LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in den Unternehmen Großbritanniens hat sich im Mai überraschend stark eingetrübt und deutet auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hin. Belastet wurde die Stimmung durch einen Einbruch im Bereich Dienstleistungen infolge steigender Lebenshaltungskosten. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global fiel im Vergleich zum Vormonat um 4,1 Punkte auf 48,5 Punkte, wie S&P am Donnerstag in London laut einer ersten Schätzung mitteilte.
Die Stimmung ist damit so schlecht wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der Indikator ist zudem unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen. Volkswirte hatten im Schnitt nur einen Rückgang auf 51,6 Punkte erwartet.
Ausschlaggebend war ein Stimmungseinbruch im Dienstleistungssektor. Der entsprechende Unterindikator fiel von zuvor 52,7 Punkte auf nur noch 47,9 Punkte, während ein nur leichter Stimmungsdämpfer erwartet worden war. In der Industrie blieb die Stimmung hingegen unverändert und der Indikator verharrte über der Wachstumsschwelle.
"Die britische Wirtschaft steht vor einem perfekten Sturm", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt von S&P Global. Seiner Einschätzung nach habe die zunehmende politische Unsicherheit die wachsenden Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten noch verschärft. "Unternehmen berichten für den Monat Mai über rückläufige Produktionszahlen, stark anziehende Inflation, Versorgungsengpässe sowie Stellenstreichungen."/jkr/jsl/men
