SAINT-CLAUDE (dpa-AFX) - Mit seiner beim Weltwirtschaftsforum getragenen Sonnenbrille löste Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im Januar einen Hype um das Luxusmodell aus - nun ist der französische Hersteller der speziellen Gläser der Brille zahlungsunfähig. Das Handelsgericht wies einen Sanierungsplan für das Unternehmen Dalloz Creations zurück und eröffnete ein Insolvenzverfahren, wie aus einem Auszug des Gerichtsentscheids hervorgeht. Nach französischen Medienberichten verlieren 29 Menschen ihre Arbeit.
Das 1957 von Christian Dalloz gegründete Unternehmen in Saint-Claude unweit von Genf hatte sich auf hochwertige Sonnenbrillengläser spezialisiert. Sein Gründer gilt insbesondere als Pionier bei der Verwendung von Polycarbonat, ein Material, das heute aufgrund seiner Leichtigkeit und Widerstandsfähigkeit weit verbreitet ist, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete.
Nicht von der Insolvenz betroffen ist die Marke Henry Jullien, von der die Pilotensonnenbrille stammt, die Macron im Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos trug. Wegen einer Augenentzündung hatte der Präsident die Brille damals über rund zwei Wochen getragen. Macron handelte sich damit zwar den Spott von US-Präsident Donald Trump ein, und in Frankreich wurde über Ähnlichkeiten zu Tom Cruise in dem Film "Top Gun" gescherzt. Die Firma Henry Jullien aber konnte sich vor Anfragen nach Macrons Auftritt mit der Brille nicht mehr retten. Sie wirbt auch weiterhin unter Verweis auf Macron für das Modell Pacific S01 zum stolzen Preis von 659 Euro./evs/DP/he
