DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Schweizer Inflation vor SNB-Sitzung stabil
Die Inflation in der Schweiz ist im Mai unverändert geblieben, was die Einschätzung untermauert, dass die Schweizer Nationalbank die Zinsen im weiteren Verlauf des Monats wahrscheinlich nicht anheben wird. Die Preise waren zur Jahreswende nahezu stabil, stiegen aber nach den ersten Angriffen auf den Iran Ende Februar leicht an. Die Schweiz ist angesichts ihrer stärkeren Abhängigkeit von alpiner Wasserkraft und Kernenergie weniger auf Öl und Gas angewiesen als die benachbarte Eurozone. Die jährliche Inflationsrate lag im Mai bei 0,6 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Die Rate war damit genauso hoch wie im April und erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2024.
Irische Wirtschaft dürfte Eurozone in Kontraktion ziehen
Die irische Wirtschaft hat in den ersten drei Monaten des Jahres eine starke Kontraktion erlitten, angeführt von einem Rückgang der Industrieproduktion um mehr als ein Drittel, wie die Statistikbehörde mitteilte. Die irischen Wirtschaftsdaten sind sehr volatil, da sie von den Aktivitäten einer kleinen Anzahl sehr großer US-Unternehmen beeinflusst werden. Das Central Statistics Office teilte mit, es berechne nun, dass das Bruttoinlandsprodukt in den drei Monaten bis März um 12,1 Prozent niedriger gewesen sei als im Vorquartal. Zuvor hatte das CSO geschätzt, dass das BIP um 2 Prozent gefallen sei.
Einzelhandelsumsätze in der Eurozone im April gesunken
Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sind im April stärker als erwartet gesunken, da die steigenden Energiepreise die Kaufkraft der Verbraucher weiter schmälerten. Dies schürt die Sorge, dass die Wirtschaft des Währungsraums im zweiten Quartal schrumpfen könnte. Laut den von der Statistikbehörde der Europäischen Union veröffentlichten Daten sanken die Volumina um 0,4 Prozent gegenüber März. Im Vormonat war noch ein nach oben korrigierter Anstieg von 0,8 Prozent verzeichnet worden. Der Wert war schwächer als der von einem Konsens der vom Wall Street Journal befragten Ökonomen erwartete Rückgang von 0,3 Prozent.
Zinserhöhung der BoJ wahrscheinlich im Juni - Nicht erst im Juli
Die hawkishe Rede des Gouverneurs der Bank of Japan, Kazuo Ueda, vom Mittwoch hat Goldman Sachs dazu veranlasst, die Erwartung einer Zinserhöhung von Juli auf Juni vorzuziehen. "Wenn die BoJ nicht vorhätte, den Leitzins im Juni anzuheben, hätte Gouverneur Ueda unserer Meinung nach eine Botschaft gesendet, um die Markterwartungen zu dämpfen", schreibt der Ökonom Akira Otani in einem Kommentar. "Die Rede erschien im Tonfall jedoch eher noch hawkishen." Goldman Sachs erwartet weiterhin, dass die Zinserhöhungen etwa alle sechs Monate stattfinden werden, wobei der nächste Schritt wahrscheinlich im Januar erfolgen wird.
Führende KI-CEOs fordern Gesetz zum Schutz vor biologischen Waffen
Führende Köpfe der KI-Branche haben gemeinsam mit Sicherheitsexperten den US-Kongress aufgefordert, Schutzmaßnahmen gegen biologische Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz (KI) zu ergreifen. Dies erhöht den Druck auf die Politiker, sich mit den Risiken der Technologie zu befassen. Drei namhafte CEOs - Sam Altman von OpenAI, Dario Amodei von Anthropic und Demis Hassabis vom Google-KI-Labor DeepMind - gehören zu den Unterzeichnern eines Briefes, der den US-Kongress drängt, Sicherheitsvorkehrungen bei der Bestellung von synthetischer DNA und RNA vorzuschreiben.
China kritisiert OECD-Subventionsbericht als "einseitig und willkürlich"
China hat einen aktuellen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über Industriesubventionen zurückgewiesen und dessen Schlussfolgerungen als "einseitig und willkürlich" bezeichnet. In dem Anfang dieser Woche veröffentlichten OECD-Bericht heißt es, dass staatliche Subventionen in den vergangenen 20 Jahren ein wesentlicher Faktor für die rasante weltweite Expansion chinesischer Unternehmen gewesen seien. Diese Firmen hätten drei- bis achtmal mehr Unterstützung erhalten als ihre Konkurrenten.
Trump will Eskalation im Persischen Golf vermeiden - Kreise
US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben aus informierten Kreisen seinen Beratern unter vier Augen mitgeteilt, dass er eine Beendigung des Waffenstillstands mit dem Iran für den Fall erwägen würde, falls Teheran US-Soldaten töten sollte. Dabei beharrten die Informanten darauf, dass die wochenlange Unterbrechung der Luftangriffe trotz einer ständigen Abfolge gewaltsamer Scharmützel intakt bleibe. Die Zurückhaltung des Präsidenten, den Krieg neu zu entfachen, dürfte darauf hindeuten, dass er bereit sein könnte, kleinere Konfliktherde über Wochen oder sogar Monate auszuhalten, um einen umfassenderen Konflikt im Nahen Osten vermeiden.
US-Repräsentantenhaus für Einschränkung von Trumps Kriegsbefugnissen
Das von den Republikanern beherrschte US-Repräsentantenhaus hat dafür gestimmt, die Befugnisse von Präsident Donald Trump zur Fortsetzung des Krieges gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses einzuschränken - eine Zurechtweisung für das Weiße Haus und das jüngste Anzeichen dafür, dass die Unterstützung der republikanischen Abgeordneten für den Krieg im Kapitol schwindet. Die Maßnahme wurde mit 215 zu 208 Stimmen angenommen, wobei sich vier Republikaner den Demokraten anschlossen. Die Resolution weist den Präsidenten an, die US-Streitkräfte aus den Feindseligkeiten gegen den Iran abzuziehen, sofern dies nicht ausdrücklich vom Kongress genehmigt wurde, außer zur Verteidigung Amerikas, eines Verbündeten oder Partners vor einem "unmittelbar bevorstehenden Angriff".
DJG/DJN/apo
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June 04, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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