ERFURT (dpa-AFX) - Nach wochenlanger Funstille haben Management und Betriebsrat des von einer Schließung bedrohten Zalando -Logistikzentrums in Erfurt erstmals Gespräche aufgenommen. Den Start von Verhandlungen, bei denen es um Interessenausgleich, einen Sozialplan sowie um einen Fragenkatalog der Arbeitnehmervertretung geht, bestätigte der Betriebsrat. Ein Unternehmenssprecher hatte ebenfalls den 29. Mai als ersten Gesprächstermin genannt. Die lange verhärteten Fronten waren vor einer Woche durch einen Vergleich aufgebrochen worden. Bei Zalando geht es aktuell um rund 2.000 Arbeitsplätze.
Der Vergleich beendete ein laufendes gerichtliches Verfahren, in dem es um die Einsetzung einer Einigungsstelle ging. Eigentlich sollte über die Einigungsstelle am 3. Juni vor dem Landesarbeitsgericht in Erfurt verhandelt werden.
Verhandlungen ohne Einigungsstelle
Nach Angaben von Betriebsrat und Unternehmenssprecher sieht der Vergleich vor, dass zunächst außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt wird. Das hatte der Betriebsrat verlangt. Sollte bis zum 20. Juni keine Einigung erfolgen, werde am 23. Juni die Einigungsstelle eingesetzt. In den nächsten Wochen seien bis zu drei Verhandlungstermine pro Woche geplant, hieß es.
Der Dax -Konzern will das Logistikzentrum, mit dem er als Online-Modehändler groß geworden ist, im September schließen. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn. Von den damals noch rund 2.700 Arbeitnehmern seien derzeit noch rund 2.000 im Unternehmen, so der Betriebsrat. Bei mehreren hundert Arbeitnehmern seien in der Zwischenzeit befristete Verträge ausgelaufen./rot/DP/stw




