DJ Herber Rückschlag beim Wohnungsbau in Deutschland
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Der Wohnungsbau in Deutschland hat im Jahr 2025 einen herben Rückschlag erlitten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden im vergangenen Jahr lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 18,0 Prozent (minus 45.400 Wohnungen) im Vergleich zum Vorjahr. Damit sanken die Zahlen im zweiten Jahr in Folge deutlich und erreichen den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2012.
Besonders stark betroffen war der klassische Wohnungsneubau, wo die Fertigstellungen um ein Fünftel auf 172.600 Wohnungen zurückgingen. Dabei verzeichneten private Bauherren mit einem Minus von fast 24 Prozent den deutlichsten Einbruch, was sich vor allem in weniger Ein- und Zweifamilienhäusern widerspiegelt. Aber auch der Bau von Mehrfamilienhäusern brach spürbar ein. Regional zeigte sich zudem ein starkes Gefälle: In Ostdeutschland ging die Zahl neuer Wohnungen prozentual mehr als doppelt so stark zurück wie im Westen.
Neben den sinkenden Fertigstellungszahlen setzte sich auch der Trend zu kleineren Wohnungen fort. Eine im Jahr 2025 fertiggestellte Neubauwohnung war im Schnitt nur noch 95,2 Quadratmeter groß. Gleichzeitig mussten sich Bauherren auf immer längere Wartezeiten einstellen: Die durchschnittliche Dauer von der Genehmigung bis zur Fertigstellung hat sich auf 27 Monate verlängert - im Jahr 2020 waren es im Schnitt noch 20 Monate.
Ein Hoffnungsschimmer zeigte sich zwar bei den Baugenehmigungen, die um 10,6 Prozent auf rund 238.000 stiegen, wodurch der Bauüberhang auf hohem Niveau blieb. Allerdings gab es ein Alarmsignal: Im Jahr 2025 erloschen mit 35.700 Baugenehmigungen so viele Genehmigungen wie seit über 20 Jahren nicht mehr, da viele Projekte offenbar nicht mehr weiterverfolgt wurden. Parallel dazu sank auch die Bauaktivität bei Nichtwohngebäuden wie Fabriken oder Büros erneut.
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May 22, 2026 03:49 ET (07:49 GMT)
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