BERLIN (dpa-AFX) - Die in der Kampfabstimmung um den FDP-Vorsitz unterlegene Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat dem neuen Parteichef Wolfgang Kubicki ihre Unterstützung angeboten. "Ich reiche Wolfgang Kubicki ausdrücklich die Hand für eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit", sagte die Europa-Abgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Es geht jetzt nicht um Personen, sondern darum, die FDP gemeinsam wieder stark zu machen."
Die 68-Jährige hatte am Vortag beim Bundesparteitag überraschend gegen Kubicki für den Parteivorsitz kandidiert. 33 Delegierte schlugen sie erst unmittelbar vor der Neuwahl von Präsidium und Bundesvorstand vor. Kubicki setzte sich mit 59,27 Prozent der Delegiertenstimmen gegen sie durch.
Strack-Zimmermann will starke Stimme für anderen Kurs bleiben
Strack-Zimmermann wies darauf hin, dass sie kraft ihres Amtes als Leiterin der FDP-Abgeordneten im Europäischen Parlament Teil des Präsidiums und der Parteiführung bleibe. Sie habe in der Abstimmung über den Parteivorsitz knapp 40 Prozent der Stimmen erhalten. Den Mitgliedern, die so für einen anderen Kurs votiert hätten, wolle sie im Präsidium weiterhin eine starke und verlässliche Stimme geben.
"Mein Anspruch ist es, konstruktiv an der Erneuerung der FDP mitzuwirken, notwendige inhaltliche Korrekturen anzumahnen und dort Impulse zu setzen, wo sie aus meiner Sicht erforderlich sind", sagte Strack-Zimmermann.
Kubicki geht nicht auf Strack-Zimmermann und ihre Anhänger zu
Kubicki zeigt allerdings wenig Bereitschaft, Rücksicht auf die Positionen von Strack-Zimmermann und ihrer Anhänger zu nehmen. "Gar nicht", antwortete er in den ARD-"Tagesthemen" auf die Frage, wie er diese für sich gewinnen wolle. "Weil meine Aufgabe nicht darin besteht irgendjemanden zu gewinnen, sondern dazu beizutragen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern wieder ernst genommen werden. Es ist völlig egal, wie wir uns da selbst empfinden, ob wir lustig oder traurig sind."
Strack-Zimmermann erläuterte, warum sie so überraschend gegen Kubicki antrat. Mit dem Rückzug des NRW-Landesvorsitzenden Henning Höne von der Kandidatur für den Vorsitz unmittelbar vor dem Parteitag sei der FDP die Möglichkeit genommen worden, nach dem Ende des internen Wahlkampfs einen offenen und fairen Wettbewerb um den künftigen Kurs der Partei zu führen, sagte sie der dpa. "Nach reiflicher Überlegung habe ich mich deshalb kurzfristig entschieden, selbst anzutreten und den Mitgliedern diese Wahl zu ermöglichen."/sk/DP/zb
