DJ Bundesbank: Deutsches BIP dürfte im zweiten Quartal stagnieren
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die seit Ende 2025 anhaltende Wachstumsphase der deutschen Wirtschaft könnte nach Aussage der Bundesbank im zweiten Quartal 2026 wegen der Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten enden. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, dürften die kriegsbedingt hohe Inflation und die anhaltende Unsicherheit bremsend wirken.
"Insgesamt dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal daher aus heutiger Sicht in etwa stagnieren. Wie stark der Krieg die Konjunktur belasten wird, hängt jedoch entscheidend von seiner Dauer ab", heißt es in dem Bericht. Das BIP war im ersten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen, im vierten Quartal um 0,2 Prozent und hatte im dritten Quartal stagniert.
Nach Bundesbank-Angaben drücken die gestiegene Inflation und damit einhergehende Kaufkraftverluste den privaten Konsum und damit die konsumnahen Dienstleister. Die Kaufkraftverluste dürften zudem die Nachfrage im Wohnungsbau bremsen. Die hohen Energiepreise und gestiegene Lieferengpässe belasteten die Industrie und den Bau auf der Angebotsseite. Außerdem dürfte die erhöhte Unsicherheit die Industrieproduktion und die Unternehmensinvestitionen dämpfen.
"Die infolge des Krieges gestiegenen Zinsen sind ein weiterer Belastungsfaktor für die privaten Investitionen", heißt es weiter. Allerdings stütze die expansive Fiskalpolitik die Wirtschaftsaktivität wohl zunehmend.
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May 21, 2026 06:00 ET (10:00 GMT)
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