DJ MARKT USA/Börsen dürften weiter nachgeben - Broadcom mit Kursrutsch erwartet
Die Wall Street dürfte am Donnerstag an die Vortagesverluste anknüpfen. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen leichteren Handelsbeginn schließen, besonders bei den technologielastigen Nasdaq-Indizes. Neben der wachsenden Verunsicherung wegen des Ausbleibens eines Abkommens zur Beendigung des Iran-Krieges angesichts immer neuer Scharmützel sorgt Broadcom für eine Stimmungseintrübung. Die Umsatzprognose des Chipherstellers für das dritte Quartal kann mit den Erwartungen nicht Schritt halten, während zugleich die Quartalszahlen aber gut ausgefallen sind. Laut Händlern wirft der Ausblick die Frage wieder auf, in welchem Tempo die Nachfrage nach KI tatsächlich anziehen wird. Der Broadcom-Kurs bricht vorbörslich um 12,6 Prozent ein. Im Sog verbilligen sich AMD um 4,0, Intel um 3,7 und Nvidia um 0,9 Prozent.
"Das ist ein klassischer Fall von sehr hohen Erwartungen, die auf einen Markt treffen, der auf Perfektion setzt (...). Anleger bestrafen derzeit alles, was nicht exakt ihren Vorstellungen entspricht", erläutert Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.
Der eng gefasste Dow-Jones-Index könnte sich besser halten als der breite Markt, der aber ebenso zumindest etwas Unterstützung von leicht sinkenden Ölpreisen erhalten dürfte. Hintergrund ist die Einigung zwischen Israel und Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe - allerdings vorausgesetzt, die vom Iran unterstützte Miliz Hisbollah stellt ihre Angriffe ein, was aber nicht sicher ist. Am Anleihemarkt sinken die Renditen angesichts nachgebender Ölpreise leicht.
Nach zuletzt überzeugenden Arbeitsmarktdaten werden noch vor der Startglocke die wöchentlichen Erstanträge auf Erteilung von Arbeitslosenhilfe veröffentlich - ein letzter Indikator vor dem am Freitag anstehenden Monatsbericht zum Arbeitsmarkt. Bei der Revision der US-Produktivität dürften Anleger die Lohnstückkosten und die Stundenlöhne als Inflationsindikator im Blick behalten.
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