Berlin (ots) -
- DUH-Umfrage unter zehn der größten Musikfestivals in Deutschland zeigt massives Müllproblem durch zu viel Einweg für Getränke und Speisen, schlechte Mülltrennung, kostenfrei ausgegebene Merchandise-Artikel und zu hohen Anteil an Chemietoiletten
- Parookaville verursacht allein an drei Festivaltagen mehr als 23 Tonnen vermeidbaren Einweg-Müll für Getränke und Essen
- DUH startet Petition für abfallärmere Festivals und fordert Veranstalter auf, 100 Prozent Mehrweg, saubere Mülltrennung und Kompost-Toiletten als Standard auf Festivals zu etablieren
Zum Start der Festivalsaison zeigt eine neue Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter zehn der größten Musikfestivals Deutschlands massive Defizite beim Einsatz von Mehrweg, der Mülltrennung und bei nachhaltigen Sanitärkonzepten. Besonders negativ fallen die Festivals Parookaville und Nature One auf, die überwiegend auf Einweg-Becher, Einweg-Flaschen und Getränkedosen setzen - trotz jahrzehntelang etablierter umweltfreundlicher Mehrwegsysteme.
Die Umfrage erfasste folgende Musikfestivals: Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air.
Die DUH startet deshalb eine Petition für abfallärmere Festivals und fordert von den Veranstaltern 100 Prozent Mehrweg für Getränke und Speisen, eine saubere Mülltrennung und Kompost-Toiletten als Standard.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Festivals sollen Spaß machen, aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden. Allein das Parookaville verbraucht an drei Festivaltagen nach unseren Berechnungen rund 600.000 umweltschädliche Einweg-Becher, 250.000 Getränkedosen sowie etwa eine halbe Million Einwegartikel für die Essensausgabe. Die Einweg-Becher versucht das Festival über ein Pfand auch noch als nachhaltig zu vermarkten. Mehrweg für Speisen ist auf Festivals leider immer noch die Ausnahme. Nur Rock am Ring und Rock im Park unternehmen laut unserer Umfrage erste Schritte. Dort werden immerhin an 12 von 68 Essensständen Mehrwegverpackungen eingesetzt. Viele Volksfeste und Großveranstaltungen sind jedoch schon weiter und zeigen längst, dass vollständiger Mehrwegeinsatz und konsequente Mülltrennung funktionieren. Wir fordern große Festivals auf, ihrer besonderen Verantwortung nachzukommen und auf Mehrweg zu setzen."
Kritisch bewertet die DUH auch die mangelhafte Mülltrennung auf vielen Festivals. Auf neun der zehn befragten Festivals wird der Müll in sogenannten Public Areas auf dem Festivalgelände nicht getrennt. Zudem bieten mit dem MS Dockville und Nature One zwei von neun Festivals nicht einmal auf deren Campingplätzen eine getrennte Sammlung von Abfällen an. Gleichzeitig verzichten mehrere Festivals weiterhin auf wirksame Müllpfandsysteme.
Auch kostenlose Wegwerfartikel bleiben ein Problem. Drei der zehn befragten Festivals geben weiterhin kostenfreies Merchandise aus und fördern damit Müll und unnötigen Ressourcenverbrauch.
Dazu Elena Schägg, Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft der DUH: "Festivals brauchen eine konsequente Mülltrennung auf Festival- und Campingflächen. Ein Müllpfand ist hier ein wirksames Instrument, um den Aufräumaufwand zu reduzieren, Abfälle in der Natur zur verhindern und die Verantwortung der Besucherinnen und Besucher zu stärken. Laut unserer Umfrage haben allerdings nur die Hälfte der Festivals ein Müllpfand. Auch bei den Sanitärkonzepten sehen wir Nachholbedarf. Wo es möglich ist, sollten Kompost- oder Trockentrenntoiletten statt klassischer Chemietoiletten eingesetzt werden. Sie kommen ohne Wasserspülung aus, können Abwasser reduzieren und ermöglichen bei fachgerechter Sammlung und Behandlung, Nährstoffkreisläufe besser zu schließen."
Fünf der zehn Festivals setzen zum Teil kompostierbare Sanitärsysteme um. Positiv stechen die Fusion und das MS Dockville mit einem überwiegenden Anteil an Kompost-Toiletten heraus. Beim Wacken Open Air hingegen liegt der Anteil gerade einmal bei einem Prozent. Viele Festivals, wie das Lollapalooza, das Nature One oder das Parookaville, setzen weiterhin überwiegend auf Mobiltoiletten.
Hintergrund:
Die DUH hat zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 mittels eines Fragebogens die größten Musikfestivals Deutschlands zu ihrem Abfallmanagement befragt: Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air. Drei Festivals - Glücksgefühle, Airbeat One und Deichbrand - antworteten nicht auf die Anfrage der DUH.
