DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Euroraum-Inflation im Mai bei 3,2% - Kerninflation 2,5%
Der Inflationsdruck im Euroraum hat im Mai wie erwartet zugenommen, wobei die Kerninflation deutlicher als prognostiziert anzog. Laut Mitteilung von Eurostat stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent und lagen um 3,2 (April: 3,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von 0,2 Prozent und eine Jahresteuerung von 3,2 Prozent prognostiziert. Die Kernverbraucherpreise stiegen um 0,3 Prozent auf Monats- und 2,5 (2,2) Prozent auf Jahressicht. Erwartet worden waren Raten von 0,2 und 2,4 Prozent.
Commerzbank: EZB hebt Zins im Juni und im 3Q an
Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer rechnet damit, dass der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in der nächsten Woche eine Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte beschließen wird. "Auch ein weiterer Zinsschritt im dritten Quartal dürfte dann folgen", schreibt er in einem Kommentar zu den Mai-Verbraucherpreisdaten des Euroraums. Ohne eine schnelle und deutliche Änderung der Lage im Persischen Golf dürfte sich die Inflation nach seiner Einschätzung bei gut 3 Prozent festsetzen. "Die Kernrate könnte aufgrund von indirekten Effekten der hohen Energiepreise im zweiten Halbjahr sogar deutlich anziehen", kalkuliert er. So zeige der Einkaufsmanagerindex, dass Unternehmen gerade auch im verarbeitenden Gewerbe hohe Kosten weitergeben wollten. "Und auch die Inflationserwartungen der Konsumenten für drei Jahre im Voraus haben sich laut der EZB bei der erhöhten Marke von 3 Prozent eingependelt."
EZB-Zinserhöhung wahrscheinlich - Schwache Konjunktur macht Ausblick unklar
Der Anstieg der Inflation in der Eurozone auf 3,2 Prozent im Mai erhöht den Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen in der nächsten Woche anzuheben, schreibt Joe Nellis von MHA in einem Kommentar. "Der zugrundeliegende Preisdruck bleibt stark, wobei die Dienstleistungsinflation und das Lohnwachstum anhalten, die Unternehmen die Kosten weitergeben und die globale Instabilität die Energie- und Transportkosten in die Höhe treibt", sagt er. Vor dem Krieg hatten die Märkte erwartet, dass die EZB die Zinsen senken würde, um eine schwächelnde Wirtschaft zu stützen. "Die Tatsache, dass sogar eine kleine Erhöhung Sorgen über die Aussichten der Eurozone auslöst, sagt viel über die zugrundeliegenden strukturellen Probleme der Wirtschaft aus."
VDMA: Stagnation beim Auftragseingang im April
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im April eine spürbare Abkühlung erlebt und unterm Strich ein Nullwachstum verzeichnet. Nach dem starken Vormonat zeigten sich die Unternehmen angesichts geopolitischer Krisen und des Krieges in der Golfregion zwar robust im Auslandsgeschäft, die Inlandsnachfrage blieb jedoch weiterhin schwach. Die gesamten Bestellungen verharrten im Vergleich zum Vorjahresmonat real auf dem Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Die Orders aus dem Inland sanken dabei um real 7 Prozent. Für das Ausland errechnete sich dagegen ein Plus von real 4 Prozent.
Chinas Wirtschaftswachstum dürfte sich sequenziell verlangsamen
Chinas Wirtschaftswachstum dürfte sich nach Einschätzung der UOB-Ökonomin Ho Woei Chen im zweiten Quartal sequenziell verlangsamen. Die jüngsten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) deuteten darauf hin, dass Chinas verarbeitendes Gewerbe zwar im Expansionsbereich bleibe, aber an Dynamik verliere, meint die Ökonomin. Dies sei wahrscheinlich auf eine schwächere Auslandsnachfrage und einen durch die Lage im Nahen Osten bedingten Kostendruck zurückzuführen, schreibt sie in einer Research Note. Die Daten untermauerten die Verlangsamung, die sich in den breiteren makroökonomischen Indikatoren vom April gezeigt habe, so die Ökonomin.
Amro - Inflation in Asien dürfte sich wegen Nahost-Konflikt weiter beschleunigen
Die Inflation in Asien dürfte angesichts der anhaltenden Lieferunterbrechungen im Zuge des Nahost-Konflikts weiter anziehen, so das Asean+3 Macroeconomic Research Office (Amro). Für 2026 werde die Gesamtinflation in der Region auf 1,8 Prozent prognostiziert, teilte Amro am Dienstag mit. Dies ist ein Anstieg gegenüber der April-Prognose von 1,4 Prozent. Für 2027 wird ein Rückgang auf 1,5 Prozent erwartet.
Produktion in Südostasien beginnt sich zu stabilisieren
Die Produktion in Südostasien beginnt sich von dem durch den Iran-Krieg verursachten Schock zu stabilisieren, meint Miguel Chanco von Pantheon Macroeconomics. Der Ausblick für die Region sei weiterhin von Land zu Land sehr unterschiedlich, stellt der Ökonom fest. Die PMI-Indikatoren für Vietnam und Thailand seien im Mai fest im expansiven Bereich geblieben, Malaysia sei jedoch in die Kontraktion gerutscht. Die Auftragseingänge seien nicht durch die Auslandsnachfrage gestützt worden, da die Komponente der neuen Exportaufträge bei den PMI-Daten für den gesamten Asean-Raum tiefer in den roten Bereich gefallen sei, so Chanco.
DJG/DJN/apo
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June 02, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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