DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Inflationsdruck sinkt im Mai in sechs Bundesländern
Der Inflationsdruck in Deutschland hat im Mai nachgelassen. In allen sechs Bundesländern, in denen Daten erhoben wurden, sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat, wie die Statistischen Landesämter mitteilten. Die jährlichen Inflationsraten sanken ebenfalls. Für Gesamtdeutschland erwarten Volkswirte, dass die Verbraucherpreise um 0,1 (Vormonat: 0,6) gegenüber dem Vormonat gestiegen sind. Die jährliche Inflationsrate soll der Prognose zufolge auf 2,8 (2,9) Prozent zurückgehen.
Deutsche Arbeitslosenzahl sinkt im Mai unerwartet
Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat im Mai entgegen den Erwartungen nicht zugenommen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, sank die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 12.000, nachdem sie sich im April um 19.000 erhöht hatte. Die Arbeitslosenquote ging auf 6,3 (Vormonat: 6,4) Prozent zurück. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 20.000 und eine unveränderte Quote von 6,4 Prozent prognostiziert. Ohne Berücksichtigung der saisonalen Faktoren sank die Zahl der Arbeitslosen um 58.000 auf 2,950 Millionen. Die Arbeitslosenquote sank auf ebenfalls 6,3 (6,4) Prozent.
RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt erneut - Iran-Krieg belastet
Der Containerumschlag-Index des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im April erneut gesunken. Nach einem revidierten Wert von 142,2 Punkten im Vormonat fiel der Index um 1,0 Zähler auf 141,2 Punkte. Damit wurde die spürbare Belebung des Containerumschlags zu Beginn des Jahres inzwischen vollständig rückgängig gemacht; die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus verschärft die Belastungen für den Welthandel spürbar.
Goldman Sachs: EZB erhöht Leitzins im Juni und September
Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins im Juni und September um je 25 Basispunkte anheben wird. In einer Analyse verweisen sie darauf, dass bis Jahresende eine Anhebung des Leitzinses um etwa 60 Basispunkte eingepreist sei, dass die Banken zudem ihre Kreditstandards substanziell gestrafft hätten, die Finanzierungsbedingungen insgesamt aber noch günstig seien. "Die jüngste Verschärfung der Finanzierungs- und Kreditvergabebedingungen könnte die 'endogene' Reaktion auf die Erwartung einer strafferen Geldpolitik widerspiegeln, aber eben auch eine 'exogene' Reaktion auf die unsichereren geopolitischen Aussichten", schreiben sie. Diese Treiber voneinander zu trennen, sei für die EZB von entscheidender Bedeutung.
BoE kann laut Gouverneur Bailey vorübergehend über Ziel liegende Inflation tolerieren
Die Bank of England (BoE) kann angesichts der schwachen Wirtschaftslage eine Inflation tolerieren, die für eine kurze Zeit über ihrem Ziel liegt. Dies sagte Gouverneur Andrew Bailey. In einer Rede in Island sagte Bailey zudem, die Zentralbank habe ihre Politik bereits gestrafft, indem sie Zinssenkungen ausgeschlossen habe. Diese waren erwartet worden, bevor die USA und Israel Ende Februar ihre Angriffe auf den Iran starteten. In der Folge seien die Zinsen für neue Hypothekendarlehen gestiegen.
BoJ dürfte im Juni Leitzins erhöhen
Die Societe-Generale-Volkswirte Reo Sakida und Jin Kenzaki erwarten, dass die Bank of Japan (BoJ) ihren Leitzins im Juni trotz der unerwartet niedrigen Inflation in Mai im Juni anheben wird. "Die Ergebnisse fielen schwächer aus als der Konsens, was jedoch ausschließlich auf den Erlass der Wassergebühren durch die Stadtregierung von Tokio von Mai bis August zurückzuführen ist", schreiben sie in einem Kommentar. Davon abgesehen sei die Dynamik bei den Anpassungen der Dienstleistungspreise im Vergleich zu den Vorjahren außergewöhnlich stark. "Eine starke Dienstleistungsinflation rechtfertigt eine Zinserhöhung", halten sie fest. Die Rahmenbedingungen für eine Zinserhöhung im Juni seien da.
Japan hat Rekordsumme von 11,735 Billionen Yen für Währungsinterventionen ausgegeben
Japan hat nach Angaben des Finanzministeriums im vergangenen Monat mehr als 73 Milliarden US-Dollar für Währungsinterventionen ausgegeben. Damit bestätigte das Ministerium seine erste direkte Marktintervention seit 2024. Die Daten des Ministeriums zeigten, dass Japan zwischen dem 28. April und dem 27. Mai eine Rekordsumme von 11,7349 Billionen Yen oder umgerechnet rund 73,69 Milliarden Dollar für Währungsinterventionen ausgegeben hat.
+++ Konjunkturdaten +++
Spanien/HVPI Mai +3,6 % gg Vj nach +3,5% im Apr
Italien/Verbraucherpreise Mai vorl. +0,4% gg Vm, +3,2% gg Vj
Taiwan BIP 1Q revidiert +1,69% gg Vorquartal (vorläufig: +2,84%)
Taiwan BIP 1Q revidiert +14,55% gg Vorjahr (vorläufig: +13,69%)
DJG/DJN/apo
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May 29, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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