ERFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Im wochenlangen Streit um eine Einigungsstelle für das von Schließung bedrohte Zalando -Logistikzentrum in Erfurt ist ein Durchbruch erzielt worden. Es sei mit dem Betriebsrat ein Vergleich geschlossen worden, teilte das Unternehmen auf Anfrage in Berlin mit. Er beende das laufende gerichtliche Verfahren. Damit könnten bereits in der kommenden Woche Verhandlungen beginnen. Den Beteiligten bleibe damit eine weitere gerichtliche Auseinandersetzung erspart, sagte Unternehmenssprecher Christian Schmidt.
Eigentlich sollte über die Einigungsstelle am 3. Juni vor dem Landesarbeitsgericht verhandelt werden. Der Betriebsrat ist für eine Stellungnahme angefragt.
Nach Angaben des Zalando-Sprechers sieht der Vergleich auch vor, dass zunächst außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt werde. Sollte bis zum 20. Juni keine Einigung erfolgen, würde am 23. Juni die Einigungsstelle eingesetzt. Laut Schmidt gibt es nun einen verbindlichen zeitlichen Fahrplan für die Gespräche. Ziel sei, die Phase der Unsicherheit für die Belegschaft so kurz wie möglich zu halten.
Bei der Einigungsstelle ging es um einen Kompromiss zu einem Interessenausgleich und Sozialplan. Das Arbeitsgericht hatte ihre Einsetzung entschieden, der Betriebsrat rief das Landesarbeitsgericht an. Das Arbeitsrecht sieht Einigungsstellen als Schlichtungsinstanz in Unternehmen vor, wenn sich Betriebsrat und Arbeitgeber in wichtigen Fragen nicht verständigen können.
Zalando will das Logistikzentrum, mit dem der Online-Modehändler groß geworden ist, im September schließen. Damit würden rund 2.700 Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn./rot/DP/zb




