkswirte erwarten jedoch, dass sich diese Dynamik in den kommenden Monaten abschwächen dürfte, da höhere Ölpreise drohen, das globale Wirtschaftswachstum zu bremsen und die Auslandsnachfrage zu beeinträchtigen. Die Ausfuhren Japans stiegen im vergangenen Monat um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Das war mehr als der Anstieg von 11,5 Prozent im März und übertraf die von LSEG befragten Ökonomen prognostizierte Zunahme von 9,3 Prozent deutlich.
Risiken im Nahen Osten trüben Japans Exportaussichten
Das Exportwachstum Japans hat sich im April beschleunigt. Die Nachfrage könnte sich jedoch in den kommenden Monaten abschwächen, da höhere Ölpreise infolge des Nahost-Konflikts die Weltwirtschaft zu verlangsamen drohen. Der anhaltende Boom bei der Künstlichen Intelligenz (KI) dürfte die Nachfrage nach japanischen Exporten kurzfristig stützen, meint Norihiro Yamaguchi von Oxford Economics. Angesichts der erhöhten Energiepreise, die die Weltwirtschaft belasten dürften, erwarte der Ökonom jedoch, dass die Nachfrage nach japanischen Produkten nachlassen werde, insbesondere bei Investitionsgütern, die nicht mit KI zusammenhängen.
BOJ-Notenbankerin signalisiert bevorstehende Zinserhöhung
Eine Notenbankerin der Bank of Japan hat davor gewarnt, dass die Spannungen im Nahen Osten dazu führen könnten, dass die zugrunde liegende Inflation das Ziel der BOJ übersteigt. Dies ist ein weiteres Signal dafür, dass Zinserhöhungen bevorstehen. "Es ist vernünftig, dass die Bank den Leitzins in einem angemessenen Tempo anhebt, um der hohen Inflation zu begegnen und gleichzeitig die Kompromisse für die Wirtschaft zu berücksichtigen", sagte Junko Koeda, Mitglied des Policy Board, am Donnerstag vor Wirtschaftsführern in der südlichen Präfektur Fukuoka.
Zinserhöhung der BoJ im Juni wahrscheinlich - Board wird zunehmend hawkish
Die Rede von Junko Koeda, Mitglied im Board der Bank of Japan, am Donnerstag sei im Allgemeinen hawkish, da sie die Gründe für eine Zinserhöhung anführe, meint der Volkswirt von Mizuho Securities, Yusuke Matsuo. "Angesichts der anhaltend lockeren monetären Bedingungen und der zunehmenden Wachsamkeit der Mitglieder des BoJ-Boards gegenüber Aufwärtsrisiken für die Preise bleibt eine Zinserhöhung im Juni das wahrscheinlichste Ergebnis", sagt er.
Australische PMI-Daten bestätigen zunehmende Konjunkturabschwächung
Die Geschäftsaktivität in Australien ist im Mai geschrumpft. Die Neuaufträge fielen dabei so stark wie seit September 2021 nicht mehr. Das geht aus den jüngsten vorläufigen PMI-Daten von S&P Global hervor. Der saisonbereinigte S&P Global Flash Australia PMI Composite Output Index für die Gesamtwirtschaft lag im Mai bei 47,8 und fiel damit unter die entscheidende Marke von 50,0, die Wachstum von Kontraktion trennt. Im April hatte der Index noch bei 50,4 gelegen.
Australiens Arbeitsmarkt schwächt sich angesichts steigender Geschäftskosten ab
Der australische Arbeitsmarkt hat sich im April abgeschwächt, da steigende Benzinpreise und der andauernde Nahost-Konflikt das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern belasteten. Die Arbeitslosigkeit stieg im April auf 4,5 Prozent von 4,3 Prozent im März, während die Gesamtbeschäftigung um 18.600 Personen zurückging, wie das australische Statistikamt (Australian Bureau of Statistics) am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten mit einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent gerechnet.
Asiens PMIs signalisieren anhaltenden Druck durch Nahost-Konflikt
Stark steigender Kostendruck belastet die Unternehmen in ganz Asien. Dies geht aus neuen Konjunkturindikatoren hervor, die die sich verschärfenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten unterstreichen. Eine neue Reihe von S&P-Global-Umfragen zeigt, inwieweit diese Belastungen Mitte des zweiten Quartals das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in Australien, Japan und Indien beeinträchtigen.
+++ Konjunkturdaten +++
Schweden Apr Arbeitslosenquote 8,7%
Japan/Maschinenbauaufträge Kern März -9,4% (PROG: -8,6%) gg Vm
Japan/Maschinenbauaufträge Kern März +5,9% gg Vj
DJG/DJN/apo
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May 21, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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