DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Lane: Märkte orientieren sich ebenso wie EZB am Ölpreis
Die Finanzmärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) nach Aussage von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane anhand der Ölpreisentwicklung. "Ich denke, die Markterwartungen bezüglich künftiger Leitzinsen reagieren sehr sensibel auf den Ölpreis. Beide bewegen sich im Gleichschritt, ohne dass es dafür expliziter Signale unsererseits bedarf", sagte Lane der Nachrichtenagentur Nikkei. Die Marktteilnehmer sähen denselben Schock wie die EZB. "Ich glaube nicht, dass der Markt im Moment eine zusätzliche Guidance von uns benötigt", fügte Lane hinzu.
Schnabel: EZB-Zinserhöhung im Juni aus heutiger Sicht angemessen
EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat sich für eine Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni ausgesprochen, hält aber eine Festlegung auf weitere Zinsschritte für verfrüht. "Aus heutiger Sicht wäre eine Zinserhöhung im Juni angemessen", sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. Schnabel zufolge notieren die Öl-Futures inzwischen oberhalb des im adversen Szenario unterstellten Niveaus. "Unsere Hoffnung, dass sich der Konflikt schnell lösen lassen wird, hat sich nicht erfüllt. Der Schock ist viel dauerhafter. In dieser Hinsicht bewegen wir uns schon jenseits des adversen Szenarios", sagte sie.
SocGen rechnet mit EZB-Zinserhöhung im Juni
Volkswirte von Societe Generale rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni eine Anhebung ihres Leitzinses um 25 Basispunkte beschließen wird. "Die nationalen Daten dürften darauf hindeuten, dass die (Euroraum-)Inflation im Mai auf 3,3 Prozent steigt. Das sollte an einer Zinserhöhung im Juni wenig Zweifel lassen", schreiben sie in einem Kommentar. Preisdaten aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien werden am Freitag veröffentlicht, Daten aus dem Euroraum kommen in der Folgewoche.
Teheran hält trotz US-Angriffs an Diplomatie fest
Teherans Chefunterhändler Mohammad-Bagher Ghalibaf ist trotz eines US-Angriffs auf iranische Streitkräfte für einen zweiten Verhandlungstag in Katar geblieben, um über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu beraten, wie Vertreter des Iran und arabische Vermittler mitteilten. Ghalibaf sei am Montag in Katar eingetroffen, um Knackpunkte eines Friedensplans zu klären, darunter die Forderung des Iran nach Freigabe seiner eingefrorenen Gelder und Einzelheiten zur Wiederöffnung der Straße von Hormus, sagten die Regierungsbeamten. Wenige Stunden später teilte das US-Zentralkommando mit, es habe iranische Schnellboote angegriffen, die angeblich Minen gelegt hatten. Die Beamten sagten, der Iran habe die Bekanntgabe, dass mehrere Mitglieder des Korps der Islamischen Revolutionsgarden bei dem Angriff getötet worden seien, hinausgezögert, um die Verhandlungen nicht zu gefährden.
Khamenei fordert neue Ordnung im Nahen Osten
Der oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, hat in einer Stellungnahme anlässlich der Hadsch-Pilgerfahrt nach Mekka erklärt, die USA würden im Nahen Osten keinen "sicheren Hafen mehr für ihre Machenschaften und für die Errichtung von Militärstützpunkten" haben. Die USA unterhalten Dutzende von Stützpunkten oder Einrichtungen mit amerikanischer Präsenz im Nahen Osten, von denen einige während des Krieges mit dem Iran angegriffen wurden. Khamenei, der seit Kriegsbeginn weder in der Öffentlichkeit gesehen noch gehört wurde, fügte hinzu, dass muslimische Länder "nicht länger als Schutzschild für US-Stützpunkte dienen" würden, und forderte sie auf, eine neue Weltordnung zu gestalten, die auf ihren "gemeinsamen Fähigkeiten und gemeinsamen Interessen" basiere, wie aus der von den iranischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung hervorgeht.
Iran kündigt Reaktion auf US-Angriffe an
Die Islamischen Revolutionsgarden des Iran haben geschworen, auf Verletzungen des Waffenstillstands zwischen dem Iran und den USA mit Vergeltung zu reagieren. Die Garde teilte mit, sie betrachte "das Recht auf eine wechselseitige Reaktion als legitim und definitiv". Die Drohung erfolgte, nachdem die USA zwei Schiffe der paramilitärischen Gruppe angegriffen hatten. Diese haben nach US-Angaben versucht, Minen in der Straße von Hormus zu verlegen. Auf den darauffolgenden Beschuss von US-Flugzeugen reagierten die USA mit Angriffen auf Raketenabschussrampen im iranischen Bandar Abbas.
USA und Indien vereinbaren Vertiefung der Partnerschaft bei kritischen Mineralien und Seltenen Erden
Die USA haben mit Indien ein Abkommen über Seltene Erden und strategische Mineralien unterzeichnet. Damit soll die Zusammenarbeit bei den Materialien vertieft werden, die alles von Autos bis hin zur Künstlichen Intelligenz (KI) antreiben. US-Außenminister Marco Rubio habe das Rahmenabkommen während eines Besuchs in Indien unterzeichnet und es als "greifbares Beispiel" für die Partnerschaft zwischen den beiden Seiten bezeichnet.
DJG/DJN/apo
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May 26, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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