DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Exporte stützen deutsches Wachstum im 1Q - Privatkonsum stagniert
Deutschlands Wirtschaftswachstum ist im ersten Quartal 2026 von einem kräftigen Anstieg der Exporte gestützt worden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in zweiter Veröffentlichung mitteilte, stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent, womit das Ergebnis der ersten Veröffentlichung wie erwartet bestätigt wurde. Im vierten Quartal 2025 war das BIP auf Quartalssicht nach revidierten Angaben um 0,2 Prozent gestiegen.
Dunkle Wolken über der deutschen Wirtschaft
Thomas Gitzel, der liechtensteinischen VP Bank, sieht wegen der anhaltenden faktischen Schließung der Straße von Hormus trotz des Wachstums im ersten Quartal "dunkle Wolken" über der deutschen Wirtschaft. "Die Unternehmen berichten von massiv steigenden Einkaufspreisen, was auf Sicht der kommenden Monate auf Zweitrundeneffekte hindeutet. Gleichzeitig sind viele Firmen verunsichert, weshalb auch im zweiten Quartal mit keinem nennenswerten Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen auszugehen ist", schreibt er in einem Kommentar. Bereits die rückläufigen Ausrüstungsinvestitionen im ersten Quartal seien bedenklich.
NIM: Sinkflug beim deutschen Konsumklima gestoppt
Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich nach den jüngsten Einbrüchen vorerst stabilisiert. Der vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelte Indikator zum Konsumklima prognostiziert für Juni nach einem moderaten Anstieg um 3,3 Zähler einen Wert von minus 29,3 Punkten (Vormonat revidiert: minus 33,1 Punkte). Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten dagegen einen Rückgang auf minus 34,0 Zähler erwartet. Trotz der leichten Erholung verharrt die Verbraucherstimmung jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe sinkt im März
Der Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe ist im März saison- und kalenderbereinigt um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, nahm der Auftragseingang im Vormonatsvergleich im Hochbau um 9,2 Prozent zu und im Tiefbau um 10,7 Prozent ab.
Britische Verbraucherstimmung hellt sich leicht auf, verharrt aber im Tief des Iran-Kriegs
Die Verbraucherstimmung in Großbritannien hat sich in diesem Monat zwar leicht aufgehellt, verharrt aber in der Nähe eines Zweieinhalbjahrestiefs. Belastet wird sie von den Auswirkungen des Ende Februar ausgebrochenen Iran-Krieges. Wie das Marktforschungsinstitut GfK mitteilte, ist sein am Freitag zusammen mit dem Nuremberg Institute for Market Decisions veröffentlichtes Barometer im Mai um zwei Punkte auf minus 23 gestiegen.
Inflation in Japan verlangsamt sich - Zinserhöhung wegen Nahost-Risiken bleibt aber auf dem Tisch
Die Verbraucherinflation in Japan hat sich im April abgeschwächt. Dies dürfte die Erwartungen an eine Zinserhöhung jedoch kaum dämpfen, da die politischen Entscheidungsträger zunehmend über den durch den Nahostkonflikt ausgelösten Preisdruck besorgt sind. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent und verzeichneten damit den langsamsten Anstieg seit März 2022, wie Regierungsdaten am Freitag zeigten. Das war weniger als der im März verzeichnete Anstieg von 1,8 Prozent und die vom Datenanbieter Quick erstellte Prognose von 1,7 Prozent.
Japans Inflation könnte bis Jahresende auf fast 3 Prozent steigen
Die Inflation in Japan könnte im Sommer wieder über 2 Prozent steigen und sich bis zum Jahresende möglicherweise auf fast 3 Prozent beschleunigen, wenn die Spannungen im Nahen Osten anhalten, meint der Ökonom Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute. "Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte den Anstieg der Ölpreise und die Beschaffungsschwierigkeiten verstärken und potenziell eine breite Palette negativer Auswirkungen auslösen, einschließlich Preiserhöhungen für erdölbasierte Produkte wie Kunststoffe, steigender Lebensmittelproduktionskosten aufgrund von Düngemittelknappheit und erhöhter Logistikkosten," sagt er.
