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MÄRKTE EUROPA/Anleger setzen auf Entspannung im Nahost-Konflikt

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger setzen auf Entspannung im Nahost-Konflikt

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte sind am Freitag im Plus gestartet. Nach dem kleinen Rücksetzer am Vortag legt der DAX um 0,4 Prozent auf 24.713 Punkte zu, der Euro-Stoxx-50 wird 0,6 Prozent höher gehandelt. Anleger gehen mit den Schlagzeilen aus dem Nahostkonflikt stärker ins Risiko, positiv werden die jüngsten Entwicklungen bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran interpretiert. Laut US-Außenminister Marco Rubio reisten pakistanische Vermittler in den Iran.

"Allerdings liegen beide Länder bei der Frage nach dem angereicherten Uran weiterhin weit auseinander", gibt Marktstratege Thomas Altmann von QC Partners zu bedenken. Auch die vom Iran beabsichtigten Zölle für die Straße von Hormus könnten für komplizierte Diskussionen sorgen. Deshalb werde die Hoffnung auf Frieden aktuell an den Börsen nur sehr vorsichtig gekauft. Die Entwicklung ist weiterhin fragil und das Pendel der Risikostimmung kann je nach Nachrichtenlage in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Wohlwollend zur Kenntnis genommen wird der Ifo-Index aus Deutschland, auch wenn er keine erkennbaren Akzente am Markt setzt. Das Geschäftsklima hat sich im Mai wider Erwarten etwas aufgehellt.

Derweil geht die Dividendensaison weiter. Zum Wochenschluss werden unter anderem die Aktien von Fresenius Medical Care, Hugo Boss, Lanxess, Nemetschek, United Internet und Vonovia ex Dividende gehandelt. Am US-Anleihemarkt wird wegen des "Memorial Day"-Feiertags am Montag nur verkürzt gehandelt. Am Montag bleiben die Börsen unter anderem in Kopenhagen, London, Oslo, Zürich und New York geschlossen, in Frankfurt findet der Handel wie gewohnt statt.

Analysten liefern die Impulse - DHL top

Die Analysten der Deutschen Bank haben die Aktie der DHL Group (+3,5%) auf "Kaufen" hochgenommen und das Kursziel auf 56 Euro gesetzt. Der Logistiker sei angesichts des derzeit unsicheren makroökonomischen und geopolitischen Umfelds gut positioniert. Das Unternehmen profitiere von Selbsthilfemaßnahmen, einschließlich erwarteter Einsparungen von 1 Milliarde Euro aus seinem "fit-for-growth"-Programm. Lanxess verlieren dagegen 2,5 Prozent, nachdem Goldman Sachs den Wert auf "Verkaufen" gesenkt hat.

Der Sektor der Technologiewerte legt mit den guten Vorgaben europaweit um 1,7 Prozent zu, gegen den Trend verlieret der Sektor der Öl- und Gaswerte. Für die Aktie von Puig geht es im frühen Handel um 14 Prozent nach unten, nachdem Estee Lauder und Puig Brands bekannt gegeben haben, dass sie die Gespräche über einen potenziellen Zusammenschluss beendet haben. Damit enden monatelange Spekulationen darüber, ob die beiden Unternehmen fusionieren und einen der größten Kosmetikkonzerne der Welt schaffen.

Aus der Schweiz berichtete am Morgen Julius Bär. Die Kundenaktivität hat sich nach einem starken Jahresauftakt im April merklich abgeschwächt. Die Bank erwartet nicht, dass das hohe Niveau in den kommenden Monaten anhalten werde. Der Ausblick belastet, die Aktie verliert 8 Prozent.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      5.997,29  +0,6   36,97    5.960,32    3,6 
Stoxx-50        5.187,21  +0,6   28,30    5.158,91    5,5 
DAX          24.713,22  +0,4   106,45    24.606,77    0,9 
MDAX          31.981,40  +0,6   174,30    27.039,42    4,5 
TecDAX         4.002,48  +1,1   43,68    3.091,28    10,5 
SDAX          18.646,91  +0,8   142,93    13.062,07    8,6 
FTSE          10.479,23  +0,3   35,76    10.443,47    5,5 
CAC           8.108,96  +0,3   22,96    8.086,00    -0,5 
SMI          13.492,98  +0,4   46,55    13.446,43    1,7 
ATX           5.960,17  +0,8   49,75    5.910,42    11,9 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:08 
EUR/USD          1,1607  -0,1  -0,0011     1,1618   1,1626 
EUR/JPY          184,68  +0,0   0,0100     184,67  184,6100 
EUR/CHF          0,9124  -0,2  -0,0014     0,9138   0,9150 
EUR/GBP          0,8644  -0,1  -0,0004     0,8648   0,8642 
USD/JPY          159,09  +0,1   0,1300     158,96  158,7800 
GBP/USD          1,3427  -0,0  -0,0002     1,3429   1,3449 
USD/CNY          6,7949  -0,1  -0,0076     6,8025   6,8005 
USD/CNH          6,7972  -0,0  -0,0024     6,7996   6,8000 
AUS/USD          0,7133  -0,2  -0,0014     0,7147   0,7157 
Bitcoin/USD      77.357,78  -0,4  -288,55    77.646,33 77.448,27 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         98,59  +2,3    2,24      96,35 
Brent/ICE         105,25  +2,6    2,67     102,58 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.528,79  -0,3   -12,71    4.541,50 
Silber           76,05  -0,8   -0,65      76,70 
Platin         1.944,60  -1,1   -21,31    1.965,91 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 22, 2026 04:12 ET (08:12 GMT)

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Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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