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MÄRKTE EUROPA/Friedenshoffung gebremst - Technologie-Rally stützt

DJ MÄRKTE EUROPA/Friedenshoffung gebremst - Technologie-Rally stützt

DOW JONES--Freundlich, aber deutlich unterhalb der Tageshochs sind die europäischen Börsen am Dienstag aus dem Handel gegangen. Die erhofften Nachrichten über einen Frieden am Persischen Golf blieben aus. Stützend wirkte aber eine weltweite Rally der Technologiewerte. Der DAX kletterte wegen der wenigen Branchenwerte nur um 0,5 Prozent auf 25.124 Punkte. Beim Euro-Stoxx-50 ging es hingegen 1,2 Prozent auf 6.108 Punkte nordwärts. Der europäische Branchenindex sprang um 3,3 Prozent an.

Die Hoffnungen auf einen Friedensschluss bei den Iran-US-Gesprächen konnten sich nicht materialisieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür galt als hoch, da der innenpolitische Druck über die Zwischenwahlen im Herbst auf US-Präsident Trump zunimmt. Jedoch soll Israel auch nach einem Telefonat zwischen Trump und Premier Netanjahu am Vorabend die Libanon-Angriffe fortgesetzt haben. Dies galt als der entscheidende Stolperstein für Iran-Gespräche. Der Brent-Ölpreis reduzierte seine Abschläge daher wieder. Am Öl hängt die globale Inflationsangst der Börsen und damit auch die Renditen im längerfristigen Rentenbereich.

Die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum ließen den Markt kalt, da sie als Folge der Ölpreise gesehen wurden: Sie stiegen im Mai wie erwartet um 3,2 Prozent zum Vorjahr, die Energiepreise schossen um 10,9 Prozent nach oben. Dies sahen Marktteilnehmer noch entspannt, da sie auf eine Wiederaufnahme der Öltransporte im Persischen Golf setzten.

US-Arbeitsmarkt diese Woche irrelevant

Die politiklastige Woche trieb sogar die sonst wichtigen US-Arbeitsmarktdaten in die Bedeutungslosigkeit. Nach den aktuellen Jolts-Daten stehen Mittwoch die ADP-Daten an und Freitag der große US-Arbeitsmarktbericht für Mai. Die Börsen schauen aber nur auf die Straße von Hormus und Schlagzeilen zu einem möglichen Nahost-Frieden: "Da hängt über den Ölpreis die globale Inflation und auch noch die Produktionsplanung dran, ein Monat Arbeitsmarkt spielt da keine Rolle - auch nicht der Bericht am Freitag", sagte ein Händler.

Die weltweite Rally der Technologie-Werte ging weiter. Händler verwiesen darauf, dass der Markt "bis zum Börsengang von SpaceX unbedingt nach oben gezogen werden muss", um die fast 80 Milliarden Dollar dafür aus dem Markt zu bekommen. So haussierten Hewlett Packard Enterprise (HPE) an Wall Street um 24 Prozent, da die langfristigen Finanzziele vorgezogen wurden. Grund sei die rasant steigende Nachfrage von Kunden, die auf KI-Werkzeuge umstiegen, hieß es.

In Deutschland haussierten Infineon um 9,5 Prozent und waren mit Abstand größter DAX-Gewinner. Suss Microtec stiegen um knapp 7 Prozent. Auch für Ausrüster von Datenzentren wie Siemens ging es bis zu 2,2 Prozent höher, für Zulieferer wie Siltronic um 5,6 Prozent.

In Europa gab es deutlich höhere Gewinne: Schneider Electric stiegen um 4 Prozent, ASML um knapp 5 Prozent, Nokia um fast 7 und Prosus um über 9 Prozent. STMicro haussierten über 15 Prozent - befeuert durch die Erhöhung des Umsatzziels für den Bereich Rechenzentren.