Auswirkungen von Angebotsschock könnten sich in Japans Juni-Verbraucherpreisen zeigen
Der durch die Spannungen im Nahen Osten verursachte Angebotsschock könnte sich bereits im Juni in den japanischen Verbraucherpreisen bemerkbar machen, meint Kento Minami, Volkswirt bei Daiwa Securities. Die Auswirkungen des geopolitischen Risikos haben sich in den Daten für April noch nicht niedergeschlagen, was zum Teil auf staatliche Energiesubventionen zurückzuführen ist. Die Verbraucherinflation, ohne die volatilen Preise für frische Lebensmittel, ist im April gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen und damit langsamer als der Anstieg von 1,8 Prozent im März.
Japanische Inflationsdaten dürften BOJ nicht von Straffung abhalten
Die Inflation in Japan hat sich im vergangenen Monat unerwartet verlangsamt, aber die Zentralbank dürfte die Zinsen im Juni dennoch anheben, meint Min Joo Kang von ING. Die Abkühlung im April sei hauptsächlich auf staatliche Maßnahmen wie Energiesubventionen sowie auf niedrigere Lebensmittelpreise nach der hohen Basis des Vorjahres zurückzuführen, schreibt die Volkswirtin. Auch wenn die schwächeren Verbraucherpreise die Entscheidung der Bank of Japan im nächsten Monat erschweren könnten, weist ING darauf hin, dass sich die Währungshüter auf die Inflation ohne institutionelle Faktoren konzentrieren.
Märkte im Spannungsfeld von Hoffnung auf US-Iran-Deal - Risiken vor langem Wochenende
Die Märkte seien zwischen den Hoffnungen auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran und den Risiken des langen Wochenendes gefangen, schreibt Christopher Wong von OCBC Group Research in einem Kommentar. "Niedrigere Ölpreise und ein leichter Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen haben geholfen, den defensiven Ton zu mildern, aber die Anleger bleiben skeptisch gegenüber einer zu optimistischen Einpreisung eines US-Iran-Abkommens, bevor es eine Bestätigung gibt", so der Devisenstratege. Da sowohl in den USA als auch in Großbritannien am Montag Feiertag sei, gebe es auch "weniger Appetit, vor dem langen Wochenende aggressiv Risiken einzugehen", meint Wong.
Trump will 5.000 Soldaten zusätzlich nach Polen schicken
Präsident Donald Trump kündigte die Entsendung von zusätzlichen 5.000 Soldaten nach Polen an - ein Schritt, der einen Verbündeten beruhigen soll, aber zugleich an den Bemühungen des Weißen Hauses nichts ändert, die amerikanische Militärpräsenz in Europa zu verringern. "Basierend auf der erfolgreichen Wahl des jetzigen Präsidenten von Polen, Karol Nawrocki", schrieb Trump in einem Beitrag in den sozialen Medien, "freue ich mich, bekannt zu geben, dass die Vereinigten Staaten weitere 5.000 Soldaten nach Polen entsenden werden."
Trump verschiebt Unterzeichnung von KI-Erlass
Ein Erlass im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), der der US-Regierung mehr Aufsicht über die Branche verschafft hätte, kommt zunächst nicht. Präsident Donald Trump hat die Unterzeichnung verschoben. Er sagte, er wolle keine Maßnahmen ergreifen, die die USA im KI-Wettlauf bremsen würden. Wenige Stunden vor der geplanten Unterzeichnung, an der Manager der Branche teilnehmen sollten, sagte Trump zu Reportern im Oval Office, dass der Erlass KI-Unternehmen aufgefordert hätte, der Bundesregierung Vorabversionen von Modellen vorzulegen. Ein solcher Schritt würde die USA in ihrem Wettbewerb mit China zurückwerfen, den die USA nach Ansicht von KI-Analysten derzeit gewinnen, sagte er.
+++ Konjunkturdaten +++
Frankreich/Geschäftsklima Mai 102 (Apr: 100)
Frankreich/Geschäftsklima Mai PROGNOSE: 100
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May 22, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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