DJ Schweizer Uhrenindustrie nach US-Boom im April 2025 mit Exporteinbruch
Von Andrea Figueras
DOW JONES--Wegen der US-Zölle sind die Exporte von Schweizer Uhren im April erheblich zurückgegangen. Insgesamt wurden Uhren im Gesamtwert von 2,13 Milliarden Schweizer Franken aus der Alpenrepublik ausgeführt, ein Rückgang um rund 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus Daten des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie vom Dienstag hervorgeht. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 ergab dies einen Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Exporte in die USA brachen im April um 56 Prozent ein. Im Vorjahr hatte die Ankündigung einer Erhöhung der US-Zölle zu vorgezogenen Lieferungen und entsprechend einem extremen Anstieg der Exporte von 149 Prozent geführt.
"Das Umsatzvolumen sieht schwach aus, aber die Vergleichsbasis ist durch den zollbedingten Anstieg der US-Lieferungen im letzten Jahr stark verzerrt, sodass das zugrunde liegende Bild weniger schlecht ist, als die gemeldete Zahl vermuten lässt", schrieb Jean-Philippe Bertschy von Vontobel in einer Mitteilung.
"Der US-Markt bleibt schwer einzuschätzen, da Zoll- und Lagerbestandseffekte weiterhin ein Auf und Ab verursachen, das sich das ganze Jahr über fortsetzen dürfte."
So ist der US-Markt im Vergleich zum April 2024 um 8,9 Prozent gewachsen, wie die Daten zeigen.
Ohne die USA stiegen die Exporte im April um 3 Prozent und im bisherigen Jahresverlauf um 1,7 Prozent, so Bertschy weiter. Dies entspreche eher der allmählichen Erholung des Uhrenmarktes, die bei Luxusunternehmen wie dem Juwelier und Uhrenhersteller Richemont sowie dem Branchenprimus LVMH zu beobachten sei.
Dennoch steht der Luxussektor weiterhin vor Herausforderungen durch wirtschaftliche und geopolitische Instabilität. Die Branche, die in diesem Jahr auf eine Erholung der Nachfrage gesetzt hatte, sieht sich nun mit den Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten konfrontiert.
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