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Dow Jones News
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MÄRKTE EUROPA/Leichter nach Hormus-Scharmützeln - Ferrari unter Druck

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter nach Hormus-Scharmützeln - Ferrari unter Druck

DOW JONES--Mit Abgaben sind die europäischen Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel gegangen. Nach der Euphorie des Vortages wurden die Gewinne konsolidiert und die Hoffnungen rund um den Iran-Krieg etwas nüchterner betrachtet. Dazu bremste am Nachmittag eine Verschärfung im Tonfall zwischen beiden Kriegsparteien. Der DAX gab um 0,8 Prozent nach auf 25.185 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,2 Prozent auf 6.064 Punkte.

Händler ordneten dies aber als noch nicht besorgniserregend ein. Nach dem langen Pfingstwochenende hätten die Börsen Standhaftigkeit gegenüber der Nachrichtenlage gezeigt. Bis auf die üblichen Drohungen hätten die Scharmützel im Persischen Golf zu keiner Eskalation geführt. Die Sorgen zeigten sich mehr im Brent-Ölpreis, der sich nach dem deutlichen Rückgang am Vortag um 4,1 Prozent auf 100,06 Dollar je Fass zulegte.

Michael Nizard, Leiter des Multi-Asset-Handels bei Edmond de Rothschild Asset Management äusserte sich am Morgen aber trotz der unsicheren Gemengelage eher positiv: Denn zu den Signalen wie Renditen und Inflation mehrten sich die Zeichen, dass auch Russlands Offensive in der Ukraine an Momentum verliere. Daher dürfte sich die Risikostimmung in Europa leicht verbessern, und jeder Hinweis auf eine Entspannung rund um die Straße von Hormus werde die Energiepreise wieder senken. Überdies sei die Berichtssaison für das erste Quartal in Europa solide gewesen, mit rund 60 Prozent übertroffenen Erwartungen.

Die Kursbewegungen in ganz Europa zeigten sich bis auf wenige Sonderstorys zumeist von Portfolio-Anpassungen bei der Aktiengewichtung, Sektorrotation und Gewinnmitnahmen geprägt. So gab es nach der jüngsten Rally bei einigen Chipaktien Gewinnmitnahmen, ASML fielen um 2,9 Prozent. Infineon im DAX setzten dagegen ihren Anstieg mit 1,1 Prozent Plus fort. Software-Aktien wurden wieder verkauft, SAP büßten 2,0 Prozent ein.

Auch Umstufungen gaben häufig die Richtung vor: So verloren Wacker Chemie 2,1 Prozent, nachdem die Analysten der UBS die Kaufempfehlung zurückgezogen und die Papiere auf "Neutral" abgestuft hatten. Merck KGaA fielen um 1,3 Prozent, nachdem die Titel von Jefferies auf "Hold" nach "Buy" gesenkt wurden.

Fresenius Medical Care (FMC) gaben nach anfänglichen Gewinnen um 0,9 Prozent nach. Positiv wurde die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von rund 1 Milliarde Euro vermerkt. Es soll kurzfristig starten und innerhalb von zwölf Monaten in Tranchen durchgeführt werden.

Um 4,0 Prozent tiefer ging es beim Ölkonzern BP. Die Briten haben sich überraschend von ihrem Vorstandsvorsitzenden Albert Manifold getrennt. "Dem Markt macht das Sorgen, weil sich hinter den genannten Begründungen wie der angeblichen Verletzung von 'governance standards' und 'conduct' so ziemlich alles verbergen kann", sagte ein Händler. Nötig sei nun eine detaillierte Erklärung der Gründe durch das Unternehmen, um Investoren zu beruhigen.

Größter Verlierer in Europa waren Ferrari mit minus 8,4 Prozent nach der Vorstellung ihres ersten E-Autos. Händler äußerten große Bedenken über die Absatzchancen. "Die Optik hat üble Erinnerungen geweckt an das Jaguar-Desaster vor rund zwei Jahren", sagte ein Händler. Die britische Marke sei damals mit ihrem Rebranding komplett gescheitert. Beim Ferrari "Luce" sehe man Ähnliches, da sich der erste vollelektrische Bolide mit einem Design präsentiere, dass eher an japanische Mittelklasse-Wagen erinnere.

Kingfisher stiegen um 1,7 Prozent. Der Zwischenbericht der britischen Baumarkt-Kette überraschte positiv. Vor allem der Umsatzzuwachs ihrer Werkzeug-Marke "Screwfix" für Profi-Kunden kam gut an.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.064       -1,2          +6,0 
Stoxx-50        5.217       -0,7          +6,9 
Stoxx-600        628       -0,6          +6,7 
DAX          25.185       -0,8          +3,7 
FTSE-100 London    10.466       +0,2          +5,4 
CAC-40 Paris      8.258       -1,0          +1,3 
AEX Amsterdam     1.053       -1,1         +10,7 
ATHEX-20 Athen     5.883       +1,3          +9,9 
BEL-20 Brüssel     5.649       -0,8         +11,2 
BUX Budapest     129.729       +0,9         +16,8 
OMXH-25 Helsinki    6.533       +0,4         +14,6 
OMXC-20 Kopenhagen   1.541       -0,0          -4,2 
PSI 20 Lissabon    9.224       -0,3         +11,6 
IBEX-35 Madrid    18.387       -0,5          +6,2 
FTSE-MIB Mailand   50.220       -0,6         +11,7 
OBX Oslo        1.986       +0,2         +24,3 
PX Prag        2.581       +0,1          -3,9 
OMXS-30 Stockholm   3.193       -1,0         +10,8 
WIG-20 Warschau   136.675       -0,9         +17,6 
ATX Wien        6.148       -0,8         +15,4 
SMI Zürich      13.503       +0,2          +1,8 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 19:01 
EUR/USD          1,1619  -0,2  -0,0024     1,1643   1,1640 
EUR/JPY          185,17  +0,1  0,1600     185,01  184,9700 
EUR/CHF          0,9131  +0,2  0,0019     0,9112   0,9113 
EUR/GBP          0,8648  +0,3  0,0029     0,8619   0,8618 
USD/JPY          159,35  +0,3  0,4600     158,89  158,8900 
GBP/USD          1,3431  -0,5  -0,0070     1,3501   1,3500 
USD/CNY          6,786  +0,0  0,0018     6,7842   6,7842 
USD/CNH          6,7866  +0,0  0,0029     6,7837   6,7826 
AUS/USD          0,7158  -0,2  -0,0015     0,7173   0,7172 
Bitcoin/USD      76.369,21  -1,1  -837,90    77.207,11 77.718,04 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         93,96  -2,7   -2,64      96,6 
Brent/ICE         100,06  +4,1   3,92      96,14 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.507,03  -1,4  -63,53    4.570,56 
Silber           76,01  -2,6   -2,07      78,08 
Platin         1.940,20  -1,4  -27,42    1.967,62 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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May 26, 2026 12:06 ET (16:06 GMT)

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