Die Risikoprämie für US-Aktien ist auf einen historischen Extremwert gefallen: Die Differenz zwischen Aktienrendite und risikolosem Zins liegt nahe null. An 99% aller Handelstage seit der Dotcom-Blase war sie höher. Was Anleger daraus ableiten können. Nvidia hat am Mittwochabend (20.5.) überzeugende Zahlen und einen optimistischen Ausblick geliefert. Der weltweit größte Chip-Hersteller ist mittlerweile der Inbegriff der KI-Fantasie und mit 9% der Marktkapitalisierung des S&P 500 auch deren Taktgeber. Der Optimismus rund um künstliche Intelligenz treibt die Bewertungen des Gesamtmarkts auf ein Niveau, das für Anleger zunehmend unattraktiv wird. Denn steigende Multiples drücken die Gewinnrenditen nach unten. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Anleihen wieder zur ernst zu nehmenden Konkurrenz werden. So werfen zehnjährige US-Staatsanleihen wegen der wieder aufgeflammten Inflationssorgen mit 4,6% inzwischen so viel Rendite ab wie zuletzt im Januar 2025. Normalerweise wären steigende Renditen Gift für Aktienbewertungen. Doch das KI-Narrativ treibt die Multiples weiter nach oben und die Gewinnrenditen entsprechend nach unten. Die Gewinnrendite entspricht dem Kehrwert des KGV; steigt das Multiple, sinkt die Gewinnrendite und umgekehrt. Die Folge: Die Risikoprämie des S&P 500, also die Differenz zwischen der Gewinnrendite des Index und der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, ist inzwischen auf ...Den vollständigen Artikel lesen ...
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