DJ MÄRKTE USA/Wall Street uneinheitlich - Tech-Aktien geben leicht nach
DOW JONES--Die Aufwärtstendenz an der Wall Street setzt sich zur Wochenmitte nicht fort. Am Vortag hatten der S&P-500 und der Nasdaq-Composite noch auf neuen Allzeithochs geschlossen. Doch nun geben die beiden Indizes leicht nach. Der Dow-Jones-Index gewinnt am Mittag (Ortszeit) 0,4 Prozent auf 50.667 Punkte. Hier liegt das Allzeithoch bei 50.830 Punkten. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite reduzieren sich dagegen um jeweils 0,1 Prozent und geben anfängliche leichte Gewinne wieder ab.
Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den S&P-500 zum Jahresende von 7.600 auf 8.000 Punkte erhöht - begründet mit starken Unternehmensgewinnen. Vom Schlusskurs am Dienstag entspricht das einem Potenzial von gut 6 Prozent. Seit Jahresbeginn ist der S&P-500 um knapp 10 Prozent gestiegen.
Die Lage im Nahost-Konflikt ist eher dazu angetan, zurückhaltend zu agieren, heißt es. Auch die jüngste KI-Euphorie nimmt eine kleine Auszeit. Zuletzt hatten die Aktien aus dem Sektor mit Verweis auf in der Berichtssaison überwiegend stark und ermutigend ausgefallene Unternehmenszahlen deutlich zugelegt. Nun geht es für die Aktien von KI-Flaggschiff Nvidia um 1,8 Prozent nach unten.
Weiter im Fokus stehen Micron. Die Aktie des Speicherchipherstellers hatte am Vortag mit dem KI-Hype einen Satz um 19 Prozent gemacht, womit die Unternehmensbewertung die Schallmauer von 1 Billion Dollar durchbrach. Nun geht es um weitere 2,8 Prozent nach oben. Die Aktien von Western Digital gewinnen 1,7 Prozent.
Für etwas Entspannung hinsichtlich der Inflationssorgen sorgen die Ölpreise. Trotz des noch fragiler wirkenden Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran nach den jüngsten US-Luftangriffen in der Nähe der Straße von Hormus fallen die Ölpreise wieder deutlich und greifen die Abwärtsbewegung vom Montag wieder auf. Gleichwohl erholen sie sich von den Tagestiefs. Brent-Öl verbilligt sich um 3,6 Prozent. Mit 95,98 Dollar scheint sich der Preis allmählich weiter von der 100-Dollar-Marke nach unten abzusetzen. Entsprechend fallen die US-Marktzinsen weiter. Die Zehnjahresrendite sinkt um 1 Basispunkt auf 4,48 Prozent und liegt rund 20 Basispunkte unter dem jüngsten Mehrjahreshoch.
Vor allem am Anleihemarkt sind viele Blicke bereits auf den Donnerstag gerichtet. Dann wird mit dem Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator) das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank berichtet. Es könnte Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh liefern. Aktuell wird im laufenden Jahr am Zinsterminmarkt praktisch mit keiner Zinssenkung gerechnet. Die Wahrscheinlichkeit am Jahresende höherer Leitzinsen wird bei rund 45 Prozent gesehen, wobei eine eventuelle Zinserhöhung eher am Ende des Jahres gesehen wird. Beim Dollar tut sich weiter wenig, er kommt mit den sinkenden Marktzinsen etwas zurück, der Euro steigt auf 1,1644 Dollar.
Der Goldpreis gibt weiter nach. Für die Feinunze geht es um 1,4 Prozent auf 4.443 Dollar nach unten. Die Erwartungen auf eine rasche Einigung zwischen den USA und dem Iran schwinden und die Aussicht auf steigende Zinsen bereitet Sorgen. Höhere Zinsen belasten in der Regel den Goldpreis. Händler warten nun auf die Veröffentlichung der Daten zum Index der persönlichen Konsumausgaben für April, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed zu erhalten.
Marvell Technology fallen nach anfänglichen Gewinnen um 3,5 Prozent. Der Anbieter von KI-Hardware wird am späten Abend Geschäftszahlen bekannt geben. Die Aktie hat sich in diesem Jahr dank des KI-Booms bereits mehr als verdoppelt.
Dass das Cybersicherheitsunternehmen Zscaler einen vorsichtigen Ausblick für das Geschäftsjahr abgegeben hat, weil steigende Speicherpreise und Veränderungen im Vertriebsteam für Unsicherheit sorgen, wird mit einem Kursrutsch von 31,1 Prozent quittiert.
Für die Boeing-Aktie geht es um 1,5 Prozent nach oben. Der Flugzeug-Hersteller ist bereit, die Produktion der 737-MAX-Modelle auf 47 Jets pro Monat zu erhöhen. CEO Kelly Ortberg sagte, Boeing habe kürzlich eine "abschließende Überprüfung" seiner MAX-Produktion bestanden. Die Erhöhung des Produktionstempos ist entscheidend für das Ziel des Konzerns, den Barmittelverbrauch in diesem Jahr einzudämmen. Zudem soll der wachsende Bestand an bestehenden Bestellungen schneller abgearbeitet werden.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 50.667,29 +0,4 +205,61 50.461,68 S&P-500 7.513,46 -0,1 -5,66 7.519,12 NASDAQ Comp 26.622,72 -0,1 -33,46 26.656,18 NASDAQ 100 29.928,42 -0,2 -72,90 30.001,32 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,03 -0,02 4,05 4,01 5 Jahre 4,17 -0,01 4,19 4,14 10 Jahre 4,48 -0,01 4,49 4,45 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:01 EUR/USD 1,1631 +0,0 0,0003 1,1628 1,1623 EUR/JPY 185,49 +0,1 0,2100 185,28 185,2100 EUR/CHF 0,9152 +0,2 0,0017 0,9135 0,9129 EUR/GBP 0,8659 +0,1 0,0011 0,8648 0,8641 USD/JPY 159,49 +0,1 0,2000 159,29 159,3300 GBP/USD 1,3431 -0,1 -0,0014 1,3445 1,3450 USD/CNY 6,7788 -0,1 -0,0072 6,7860 6,7852 USD/CNH 6,778 -0,1 -0,0065 6,7845 6,7850 AUS/USD 0,7138 -0,4 -0,0029 0,7167 0,7166 Bitcoin/USD 74.973,30 -1,4 -1.045,51 76.018,81 76.901,40 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 90,15 -4,0 -3,74 93,89 Brent/ICE 95,98 -3,6 -3,60 99,58 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.442,94 -1,4 -63,07 4.506,01 Silber 74,65 -3,0 -2,30 76,95 Platin 1.915,94 -2,2 -42,65 1.958,59 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/ros/brb
(END) Dow Jones Newswires
May 27, 2026 12:42 ET (16:42 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
