DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
SVR senkt Wachstumsprognose für Deutschland
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Aussichten (SVR) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum Deutschlands gesenkt, rechnet aber für das nächste Jahr mit einer leichten Wachstumsverstärkung. Wie der SVR in seinem Frühjahrsgutachten mitteilte, prognostiziert er für 2026 einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,5 Prozent, nachdem er im Herbstgutachten noch 0,9 Prozent Wachstum in Aussicht gestellt hatte. "Diese Revision ist vor allem auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs zurückzuführen", heißt es in einer Mitteilung des SVR. Für 2027 werden 0,8 Prozent Wachstum erwartet, die Inflation sehen die Experten bei 3,0 und 2,8 Prozent. Abwärtsrisiken für die BIP-Prognose bestünden insbesondere in einer längeren Dauer und gravierenderen Auswirkungen des Iran-Kriegs.
DIW: Konjunkturbarometer erleidet Dämpfer im Mai
Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin hat im Mai einen deutlichen Dämpfer erlitten und ist auf 94,8 Punkte gefallen. Damit liegt der Indikator nach zwischenzeitlichen Zuwächsen wieder auf dem Stand vom Jahresanfang und rutscht erneut unter die neutrale 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft signalisiert. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik sieht die Ursache vor allem im Ausbruch des Iran-Krieges und dessen Folgen, die das Bild seit März spürbar eingetrübt haben: "Die Hoffnung auf einen merklichen Aufschwung ist weitgehend Ernüchterung gewichen - wir sind quasi fast zurück auf Los."
IAB: Flaute am deutschen Arbeitsmarkt hält an
Das IAB-Arbeitsmarktbarometer hat im Mai den ersten Anstieg seit einem halben Jahr verzeichnet. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf nun 99,6 Punkte. Das European Labour Market Barometer stagnierte im Mai und blieb mit 100,1 Punkten weiterhin leicht über der neutralen Marke von 100 Punkten. "Einen Einbruch gibt es am Arbeitsmarkt nicht, einen Durchbruch aber auch nicht. Dafür bräuchten wir mehr Bewegung und neue Jobs", erklärte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs.
EZB: Aktien und Unternehmensanleihen weiter hoch bewertet
Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht angesichts des Kriegs am Golf weiterhin ein Risiko von Finanzmarktkorrekturen, die die Finanzstabilität des Euroraums gefährden könnten. In ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht räumt die Zentralbank ein, dass sowohl Banken als auch Nichtbanken im aktuell schwierigen globalen Umfeld Stabilität zeigten. Gleichwohl warnt die EZB vor Korrekturen an Aktien- und Anleihemärkten sowie vor den Auswirkungen der Liquiditätsrisiken bei Nichtbanken, für die sie eine "umfassende Regulierung" fordert.
Bank of Japan verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordverlust bei JGB-Beständen
Die Bank of Japan hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordverlust bei ihren Beständen an japanischen Staatsanleihen (JGBs) gemeldet. Dies unterstreicht die hohen Bewertungsabschläge, die aus ihrer Wende hin zu höheren Zinssätzen resultieren. Die japanische Zentralbank meldete am Mittwoch für das im März beendete Geschäftsjahr einen nicht realisierten Verlust von 45,441 Billionen Yen, was etwa 285,26 Milliarden US-Dollar entspricht, auf ihre JGB-Bestände.
Verhandlungen zwischen USA und Iran bleiben fragil
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bleiben fragil, schreibt die Analystin Madison Cartwright von der Commonwealth Bank of Australia in einer Research Note. "Es gebe Gründe, die auf eine echte diplomatische Dynamik für ein Abkommen hindeuten, das die Straße von Hormus wieder öffnen könnte", doch seien Details schwer fassbar, erklärt Cartwright. Es habe auch kleinere Schusswechsel zwischen den USA und dem Iran gegeben, fügt Cartwright hinzu. Wichtige Fragen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus blieben offen, darunter, wie hoch die Versicherung für durchfahrende Schiffe sein müsse und ob eine iranische Maut erhoben werde.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 22. Mai -8,5% auf 259,4 (Vorwoche: 283,5)
US/MBA Purchase Index Woche per 22. Mai -0,4% auf 169,7 (Vorwoche: 170,4)
US/MBA Refinance Index Woche per 22. Mai -18,1% auf 753,7 (Vorwoche: 920,2)
DJG/DJN/apo
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May 27, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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