Links:
- Ergebnisübersicht der Festival-Umfrage: https://l.duh.de/pm260602
- Petition für abfallärmere Festivals: https://mitmachen.duh.de/festival/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
Elena Schägg, Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft
0151 72626157, schaegg@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/22521/6287426
- DUH-Umfrage unter zehn der größten Musikfestivals in Deutschland zeigt massives Müllproblem durch zu viel Einweg für Getränke und Speisen, schlechte Mülltrennung, kostenfrei ausgegebene Merchandise-Artikel und zu hohen Anteil an Chemietoiletten
- Parookaville verursacht allein an drei Festivaltagen mehr als 23 Tonnen vermeidbaren Einweg-Müll für Getränke und Essen
- DUH startet Petition für abfallärmere Festivals und fordert Veranstalter auf, 100 Prozent Mehrweg, saubere Mülltrennung und Kompost-Toiletten als Standard auf Festivals zu etablieren
Zum Start der Festivalsaison zeigt eine neue Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter zehn der größten Musikfestivals Deutschlands massive Defizite beim Einsatz von Mehrweg, der Mülltrennung und bei nachhaltigen Sanitärkonzepten. Besonders negativ fallen die Festivals Parookaville und Nature One auf, die überwiegend auf Einweg-Becher, Einweg-Flaschen und Getränkedosen setzen - trotz jahrzehntelang etablierter umweltfreundlicher Mehrwegsysteme.
Die Umfrage erfasste folgende Musikfestivals: Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air.
Die DUH startet deshalb eine Petition für abfallärmere Festivals und fordert von den Veranstaltern 100 Prozent Mehrweg für Getränke und Speisen, eine saubere Mülltrennung und Kompost-Toiletten als Standard.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Festivals sollen Spaß machen, aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden. Allein das Parookaville verbraucht an drei Festivaltagen nach unseren Berechnungen rund 600.000 umweltschädliche Einweg-Becher, 250.000 Getränkedosen sowie etwa eine halbe Million Einwegartikel für die Essensausgabe. Die Einweg-Becher versucht das Festival über ein Pfand auch noch als nachhaltig zu vermarkten. Mehrweg für Speisen ist auf Festivals leider immer noch die Ausnahme. Nur Rock am Ring und Rock im Park unternehmen laut unserer Umfrage erste Schritte. Dort werden immerhin an 12 von 68 Essensständen Mehrwegverpackungen eingesetzt. Viele Volksfeste und Großveranstaltungen sind jedoch schon weiter und zeigen längst, dass vollständiger Mehrwegeinsatz und konsequente Mülltrennung funktionieren. Wir fordern große Festivals auf, ihrer besonderen Verantwortung nachzukommen und auf Mehrweg zu setzen."
Kritisch bewertet die DUH auch die mangelhafte Mülltrennung auf vielen Festivals. Auf neun der zehn befragten Festivals wird der Müll in sogenannten Public Areas auf dem Festivalgelände nicht getrennt. Zudem bieten mit dem MS Dockville und Nature One zwei von neun Festivals nicht einmal auf deren Campingplätzen eine getrennte Sammlung von Abfällen an. Gleichzeitig verzichten mehrere Festivals weiterhin auf wirksame Müllpfandsysteme.
Auch kostenlose Wegwerfartikel bleiben ein Problem. Drei der zehn befragten Festivals geben weiterhin kostenfreies Merchandise aus und fördern damit Müll und unnötigen Ressourcenverbrauch.
Dazu Elena Schägg, Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft der DUH: "Festivals brauchen eine konsequente Mülltrennung auf Festival- und Campingflächen. Ein Müllpfand ist hier ein wirksames Instrument, um den Aufräumaufwand zu reduzieren, Abfälle in der Natur zur verhindern und die Verantwortung der Besucherinnen und Besucher zu stärken. Laut unserer Umfrage haben allerdings nur die Hälfte der Festivals ein Müllpfand. Auch bei den Sanitärkonzepten sehen wir Nachholbedarf. Wo es möglich ist, sollten Kompost- oder Trockentrenntoiletten statt klassischer Chemietoiletten eingesetzt werden. Sie kommen ohne Wasserspülung aus, können Abwasser reduzieren und ermöglichen bei fachgerechter Sammlung und Behandlung, Nährstoffkreisläufe besser zu schließen."
Fünf der zehn Festivals setzen zum Teil kompostierbare Sanitärsysteme um. Positiv stechen die Fusion und das MS Dockville mit einem überwiegenden Anteil an Kompost-Toiletten heraus. Beim Wacken Open Air hingegen liegt der Anteil gerade einmal bei einem Prozent. Viele Festivals, wie das Lollapalooza, das Nature One oder das Parookaville, setzen weiterhin überwiegend auf Mobiltoiletten.
Hintergrund:
Die DUH hat zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 mittels eines Fragebogens die größten Musikfestivals Deutschlands zu ihrem Abfallmanagement befragt: Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air. Drei Festivals - Glücksgefühle, Airbeat One und Deichbrand - antworteten nicht auf die Anfrage der DUH.
Links:
- Ergebnisübersicht der Festival-Umfrage: https://l.duh.de/pm260602
- Petition für abfallärmere Festivals: https://mitmachen.duh.de/festival/
Pressekontakt:
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
Elena Schägg, Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft
0151 72626157, schaegg@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
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