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MÄRKTE EUROPA/Nahostkonflikt und drohende Stagflation belasten

DJ MÄRKTE EUROPA/Nahostkonflikt und drohende Stagflation belasten

DOW JONES--Nachdem es an den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag zunächst nach einem freundlichen Handelstag aussah, haben die Indizes zur Mittagszeit ins Minus gedreht. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 24.607 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 0,3 Prozent nach. Einmal mehr waren es die Nachrichten rund um den Nahostkonflikt, die belasteten. Während die Waffenruhe weiter hält, ist ein Ende des Krieges weiter nicht in Sicht.

Für die Stimmungseintrübung um die Mittagszeit sorgte die Nachricht, dass der Iran sein angereichertes Uran im Land behalten will. Das widerspricht einer zentralen Forderung der USA, weshalb die jüngsten Hoffnungen auf einen baldigen Frieden einen Dämpfer erhielten. Die Nachricht sorgte umgehend für wieder steigende Ölpreise, die am Vortag noch stark gefallen waren. Die höheren Ölpreise heizten wiederum Inflationssorgen an.

Bei den Renditen am Anleihemarkt fiel der normalerweise dann zu beobachtende Anstieg der Renditen aber weitgehend aus, nachdem bereits am Vormittag neue Konjunkturdaten überwiegend enttäuschend ausgefallen waren. Der Einkaufsmanager-Sammelindex für den Euroraum fiel den dritten Monat in Folge und deutet weiter auf eine schrumpfende Wirtschaft hin.

Der hohe Ölpreis fordere seinen Tribut, sagte Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer. Der Rückgang der Einkaufsmanagerindizes sei einem recht schwachen zweiten Quartal geschuldet. Gleichzeitig stiegen die Einkaufspreise der Unternehmen, und diese gäben die höheren Kosten teilweise an ihre Kunden weiter. Das berge für die EZB ein Dilemma, denn um die Inflation zu begrenzen, müsste die Zentralbank eigentlich die Leitzinsen erhöhen, was die Konjunktur weiter belasten würde.

Schlusslicht im DAX waren Airbus mit einem Minus von 4,8 Prozent. Im Handel war von Auslieferungsproblemen als Belastungsfaktor zu hören. Laut einem Bericht soll der Flugzeughersteller Kunden über absehbare Auslieferungsverzögerungen beim Modell A350 informiert haben.

Erneut stärker als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen des Chipriesen Nvidia mit Rekordumsätzen und -gewinnen verpufften weitgehend. Der Markt hatte dafür am Mittwoch schon Vorschusslorbeeren vergeben. Der Stoxx-Subindex der Technologieaktien gab um 0,3 Prozent nach. Unter den Chipaktien ging es für ASML um 0,9 Prozent nach oben, für BE Semiconductor um 2,0 Prozent. In Deutschland bewegten sich Infineon kaum, Aixtron gaben um 0,3 Prozent nach, Suss Microtec um 0,6 Prozent.

Verkauft wurden Softwareaktien. Die guten Nvidia-Zahlen heizten Sorgen wieder an, dass der Einsatz von KI die Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen beeinträchtigt. Dazu passte die Meldung, dass das US-Softwareunternehmen Intuit massiv Stellen abbaut, und weiter in KI investiert. Im DAX gaben SAP um 1,6 Prozent nach, im TecDAX Nemetschek ebenfalls und Atoss Software um 1,7 Prozent. In Paris kamen Dassault Systemes um 1,3 Prozent zurück, in London Sage um 0,8 Prozent.

Die Kurse von Rückversicherern standen ebenfalls europaweit unter Druck, nachdem sich die Analysten der UBS vorsichtiger gegenüber dem Sektor positioniert haben. Die starke Ertragskraft zum Jahresstart dürfte im weiteren Jahresverlauf zu noch schwierigeren Vertragserneuerungen führen, so eine Sorge. Für Munich Re ging es um 2,4 Prozent nach unten und für Hannover Rück um 1,6 Prozent. Swiss re büßten in Zürich sogar 3,2 Prozent ein, nachdem die UBS die Aktie zusätzlich auf Verkaufen gestellt hatte.

Assicurazioni Generali verbuchte im ersten Quartal zwar einen Rückgang des Nettogewinns, weil die die Marktvolatilität den Wert der Anlagen des Versicherers belastete, der Betriebsgewinn überstieg die Schätzungen der Analysten aber. Zugleich verzeichnete Generali ein Wachstum der Beitragseinnahmen. Der Kurs stieg um 2,7 Prozent.

BT Group sackten um 5,0 Prozent ab, nachdem der Gewinn im zuende gegangen Geschäftsjahr 2026 weniger stark gestiegen war, als Analysten erwartet hatten. Dazu war der Umsatz rückläufig.

=== 
Index        Schluss Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     5.960       -0,3          3,19 
Stoxx-50       5.159       -0,1          5,01 
DAX         24.607       -0,5          1,01 
FTSE-100 London   10.432        0,1          5,04 
CAC-40 Paris     8.117       -0,4         -0,39 
AEX Amsterdam     1.034        0,1          8,67 
ATHEX-20 Athen    5.629        2,2          5,19 
BEL-20 Brüssel    5.502        0,9          8,34 
BUX Budapest    131.460       -0,6         18,40 
OMXH-25 Helsinki   6.386        0,3         11,96 
OMXC-20 Kopenhagen  1.533        0,2         -4,70 
PSI 20 Lissabon    9.248       -0,2         11,91 
IBEX-35 Madrid    18.052       -0,4          4,30 
FTSE-MIB Mailand   49.182        0,0          9,43 
OBX Oslo       2.003       -0,1         25,38 
PX Prag        2.564        0,3         -4,53 
OMXS-30 Stockholm   3.100        0,5          7,51 
WIG-20 Warschau   133.337       -0,3         14,03 
ATX Wien       5.904        0,1         10,85 
SMI Zürich      13.399        0,4          0,99 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag    Mi, 18:08 
EUR/USD     1,1592  -0,3  -0,0035     1,1627      1,1626 
EUR/JPY     184,49  -0,1  -0,2200     184,71     184,6100 
EUR/CHF     0,9145  -0,1  -0,0005     0,9150      0,9150 
EUR/GBP     0,8646  -0,1  -0,0004      0,865      0,8642 
USD/JPY     159,14  +0,1  0,2300     158,91     158,7800 
GBP/USD     1,3404  -0,2  -0,0027     1,3431      1,3449 
USD/CNY     6,8025  +0,0  0,0020     6,8005      6,8005 
USD/CNH     6,8023  +0,0  0,0012     6,8011      6,8000 
AUS/USD     0,7136  -0,2  -0,0013     0,7149      0,7157 
Bitcoin/USD  77.123,65  -0,7  -556,62    77.680,27    77.448,27 
 
 
ROHOEL     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    100,43  +2,2   2,17      98,26 
Brent/ICE    106,89  +1,8   1,87     105,02 
 
 
Metalle     zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.515,75  -0,6  -27,78    4.543,53 
Silber      75,76  -0,3   -0,22      75,99 
Platin     1.950,35  -0,0   -0,15    1.950,50 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/gos

(END) Dow Jones Newswires

May 21, 2026 12:33 ET (16:33 GMT)

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Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

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