
© Foto: fn Symbolbild
DroneShield liefert gute Quartalszahlen. Der Umsatz verdoppelt, Auftragsbücher voll, 312 aktive Projekte weltweit. Und trotzdem ist der Kurs in den letzten Wochen eher gefallen. Wer nur auf den Chart schaut, könnte schier verzweifeln. Wer aber genauer hinschaut, sieht etwas anderes. Eine Aktie, die möglicherweise kurz vor einer charttechnischen Bodenbildung steht. Bei dieser bestimmten Marke könnte sich ein offenes Gap schließen, und der RSI signalisiert bereits dann ebenfalls eine überverkaufte Lage. Dazu ein Markt, der strukturell boomt, und ein Unternehmen, das technologisch vorne mitspielt. Klingt nach einer riskanten Wette? Vielleicht. Aber es klingt auch nach einer Chance, die man kennen sollte, bevor der Kurs dreht. Wo diese Marke ist, erfahren Sie gleich.
Drohnen abwehren, Märkte bedienen
DroneShield ist ein Zwitterding. Es ist kein klassisches Rüstungsunternehmen, aber auch keine moderne Techschmiede. Das australische Unternehmen hat sich auf etwas sehr Spezielles konzentriert: Systeme, die feindliche Drohnen erkennen, verfolgen und ausschalten. Klingt nach einer Nische, aber die ist es längst nicht mehr. Drohnen spielen in modernen Konflikten mittlerweile eine zentrale Rolle. Und genau dort setzt DroneShield an. Das erste Quartal 2026 brachte gute Zahlen. Der Umsatz sprang um 121 Prozent auf 74,1 Millionen Australische Dollar. Die Kundenzahlungen kletterten auf 77,4 Millionen. Das Unternehmen arbeitet zur Zeit an 312 Projekten, mit einem möglichen Gesamtvolumen von knapp 2,2 Milliarden Australischen Dollar. Man sieht ja weltweit, dass die geopolitischen Spannungen und Kriege die Verteidigungsbudgets weltweit nach oben treiben. Europa rüstet auf, der nahe Osten bleibt unruhig, und Washington pumpt Milliarden in Drohnenabwehrlösungen. Gleichzeitig präsentierte DroneShield auf der SOF Week in Florida neue Systeme, darunter DroneSentry-X und die tragbare DroneGun. Positiv ist ebenfalls, dass der Ausbau der US-Produktionskapazitäten vier Monate früher als geplant verläuft.

Charttechnik
Trotz der starken Geschäftsentwicklung steckt die Aktie per Definition noch in einem Abwärtstrend. Seit Jahresbeginn liegt das Papier im negativen Bereich. Der Kurs notiert an der Börse aktuell bei rund 1,79 Euro, damit eben deutlich unterhalb der beiden wichtigen gleitender Durchschnitte (50er und 200er). Charttechnisch gibt es aber einen konkreten Bereich, den Anleger im Blick behalten sollten: rund 1,60 Euro. Dort liegt ein offenes Gap, das noch nicht geschlossen wurde. Gaps tendieren dazu, irgendwann gefüllt zu werden, und genau in diesem Bereich könnte die Aktie einen tragfähigen Boden finden. Der RSI ist bereits jetzt knapp oberhalb der 30er Marke. Fällt die Aktie in Richtung 1,60 Euro, so dürfte dieser um die 30 oder knapp darunter liegen und damit eine überverkaufte Situation andeuten. Historisch gilt ein RSI unter 30 als Zeichen, dass eine Gegenbewegung nicht mehr fern ist. Wenn die Bodenbildung bei 1,60 Euro gelingt, ergibt sich rechnerisch eine interessante Perspektive. Kursziele von 3 Euro, und damit eine Annäherung an frühere Hochs, liegen im Bereich einer möglichen Spekulation. Das wäre, verglichen mit der Einstiegszone, nahezu eine Verdoppelung. Analysten sehen im Schnitt Kursziele deutlich oberhalb des aktuellen Niveaus und stufen die Aktie mehrheitlich als Kauf ein.
Was tun?
Die laufende Untersuchung der australischen Aufsichtsbehörde ASIC rund um einen im November 2025 falsch eingeordneten Auftrag über 7,6 Millionen hängt schon länger wie ein Damoklesschwert über dem Kurs. Hinzu kommt, dass DroneShield seit Mai 2026 nicht mehr zur quartalsweisen Veröffentlichung bestimmter Berichte verpflichtet ist, was manche Anleger verunsichert. Das Bewertungsniveau ist mit einem KGV im hohen dreistelligen Bereich sportlich, und die Volatilität ist enorm hoch. Auf der anderen Seite stehen fundamentale Daten, die man nicht einfach ignorieren kann. Ein Umsatzsprung von 121 Prozent, eine nahezu schuldenfreie Bilanz, 312 aktive Projekte und ein Markt, der strukturell wächst. Für 2027 rechnen Analysten mit einem Nettoergebnis von fast 75 Millionen Australischen Dollar. Die charttechnische Zone um 1,60 Euro könnte sich als attraktiver Einstiegspunkt erweisen, mit dem Potenzial einer Kursverdoppelung in Richtung alter Hochs. Wer etwas mehr Sicherheit sucht, sollte dagegen die weitere Entwicklung rund um die ASIC-Untersuchung abwarten, bevor er handelt. Dann könnte aber auch der Kurs schon woanders stehen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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