DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Französisches Verbrauchervertrauen fällt auf Dreijahrestief
Das französische Verbrauchervertrauen ist im Mai weiter gesunken. Die durch den Krieg im Iran ausgelöste Unsicherheit und die steigenden Energiepreise belasteten weiterhin die Stimmung der Haushalte. Der Index für das Verbrauchervertrauen fiel im Berichtsmonat auf 82 Punkte von 84 im April und erreichte damit den niedrigsten Stand seit März 2023, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Statistikamtes Insee hervorgeht.
Chinas Industriegewinne steigen trotz konjunkturellen Gegenwinds
Chinas Industrieunternehmen haben zu Beginn des zweiten Quartals ein stärkeres Gewinnwachstum gemeldet. Gestützt wurde dies durch steigende Energiepreise und eine robuste Auslandsnachfrage nach Technologieprodukten, trotz einer allgemeinen Konjunkturabschwächung. Eine verbesserte Leistung im Rohstoff- und Fertigungssektor des Landes trug im April zu einem Anstieg der Industriegewinne um 24,7 Prozent im Jahresvergleich bei. Im März hatte der Anstieg noch 15,8 Prozent betragen, wie aus offiziellen Daten hervorgeht.
BoJ-Gouverneur sieht Ölpreisanstieg als Härtetest für die Inflation
Der derzeitige Energieschock könnte die Inflationsaussichten Japans neu definieren, aber die Auswirkungen seien nicht schwarz-weiß, sagte der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda. "Zentralbanken sollten die Ölpreise nicht isoliert betrachten. Derselbe Ölpreisanstieg kann je nach Löhnen, Erwartungen, Nachfrage und Wechselkursen sehr unterschiedliche Auswirkungen haben", sagte Ueda am Mittwoch.
Zinssenkungen in Industrieländern dieses Jahr unwahrscheinlich
Die Märkte haben die Erwartungen an Zinssenkungen in den Industrieländern im Jahr 2026 aufgrund des Nahost-Konflikts weitgehend ausgepreist, schreibt die HSBC Private Bank in ihrem halbjährlichen Investmentausblick. Die HSBC Private Bank stimme den Märkten zu, dass die Federal Reserve in diesem Jahr stillhalten sollte. Großbritannien und Europa seien dem Energiepreisschock durch den Nahost-Konflikt relativ stärker ausgesetzt, was nun ihr Wachstum belaste und das Inflationsrisiko erhöhe, heißt es. Die HSBC Private Bank erwarte im Jahr 2026 zwei Zinserhöhungen um 25 Basispunkte von der Bank of England und drei von der Europäischen Zentralbank. "Der Nahost-Konflikt hat die Inflationserwartungen sowie die Risikoprämien erhöht, da die Aussichten unsicherer sind."
Australien Zinserhöhungen bleiben trotz nachlassender Verbraucherpreise eine Option
Das Wachstum der Verbraucherpreise in Australien hat sich im April nach einer vorübergehenden Senkung der Kraftstoffsteuer verlangsamt, blieb aber hoch genug, um der Zentralbank die Tür für weitere Zinserhöhungen offen zu halten. Der Verbraucherpreisindex stieg in den zwölf Monaten bis April um 4,2 Prozent, wie das australische Statistikamt mitteilte. Das war ein Rückgang gegenüber den 4,6 Prozent für das Jahr bis März.
Neuseelands Zentralbank hält Zinsen nach knapper Abstimmung stabil und signalisiert Anhebungen
Die neuseeländische Zentralbank hat am Mittwoch ihren Leitzins unverändert gelassen. Sie entschied mit knapper Mehrheit, zunächst abzuwarten, wie sich der Nahost-Konflikt auf die Inflation und die Wirtschaft auswirkt. Letztere hatte erst kürzlich Anzeichen einer Erholung von einem längeren Abschwung gezeigt. Die Reserve Bank of New Zealand beließ den Leitzins (Official Cash Rate) zum dritten Mal in Folge bei 2,25 Prozent. Die Zentralbank wägt dabei die Bedrohung für die südpazifische Wirtschaft durch höhere Preise für alles von Kraftstoffen bis hin zu Fracht gegen den dämpfenden Effekt ab, den eine steigende Inflation auf die Nachfrage haben kann.
US-Regierung kürzt Nato-Truppenzusagen erheblich - Kreise
Das Pentagon streicht offenbar erheblich die Streitkräfte zusammen, die für einen europäischen Krisenfall entsendet werden könnten. Alexander Velez-Green, Senior Advisor to the Under Secretary of Defense for Policy, habe die Nato-Verbündeten in der vergangenen Woche bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen im Hauptquartier des Bündnisses in Brüssel über die geplanten Kürzungen informiert, sagten mit der Sache vertraute Personen. Die US-Regierung strebe an, den Pool an militärischen Kapazitäten, die sie der Nato im Falle eines Konflikts zur Verfügung stellt, um ein Drittel bis die Hälfte zu reduzieren. Dies betrifft unter anderem US-Zusagen für strategische Bomber und andere Langstrecken-Streitkräfte, bestimmte Marineeinheiten sowie Luftbetankungsflugzeuge.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
May 27, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
