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Jörg Schulte
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Kommt einem bekannt vor...: Wochenrückblick KW 21-2026: Das bekannte Muster - Öl und Inflation gegen KI und Frieden!

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Es fühlt sich inzwischen an wie ein Endlos-Loop: Renditen steigen, Aktien wackeln. Hoffnung auf Entspannung, Relief-Rallye. Genau so lief auch die abgelaufene Handelswoche.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zunächst drückten Inflationsängste und anziehende Anleiherenditen auf die Märkte, ehe eine spürbare Gegenbewegung einsetzte, gestützt durch etwas niedrigere Ölpreise und die Hoffnung, dass sich die Lage im Nahen Osten doch schneller beruhigen könnte. Die Märkte wirken dabei fast trotzig: Die Unsicherheiten häufen sich, aber die Indizes halten sich.

Quelle: WallstreetOnline.de

"The market climbs a wall of worry" - selten war dieser Satz treffender.

Marktgeschehen: Indizes stabil - aber nicht jeder Titel!

Wichtig ist die Differenzierung: Die großen Indizes sehen robust aus, doch unter der Oberfläche ist das Bild deutlich unruhiger. Viele Einzelwerte werden gnadenlos abgestraft, während Geld in wenige, bevorzugte Segmente fließt - vor allem in AI-nahe Technologie. Wer jetzt breit "Index" kauft, ist nicht automatisch auf der sicheren Seite. Selektivität bleibt Pflicht.

Der Konfliktfaktor bleibt Hormus. Solange die Straße von Hormus nicht verlässlich offen ist, hängt wie ein Damoklesschwert über dem Markt die Gefahr, dass ein längerer Engpass nicht nur Ölpreise oben hält, sondern auch Lieferketten stört - mit Folgen, die Monate nachwirken können. Wenn sich eine solche Blockade in den Sommer zieht, wäre das ein Rezept für Inflationsschub + Wachstumsschaden zugleich.

Zinsen & Notenbanken: Die neue Fed startet mit Gegenwind!

Der neue Fed-Chair steht vor einem unschönen Start: Langfristige Renditen sind in den letzten Wochen stark gestiegen, und einige Zentralbanken denken inzwischen weniger über Lockerung nach, sondern eher über die Option, noch vor Jahresende wieder straffer zu werden. Der Markt erwartet in dieser Gemengelage eine "Wahrheitsphase". viele rechnen mit einer klareren Weichenstellung Mitte Juni.

Die Gemengelage ist paradox: Auf der einen Seite die Hoffnung auf Frieden (und damit fallende Energiepreise), auf der anderen Seite die reale Gefahr einer Öl- und Inflationskrise, die Zinssenkungen verhindert.

Rohstoffe: Gold schwächer, Silber geht runter und Kupfer wartet ab!

Auch bei Rohstoffen spiegelte sich das Muster wider, allerdings mit einem wichtigen Twist: Gold spielte nicht den klassischen Fluchtwert, sondern gab die zweite Woche in Folge nach und notiert um die 4.520,- USD/oz.

Quelle: MinerDeck auf X

Der Grund ist simpel: Brent bleibt über 100,- USD, damit steigt die Angst vor hartnäckiger Inflationund damit auch der Glaube, dass die Fed länger hoch bleibt. Märkte preisen inzwischen rund 40% Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Dezember ein. Hohe Zinsen sind Gegenwind für Gold, weil das Metall keinen laufenden Ertrag liefert. Zusätzlich stützt das den US-Dollar, der auf ein Sechs-Wochen-Hoch stieg, und ein stärkerer Dollar macht Gold außerhalb des Dollarraums teurer. Silber rutschte auf 75,80 USD/oz und lief damit klar mit den Edelmetallen abwärts.

Kupfer hingegen blieb vergleichsweise ruhig und schloss stabil bei 13.515,- USD/t. Händler bleiben vorsichtig und reduzieren Exposure, solange unklar ist, wie die Gespräche zwischen den USA und Iran verlaufen.

Fazit: Zwei Kräfte im Clinch - und der Markt glaubt an den Ausweg!

Das Wochenmuster bleibt vertraut: Öl & Inflation auf der einen Seite, Friedenshoffnung & KI-Fantasie auf der anderen. Die Indizes halten sich, weil Anleger weiter daran glauben, dass es zu einer kurzfristigen Lösung kommt - und weil KI-Titel immer noch als "sichere Wachstumsschiene" gelten. Aber solange Hormus ein Risiko bleibt, ist das keine Rallye im Autopilot.

Ausblick: Dünner Kalender, aber wichtige Signale!

Nächste Woche ist der Terminplan relativ überschaubar, was die Reaktion auf wenige Datenpunkte umso stärker machen kann. Im Fokus stehen Quartalszahlen von Marvell, Salesforce und Dell (alle mehr oder weniger KI-nah). Makroseitig sind am Donnerstag die zweite Schätzung des US-BIP für Q1 sowie die "Core-PCE-Inflation' für April wichtig. In Europa richten sich die Blicke am Freitag auf die ersten Mai-Inflationsschätzungen für Deutschland und Frankreich.

Hinweis zum Handel: Montag ist in mehreren Ländern Feiertag (u. a. USA, UK, Schweiz). Euronext bleibt geöffnet, was zu dünner Liquidität und damit größeren Ausschlägen führen kann. Weitere interessante Informationen lesen Sie gerne in unserem folgenden Wochenrückblick.

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Viele Grüße,

Ihr

Jörg Schulte

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,

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Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.

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