DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank: Deutsches BIP dürfte im zweiten Quartal stagnieren
Die seit Ende 2025 anhaltende Wachstumsphase der deutschen Wirtschaft könnte nach Aussage der Bundesbank im zweiten Quartal 2026 wegen der Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten enden. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, dürften die kriegsbedingt hohe Inflation und die anhaltende Unsicherheit bremsend wirken. "Insgesamt dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal daher aus heutiger Sicht in etwa stagnieren. Wie stark der Krieg die Konjunktur belasten wird, hängt jedoch entscheidend von seiner Dauer ab", heißt es in dem Bericht. Das BIP war im ersten Quartal um 0,3 Prozent gestiegen, im vierten Quartal um 0,2 Prozent und hatte im dritten Quartal stagniert.
S&P Global: Deutsche Wirtschaft schrumpft im Mai
Die deutsche Wirtschaft ist im Mai aufgrund der abgeschwächten Nachfrage und des gestiegenen Inflationsdrucks den zweiten Monat in Folge geschrumpft. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg zwar auf 48,6 von 48,4 Punkten im Vormonat, blieb damit aber unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen stabilen Stand von 48,4 erwartet.
S&P Global: Euroraum-Wirtschaft beschleunigt Talfahrt im Mai
Die Wirtschaft der Eurozone ist im Mai noch tiefer in die Schrumpfungszone abgesackt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 47,5 Zähler von 48,8 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 48,6 Punkte vorhergesagt.
EZB: Euroraum-Leistungsbilanzüberschuss sinkt im März deutlich
Der Leistungsbilanzüberschuss des Euroraums ist im März deutlich gesunken. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) betrug der Aktivsaldo saisonbereinigt 15 (Februar: 26) Milliarden Euro. In der Handelsbilanz ergab sich ein Überschuss von 25 (35) Milliarden Euro, wobei die Exporte auf 236 (244) Milliarden Euro sanken, während die Importe auf 222 (217) Milliarden Euro zulegten.
EU-Kommission senkt Wachstumsprognosen für 2026 und 2027
Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum des Euroraums im laufenden und im kommenden Jahr wegen des Iran-Kriegs gesenkt. Wie aus der aktuellen Frühjahrsprognose hervorgeht, rechnet die Kommission für 2026 nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 0,9 (Herbstprognose: 1,2) Prozent und für 2027 mit 1,2 (1,4) Prozent Wachstum. Für Deutschland werden Wachstumsraten von 0,6 (1,2) und 0,9 (1,2) Prozent prognostiziert, für Frankreich 0,8 (0,9) und 1,1 (1,1) Prozent, für Italien 0,5 (0,8) und 0,6 (0,8) Prozent und für Spanien 2,4 (2,3) und 1,9 (2,0) Prozent.
Ölpreise erholen sich nach Mittwochs-Rutsch - Trump signalisiert Fortschritte bei Iran-Gesprächen
Die Ölpreise erholen sich, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung um mehr als 5,5 Prozent nachgegeben hatten, da die Händler die Entwicklungen bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran genau beobachten. Im frühen europäischen Handel steigt der Preis für Brent-Öl um 1,4 Prozent auf 106,49 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Futures um 1,5 Prozent auf 99,80 US-Dollar pro Barrel zulegen. Präsident Trump sagte, die USA befänden sich in der Endphase der Verhandlungen mit Teheran, aber auch, dass Teheran "einen weiteren schweren Schlag" erleiden könnte, sollte keine Einigung erzielt werden.
Ölmarkt scheint sich trotz Nahost-Konflikts neu auszurichten
Der Ölmarkt scheint sich neu auszurichten, wobei die Preise trotz der Störungen durch den Nahost-Konflikt relativ stabil geblieben sind, wie die Analysten von HSBC Global Investment Research in einer Research Note schreiben. Dies sei auf einen starken Rückgang der chinesischen Käufe, einen Anstieg der US-Exporte und einen ungewöhnlich schnellen Abbau der Lagerbestände und strategischen Reserven zurückzuführen, so die Analysten. Diese Faktoren hätten die unmittelbaren Sorgen um die Verfügbarkeit gemildert, fügen sie hinzu.
Goldpreis fällt - Fed-Protokoll signalisiert Bereitschaft zu Zinserhöhungen
Die Goldpreise fallen, nachdem aus dem Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve hervorgegangen ist, dass die Mehrheit der Vertreter möglichen Zinserhöhungen offen gegenüberstünde, falls der Iran-Krieg die Inflation weiter anheizen sollte. Die Futures in New York geben um 0,4 Prozent auf 4.517,20 US-Dollar je Feinunze nach. "Gold wurde in den letzten Wochen in einer relativ engen Spanne gehandelt und liegt seit Kriegsbeginn Ende Februar weiterhin rund 14 Prozent im Minus", sagen die Analysten von MUFG.
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May 21, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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