LONDON (dpa-AFX) - Der Goldpreis hat am Freitag zugelegt und von gesunkenen Inflationserwartungen dank niedrigerer Ölpreise profitiert. Die USA und der Iran nähern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine Verlängerung der Waffenruhe. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) ist bis zum Mittag auf 4.530 US-Dollar gestiegen. Das waren etwa 35 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für das Edelmetall legte bereits am Vortag zu, nachdem er zuvor zeitweise bis auf 4.366 Dollar gefallen war.
"Der Goldpreis stieg in Reaktion auf die Meldungen einer Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Krieg deutlich", schreibt Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Der Goldpreis verhalte sich damit weiterhin nicht wie ein sicherer Hafen. Er profitiere von gesunkenen Ölpreisen. Niedrigere Ölpreise dämpfen die Inflationserwartungen. "Denn Zinserhöhungen der Fed sind aus Sicht des Marktes weniger wahrscheinlich geworden, wovon Gold als zinslose Anlage profitiert", schreibt Fritsch.
Die Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg bleibt jedoch hoch. Hinsichtlich einer Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Eine Zustimmung von Präsident Donald Trump sei noch offen. Aus Teheran hieß es, eine vorläufige Einigung sei bisher nicht ausformuliert und dementsprechend auch nicht bestätigt.
Seit Kriegsbeginn Ende Februar haben die durch die wachsenden Inflationsgefahren geänderten Zinserwartungen die Goldpreise belastet. Eine Einigung im Iran-Krieg würde diese Erwartungen dämpften.
Aktuell wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank ihre Zinsen nicht senken wird. Auch eine Leitzinsanhebung in diesem Jahr wird nicht ausgeschlossen. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) wird überwiegend eine Leitzinsanhebung erwartet. Die Renditen für Staatsanleihen sind bereits deutlich gestiegen. Gold selbst wirft keine laufende Verzinsung ab und verliert damit im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität.
Der Silberpreis bewegte sich zunächst kaum. Eine Feinunze koste zuletzt 75,48 Dollar./jsl/jkr/jha/