SAP gaben indes um 3 Prozent nach. Händler wunderten sich darüber, da gerade am Vortag der Nvidia-CEO die Software-Industrie als absolut notwendig für den KI-Erfolg genannt hatte. Nach dem Kurssprung vom Montag sei die positive Stimmung aber genutzt worden, um sich von SAP-Aktien zu trennen.

Die Aussicht auf Frieden war nichts für Rüstungswerte: Entsprechend ging es in der Branche europaweit nach unten. In Deutschland ging es für Renk um 4,5 Prozent, für Rheinmetall um 1,4 Prozent und Hensoldt um 3,9 Prozent abwärts. In Europa verloren Thales 1,5 Prozent, Kongsberg und SAAB je über 2 Prozent und Munitionshersteller CSG sogar um 4,3 Prozent.

Bayer knickten im DAX um 2,9 Prozent ein. Hier sahen die Analysten von Bank of America eine mögliche Belastung für die Bereinigung der Glyphosat-Klagen durch den Wechsel des Gerichtsstandortes. Mit einem veritablen Crash von fast 44 Prozent gingen die Aktien des französichen Biotechnologieunternehmens Abivax aus dem Handel. Analysten wie bei Jefferies sprachen von Sorgen über die Sicherheit ihres experimentellen Medikaments Obefazimod.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.108       +1,2          +4,2 
Stoxx-50        5.189       +0,6          +4,9 
Stoxx-600        625       +0,7          +4,9 
DAX          25.124       +0,5          +2,1 
FTSE-100 London    10.339       +0,3          +4,1 
CAC-40 Paris      8.147       +0,8          -0,0 
AEX Amsterdam     1.036       +1,3          +8,9 
ATHEX-20 Athen     6.024       +0,1         +12,6 
BEL-20 Brüssel     5.578       -0,5          +9,8 
BUX Budapest     133.797       +1,6         +20,5 
OMXH-25 Helsinki    6.462       +1,6         +13,3 
OMXC-20 Kopenhagen   1.521       -1,1          -5,4 
PSI 20 Lissabon    8.961       -0,0          +8,4 
IBEX-35 Madrid    18.185       +0,5          +5,1 
FTSE-MIB Mailand   49.775       +1,6         +10,8 
OBX Oslo        1.953       +0,1         +22,2 
PX Prag        2.518       +0,5          -6,2 
OMXS-30 Stockholm   3.094       +1,8          +7,3 
WIG-20 Warschau   136.401       +1,0         +15,2 
ATX Wien        6.075       +1,1         +14,1 
SMI Zürich      13.305        0,0          +0,3 
* gerundet 
 
DEVISEN    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:48 
EUR/USD     1,1636  +0,1   0,0006     1,1630   1,1622 
EUR/JPY     186,07  +0,2   0,3700    185,7000  185,5600 
EUR/CHF     0,9146  -0,0  -0,0001     0,9147   0,9143 
EUR/GBP     0,8634  -0,1  -0,0009     0,8643   0,8643 
USD/JPY     159,87  +0,1   0,2200    159,6500  159,6400 
GBP/USD     1,3474  +0,2   0,0023     1,3451   1,3444 
USD/CNY     6,7622  -0,0  -0,0028     6,7650   6,7650 
USD/CNH     6,7619  -0,0  -0,0024     6,7643   6,7665 
AUS/USD     0,7184  +0,4   0,0029     0,7155   0,7152 
Bitcoin/USD 67.244,58  -5,8 -4.123,78    71.368,36 71.118,09 
 
ROHÖL     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    92,99  +0,9    0,83      92,16 
Brent/ICE    95,43  +0,5    0,45      94,98 
 
Metalle    zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold     4.500,39  +0,4   17,10    4.483,29 
Silber      75,64  +1,1    0,83      74,81 
Platin    1.944,55  +1,1   20,80    1.923,75 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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June 02, 2026 12:17 ET (16:17 GMT)

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