GUANGZHOU (dpa-AFX) - Angesichts der geopolitischen Lage wirbt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in China für eine Stärkung der Beziehungen. Anknüpfend an die Reise ihres Parteifreundes Bundeskanzler Friedrich Merz wolle sie "den gewiesenen Weg" mit mehr Kooperationen, Investitionen und dem Ausloten von Chancen ausfüllen, sagte Reiche im südchinesischen Guangzhou. Man wolle sich gemeinsam "in einer Welt positionieren, die an Konflikten nicht arm, an Lösungskorridoren manchmal etwas beschränkter ist".
Es sei gut, auf vertrauensvolle, langfristige Beziehungen zu setzen, die man in unruhigen Zeiten stärken und festigen müsse, erklärte Reiche beim Treffen mit dem Parteisekretär der Provinz Guangdong, Huang Kunming, weiter. Positiv bewertete sie die Gespräche mit hochrangigen Regierungsvertretern am Vortag in Peking. "Wir haben in der Tat einen sehr, sehr langen Austausch zu sehr vielen Themen in einer ausgesprochen konstruktiven, freundlichen, offenen und von gegenseitigem Verständnis geprägten Atmosphäre gehabt", sagte sie.
Reiche lobte zudem die Entwicklung Guangdongs, einer wichtigen Industrieprovinz im Süden Chinas. Sie wolle das Licht Deutschlands und Berlins zwar nicht "unter den Scheffel stellen", sagte Reiche. Aber sie vermute, dass sich in der Region in den vergangenen zehn Jahren so viel verändert habe, dass man sie kaum wiedererkenne. "Ich bin mir aber sicher, Sie würden in Berlin viel wiedererkennen", erklärte sie. Dies zeige das "explosionsartige Wachstum und die wirtschaftliche Dynamik in Guangzhou", so Reiche./jon/DP/stk
