WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Regierung hat die vom Iran neu geschaffene Behörde zur Kontrolle und Mauterhebung in der Straße von Hormus mit Sanktionen belegt. Der Plan, eine Gebühr für die Durchquerung der Meerenge zu erheben, verstoße gegen internationales Recht, erklärte das Finanzministerium in Washington. Die US-Regierung warnt Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der Behörde, um die Meerenge zu passieren. Dies könne als Unterstützung der iranischen Revolutionsgarden - der Elitestreitmacht der Islamischen Republik - aufgefasst und ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.
Westliche Regierungen und die Staaten am Persischen Golf lehnen Irans Maut-Pläne ebenso ab wie Schiffsbetreiber. Reeder, die auf den Zugang zu westlichen Märkten und auf Geschäfte in US-Dollar angewiesen sind, dürften sich nun aufgrund der Sanktionen wohl erst recht nicht auf Mautzahlungen an die Behörde einlassen.
Teheran hat die für den globalen Handel mit Dünger, Öl und Flüssiggas wichtige Meerenge seit Kriegsbeginn Ende Februar faktisch blockiert und den Schiffsverkehr fast zum Erliegen gebracht. Reedereien müssen eine Passage aktuell mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschließend nur einen Korridor nahe der Küste des Irans passieren. Das Land verlangt dafür Berichten zufolge eine hohe Gebühr.
Die Kontrolle über die Straße von Hormus ist in den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für die Beendigung des Kriegs einer der besonders strittigen Punkte. Seit Anfang April gilt zwischen den Kriegsparteien eine Waffenruhe, gegen die aber schon mehrfach verstoßen wurde./ln/DP/stk
