FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Dienstag wenig verändert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg um 0,02 Prozent auf 126,04 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 2,97 Prozent.
Der Anleihemarkt wird weiterhin durch die Ölpreisentwicklung und die Lage im Nahen Osten dominiert. Die Ölpreise bewegten sich kaum. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch. Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. US-Präsident Donald Trump hatte hingegen zuletzt behauptet, dass die Gespräche mit "schnellem Tempo" fortgeführt würden.
Tendenziell belastet wird der Anleihemarkt durch die Geldpolitik der EZB. Schließlich wird erwartet, dass diese in der kommenden Woche die Leitzinsen angesichts der gestiegenen Inflationsgefahren anheben wird. So ist die Inflationsrate in der Eurozone im Mai auf 3,2 Prozent gestiegen. "Ohne eine schnelle und deutliche Änderung der Lage im Persischen Golf dürfte sich die Inflation nun bei gut 3 Prozent festsetzen", kommentierte Commerzbank-Experte Vincent Stamer. In der kommenden Woche werde die EZB daher mit "hoher Wahrscheinlichkeit" die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöhen, schreibt Stamer. "Auch ein weiterer Zinsschritt im dritten Quartal dürfte dann folgen." Verschiedene EZB-Vertreter hatten zuletzt eine Leitzinserhöhung signalisiert./jsl/he
