DJ MARKT USA/Knapp behauptet - US-Daten dürften Richtung vorgeben
Eine leicht negative Eröffnung zeichnet sich am Donnerstag an der Wall Street ab. Der Future auf den S&P-500 notiert 0,1 Prozent im Minus. Für etwas Belastung sorgen neue Militärschläge der USA gegen den Iran. Dies dämpft die Hoffnung auf ein baldiges Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern. US-Präsident Trump hatte überdies am Vortag erklärt, der Iran verkalkuliere sich, wenn er glaube, er werde seine Position aufweichen, um eine längere Pattsituation mit Teheran zu vermeiden. Die deutlichste Reaktion zeigt erneut der Ölpreis, der wieder zulegt. Ein Fass der Sorte Brent erhöht sich um 2,1 Prozent auf 96,29 Dollar. Damit setzte sich die volatile Tendenz fort. Am Vortag hatten die Ölpreise noch kräftiger nachgegeben.
Den entscheidenden Impuls dürften allerdings die anstehenden US-Konjunkturdaten setzen. Besonders der vorbörslich anstehende Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Deflator), das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank, dürfte für Bewegung sorgen. Die Daten könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs unter dem neuen US-Notenbankpräsidenten Kevin Warsh liefern.
Daneben stehen noch die wöchentlichen Erstanträge, der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter für April, die zweite Veröffentlichung des US-BIP für das erste Quartal sowie die Neubauverkäufe für den April auf der Agenda.
Der Dollar legt leicht zu. Der Dollar-Index steigt um 0,1 Prozent. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Spannungen im Iran-Krieg profitiert der Greenback von seinem Status als "sicherer Hafen", heißt es. Dagegen legen die Renditen am US-Anleihemarkt mit den steigenden Ölpreisen und damit wieder zunehmenden Inflationsbefürchtungen leicht zu. Für die Rendite zehnjähriger Papiere geht es um 2 Basispunkte auf 4,50 Prozent nach oben. Den entscheidenden Impuls dürften aber auch hier die Inflationsdaten liefern, heißt es.
Der Goldpreis verzeichnet mittlerweile den vierten Handelstag in Folge Abgaben. Der Preis für das Edelmetall reduziert sich um 1,5 Prozent auf 4.391 Dollar. Die andauernden Sorgen über die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Inflation drücken auf das Sentiment, heißt es.
Bei den Einzelwerten fallen Marvell Technology vorbörslich um 3,1 Prozent. Der Chip-Hersteller hat das Gewinnziel der Analysten für das erste Geschäftsquartal bei leicht über den Erwartungen liegenden Umsätzen erreicht. Zudem lag die Prognose für das laufende Quartal über den Schätzungen des Marktes. Grund für das Minus dürften Gewinnmitnahmen sein. Die Aktie hat sich in diesem Jahr dank des KI-Booms bereits mehr als verdoppelt.
Snowflake schießen um 36,1 Prozent nach oben. Das Cloudspeicher-Unternehmen will in den nächsten fünf Jahren insgesamt 6 Milliarden US-Dollar für den Zugang zu Amazons Graviton-Chips in AWS-Rechenzentren zahlen. Mit dem angekündigten Deal wird Snowflake einer der größten Kunden von AWS für CPU-basiertes Computing. Die Amazon-Aktie verliert 0,2 Prozent.
Für die Papiere von HP geht es um 2,2 Prozent abwärts. Der Drucker- und Computerhersteller hat trotz eines Anstiegs bei Gewinn und Umsatz im zweiten Geschäftsquartal den Jahresausblick gesenkt. Das Unternehmen hatte bereits im Februar auf die Knappheit bei Speicherchips verwiesen, die in den Computern von HP verwendet werden.
Salesforce geben um 1,5 Prozent nach. Der Unternehmenssoftware-Anbieter hat im ersten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz erzielt. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr lag allerdings leicht unter der Schätzung der Analysten. Dagegen geht es für die Aktien von Dell Technologies um 4,3 Prozent nach oben, nachdem das Technologieunternehmen einen Auftrag im Wert von 9,69 Milliarden US-Dollar vom Pentagon erhalten hat.
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