
© Foto: fn Symbolbild
Monatelang war TeamViewer an der Börse ein rotes Tuch, der Kurs stürzte ab, die Stimmung war trüb, und kaum jemand wollte das Papier kaufen, doch dann kam die Wende. Innerhalb weniger Wochen legte die Aktie deutlich zu und kletterte auf den höchsten Stand seit Monaten. Was steckt dahinter? Überraschend starke Quartalszahlen, ein wachsendes Großkundengeschäft und eine operative Marge, die selbst Zweifler zum Staunen und vielleicht auch zum Umdenken bringt. Dazu kommt noch Rückenwind vom gesamten Softwaremarkt, und auch Nvidia und Co. lieferten. Davon profitiert der ganze "Rattenschwanz" an Aktien hintendran. Jetzt steht TeamViewer vor einer entscheidenden charttechnischen Hürde. Gelingt der Ausbruch, könnte die Rally erst richtig Fahrt aufnehmen. Wir erzählen Ihnen jetzt, worauf es ankommt.
Starke Zahlen - das Fundament stimmt
Was viele noch nicht auf dem Radar haben ist, dass TeamViewer operativ deutlich besser aufgestellt ist, als der Börsenkurs lange vermuten ließ. Im ersten Quartal 2026 stieg der Gewinn je Aktie auf 0,22 Euro. Zuvor im Jahr waren es 0,19 Euro. Der Umsatz kletterte auf 183 Millionen Euro. Das Enterprise-Segment, also das Geschäft mit Großkunden, wuchs bereinigt sogar um 11 Prozent. Die operative Marge liegt bei satten 45 Prozent. Für eine Softwarefirma mit stabilen, wiederkehrenden Einnahmen ist ein KGV von knapp 8 schlicht ein Schnäppchen. Kein Wunder, dass immer mehr Investoren das Papier entdecken. Goldman Sachs hob das Kursziel zuletzt auf 5,50 Euro an. Der Markt ließ sich davon nicht bremsen, die Aktie überflog das Ziel. Analysten wie DZ Bank und RBC sehen noch deutlich mehr Luft nach oben und empfehlen den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei über 8 Euro.

Charttechnik
Charttechnisch hat sich das Bild bei TeamViewer gebessert. Vom April-Tief bei etwas über 4 Euro, genauer gesagt 4,09 Euro, hat sich die Aktie beeindruckend erholt. Der Kurs notiert nun klar über dem 50er SMA, das ist ein erstes positives Zeichen. Die entscheidende Hürde wartet jetzt aber beim 200er SMA, die bei rund 6,33 Euro verläuft. Schafft TeamViewer einen nachhaltigen Ausbruch darüber, wäre der Weg in Richtung 8 Euro technisch frei. Das wäre dann mehr als ein Aufflackern, das wäre dann der ersehnte Trendwechsel. Kurzfristig ist der RSI mit 60 leicht erhöht, was künftig auf eine kleine Verschnaufpause hindeuten kann. Noch ist aber Platz nach oben. Wer auf einen Rücksetzer wartet, bekommt vielleicht nochmal eine zweite Chance.
Was tun?
TeamViewer ist kein heißer Zock, sondern ein solides Softwareunternehmen mit echtem Wert. Die Quartalszahlen zeigen, dass das Unternehmen Geld verdient, seine Gewinne steigert und das Geschäft mit Großkunden konsequent ausbaut. Die Bewertung ist für die Branche ungewöhnlich niedrig. Charttechnisch fehlt nur noch der Sprung über den 200er-SMA, um das nächste Kursziel bei rund 8 Euro anzupeilen. Wer langfristig denkt und einen möglichen Rücksetzer als Einstiegschance nutzt, findet hier eine interessante Situation. Das Risiko bleibt dennoch. Die Integration der 1E-Übernahme läuft noch, und das Kleinkundengeschäft braucht Zeit. Aber die Richtung stimmt. Mutige Anleger schauen jetzt genauer hin.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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