DJ DIW: Konjunkturbarometer erleidet Dämpfer im Mai
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin hat im Mai einen deutlichen Dämpfer erlitten und ist auf 94,8 Punkte gefallen. Damit liegt der Indikator nach zwischenzeitlichen Zuwächsen wieder auf dem Stand vom Jahresanfang und rutscht erneut unter die neutrale 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft signalisiert. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik sieht die Ursache vor allem im Ausbruch des Iran-Krieges und dessen Folgen, die das Bild seit März spürbar eingetrübt haben: "Die Hoffnung auf einen merklichen Aufschwung ist weitgehend Ernüchterung gewichen - wir sind quasi fast zurück auf Los."
Trotz eines kräftigen BIP-Wachstums von 0,3 Prozent im ersten Quartal 2026 drohe der deutschen Wirtschaft nun ein massiver Dynamikverlust. Zwar stützten die Konjunkturpakete der Bundesregierung, doch die kriegsbedingt gestiegenen Öl- und Gaspreise heizten die Inflation an und belasteten die privaten Haushalte spürbar an der Zapfsäule. Zudem bremsten erneute Risiken für die Lieferketten und Engpässe bei Produkten wie Düngemitteln die Wirtschaft.
DIW-Expertin Laura Pagenhardt warnte vor anhaltender Zurückhaltung: "Viele Industrieunternehmen verschieben derzeit Investitions- und Einstellungsentscheidungen, weil die geopolitischen Risiken kaum kalkulierbar sind." Das bremse insbesondere jene Branchen, die ohnehin mitten in der Transformation stecken.
Während sich die Lage in der Industrie - trotz minimaler Wachstumssignale beim Einkaufsmanagerindex und leicht verbesserter Lagebeurteilung im Ifo-Index - durch geopolitische Risiken schwierig gestalte, zeige sich der Dienstleistungssektor zumindest stabilisiert. Das Ifo-Geschäftsklima für Dienstleister und das Konsumklima hätten im Mai ihren Abwärtstrend gestoppt, wenngleich die Kaufkraftverluste durch die Inflation und ein gedämpfter Arbeitsmarkt spürbar blieben.
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May 27, 2026 04:48 ET (08:48 GMT)
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