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Die Anteile von Renk haben sich jüngst stark erholt, am Montag handelte die Aktie jedoch mit empfindlichen Verlusten. Der Ausgang ist bis jetzt aber glimpflich.
Für deutsche Rüstungsaktien ist 2026 bislang ein gebrauchtes Jahr
Deutsche Verteidigungswerte brachten Anlegerinnen und Anleger in diesem Börsenjahr bislang nur wenig Freude. Die Branche war fest in der Hand der Bären, vor allem Rheinmetall entwickelte sich zu einer echten Enttäuschung, nachdem das Unternehmen damit hadert, seine prall gefüllten Auftragsbücher in steigende Erlöse und nachhaltiges Umsatzwachstum zu konvertieren.
Trotz der bisherigen Erfolglosigkeit gehören Hensoldt, Renk und Rheinmetall noch immer zu den am stärksten nachgefragten und unter Privatanlegerinnen und -anlegern am häufigsten gehandelten Werten. Das sorgte immer wieder auch für Lichtblicke. Insbesondere die Aktie von Panzergetriebehersteller Renk konnte so in den vergangenen zwei Wochen positive Akzente setzen, doch zum Wochenauftakt war die Aktie erneut mit hohen Verlusten konfrontiert.
Doch trotz des Minus von fast 8 Prozent zum Wochenauftakt ist die Lage für die Käuferinnen und Käufer bislang beherrschbar geblieben, wie der Blick in den Chart zeigt. Weiten sich die Verluste nicht aus, könnte die Aktie schon in Kürze sogar vor einem weiteren Kaufsignal stehen.

Jetzt muss Renk die jüngsten Kaufsignale verteidigen
Bislang wurde das Kursgeschehen in diesem Jahr von einem Abwärtstrendkanal mit einer Breite von rund 15 Euro dominiert. Dieser setzte ein, nachdem sich die Renk-Aktie noch im Januar kurzzeitig über die im Vorjahr aufgegebene 200-Tage-Linie schieben konnte. Ein Ausbruch, der angesichts des überkauften RSI aber ohne Nachhaltigkeit blieb. Seither blieb ein erneuter Ausbruchsversuch über die langfristige Trends bestimmende Durchschnittslinie aus.
Stattdessen kam es zu einem Kampf um die 50-Tage-Linie, die immer wieder unter- und anschließend überschritten wurde, wodurch sich Verkaufs- und Kaufsignale abwechselten. Genau das ist jetzt erneut der Fall. In der vergangenen Woche konnte die Renk-Aktie die für frühe prozyklische Kaufsignale wichtige Durchschnittslinie zurückerobern, steht aktuell aber unter Druck, diesen Ausbruch zu verteidigen.
Ein Indikator spricht dafür, einer eher dagegen
Zur jüngst starken Erholung hatte aus technischer Perspektive die Bodenbildung im Relative-Stärke-Index (RSI) sowie die bullishen Divergenzen im Trendstärkeindikator MACD beigetragen. Dessen Aufwärtstrend unterstützte den Anstieg aus den vergangenen 2 Wochen. Sein Vorzeichenwechsel stellt außerdem ein Kaufsignal dar, da er nun wieder einen (kurzfristigen) Aufwärtstrend der Aktie anzeigt. Das ist die mutmachende Komponente für ein Verbleib oberhalb der 50-Tage-Linie und einer Fortsetzung des Anstiegs über die Abwärtstrendoberkante hinaus.
Der RSI war Ende vergangenen Woche allerdings klar überkauft. In Kombination mit dem Abpraller am Montag steht damit zunächst eine Bestätigung der Abwärtstrendoberkante als Widerstand zu Buche. Das könnte wie in den zurückliegenden Monaten auch zu einem erneuten Pullback führen, wenngleich sich die technische Ausgangslage gegenüber früheren Abprallern erheblich verbessert hat.
Wer kaufen will, sollte den nächsten Impuls abwarten
Damit besteht für Anlegerinnen und Anleger zunächst kein Handlungsbedarf. Wer bereits investiert ist, darf sich berechtigte Hoffnungen darauf machen, dass die 50-Tage-Linie verteidigt werden kann und Renk nach einer kurzen Kurspause, um den überhitzten RSI zu konsolidieren, einen weiteren Ausbruchsversuch wagt. Wer noch über keine Position verfügt, der wartet hingegen ab, welches Szenario sich zuerst ergibt.
Ein Unterschreiten des Bereichs um 50 Euro dürfte gleichbedeutend mit einem erneuten Zurückfallen an die Abwärtstrendunterkante bei rund 40 Euro sein. Dort läge die nächste potenzielle Einstiegschance vor. Gelingt hingegen ein Ausbruch über die Abwärtstrendkanaloberkante sowie insbesondere den Widerstandsbereich um 60 Euro, lägen klare prozyklische Kaufsignale vor, die zu einem Einstieg genutzt werden könnten.
Fazit: Fundamental war die Aktie zuletzt deutlich attraktiver
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist Renk nicht mehr ganz so attraktiv wie vor der jüngsten Erholung. Das für 2026 erwartete KGV liegt nun wieder bei knapp 37, was ein überdurchschnittlich hoher Wert insbesondere im Vergleich zu US-amerikanischen Verteidigungsunternehmen ist. Für 2027 steht bereits ein KGVe von 27,7 zu Buche, was ebenfalls nicht günstig, vor dem Hintergrund eines Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 0,8 aber zu vertreten ist.
Wenngleich das Szenario eines erneuten Rücksetzers bis 40 Euro nach den jüngsten technischen Verbesserungen das gegenwärtig unwahrscheinlichere ist, wäre es aus einer fundamentalen Perspektive für einen Einstieg zu bevorzugen. Kurse oberhalb von 50 Euro bedeuten ein wesentlich weniger attraktives Chance-Risiko-Verhältnis, auch wenn die charttechnische Ausgangslage hier die deutlich bessere ist. Wer die Aktie kaufen will, muss also auch entscheiden, ob die technischen oder die fundamentalen Argumente höher zu gewichten sind.
Gastautor: Max Gross
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