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MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Ölpreise beruhigen

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Sinkende Ölpreise beruhigen

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Europas Börsen zeigen sich am Donnerstagmittag weiter mit überwiegend moderat steigenden Indizes. Der DAX legt um 0,4 Prozent auf 24.901 Zähler zu, der Euro-Stoxx-50 um 0,2 Prozent auf 6.063 Punkte. Für etwas Kaufbereitschaft sorgen wieder leicht auflebende Hoffnungen auf einen Frieden im Nahost-Konflikt und auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus. Laut dem US-Außenministerium haben Israel und Libanon eine Waffenruhe vereinbart. Sie steht aber unter der Bedingung, dass die proiranische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe einstellt. Der Iran hat eine solche Waffenruhe immer wieder zur Vorbedingung für Friedensverhandlungen mit den USA gemacht.

Die Ölpreise sinken vor diesem Hintergrund, Brentöl um 2,5 Prozent auf rund 95,50 Dollar. Der Preis bleibt damit weiter klar unter der psychologisch wichtigen 100er-Marke. Das dämpft Inflations- und Zinserhöhungssorgen, weshalb die Anleiherenditen leicht sinken. In der kommenden Woche wird dessen ungeachtet mehrheitlich eine Zinserhöhung durch die EZB erwartet.

Kaum Kursbelastungen stellen neue Zolldrohungen aus den USA dar. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer warnte vor neuen Strafzöllen auf Importe aus 60 Ländern, weil diese eine mangelnde Bereitschaft zeigten, Waren aus Zwangsarbeit konsequent zu stoppen. Das Argument "Zwangsarbeit" wird von Marktteilnehmern eher als vorgeschoben und konstruiert bezeichnet, nachdem die ursprünglichen Trumpschen Strafzölle vom Obersten US-Gericht als illegal eingestuft wurden.

Kräftig nach oben geht es für Softwareaktien. Händler sprechen von einer Erholungsbewegung, nachdem sie am Vortag erneut schwach im Markt gelegen hätten angesichts der anhaltenden Sorgen vor disruptiven Wirkungen von KI-Anwendungen auf die Geschäftsmodelle der Softwareentwickler. Unter anderem steigen SAP, Nemetschek, Dassault Systemes und Capgemini um 4,5 bis knapp 7 Prozent. Scout24 und Temenos verbessern sich um je gut 3,5 Prozent.

Verkauft werden im Technologiesegment dagegen Chipaktien. Neben Gewinnmitnahmen drückt der Ausblick von Broadcom, der die Erwartungen nicht erfüllt, worauf die Aktie des Halbleiterunternehmens vorbörslich stark unter Druck gerät und auch andere US-Chipwerte mit nach unten zieht. Dazu kommt als Belastungsfaktor, dass Alphabet mittels einer Kapitalerhöhung rund 80 Milliarden Dollar einnehmen will und SpaceX mit ihrem anstehenden Börsengang eine ähnliche Summe einsammeln will. "Da muss Platz in den Portfolios geschaffen werden", sagt ein Händler. Daher könne es bis dahin global auf ganzer Branchenbreite Druck geben. Infineon verbilligen sich um 6,2 Prozent, STMicro ebenfalls und ASML verlieren 2,7 Prozent. Aixtron kommen um 5,3 Prozent zurück.

Bei den weiteren Einzelwerten verlieren in Amsterdam Universal Music Group 6,7 Prozent. Investor Bill Ackman hat seinen Anteil an dem Unternehmen im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Dollar verkauft. Ackmans Hedgefonds Pershing Square ist damit fünf Jahre nach seiner ersten Investition bei dem weltweit größten Musikkonzern ausgestiegen. Der Fonds des Milliardärs verkaufte seine verbleibenden Anteile an UMG kurz nachdem der Konzern ein Übernahmeangebot im Wert von 65 Milliarden Dollar abgelehnt hatte. In Paris verbilligen sich Bollore vor diesem Hintergrund um 3,3 und Vivendi um 6,4 Prozent. Beide Unternehmen sind an UMG beteiligt.

Im MDAX geht es für Puma um mit einer Kaufempfehlung von Citi um 5,5 Prozent nach oben. Hochtief geben um 1,9 Prozent nach. Dass die Aktie nach ihren fulminanten Aufschlägen am 22. Juni in den DAX aufgenommen wird, wie der Indexbetreiber Stoxx am späten Mittwoch mitteilte, wurde bereits erwartet. Platz machen muss die Aktie der Porsche Holding, die gut behauptet im Markt liegt. Die Lufthansa-Aktie hat den Aufstieg dagegen erneut nicht geschafft, die abstiegsgefährdete Zalando-Aktie bleibt damit im DAX. Für Lufthansa geht es mit den fallenden Ölpreisen dennoch um 2,4 Prozent nach oben, Zalando steigen um 0,3 Prozent.

Neben der Änderung im DAX wird es auch eine ganze Reihe von Änderungen im MDAX, SDAX und TecDAX geben. Unter anderem kommen mit Elmos, Siltronic und Suss jüngste Highflyer aus dem Halbleitersektor in den MDAX. Sie ersetzen Jungheinrich, Ströer und Redcare.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.063,85  +0,2   10,28    6.053,57    4,7 
Stoxx-50        5.152,41  +0,0    0,37    5.152,04    4,8 
DAX          24.901,24  +0,4   105,30    24.795,94    1,7 
MDAX          32.795,29  +0,2   58,94    27.039,42    7,1 
TecDAX         4.173,03  -0,3   -12,70    3.091,28    15,2 
SDAX          18.682,77  -0,5   -87,09    13.062,07    8,8 
FTSE          10.280,85  -0,5   -51,45    10.332,30    3,5 
CAC           8.217,43  +0,8   67,01    8.150,42    0,8 
SMI          13.311,63  +0,7   93,31    13.218,32    0,3 
ATX           6.111,14  +0,3   14,97    6.096,17    14,7 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:10 
EUR/USD          1,1638  +0,4   0,0043     1,1595   1,1602 
EUR/JPY          186,02  +0,2   0,3900     185,63  185,6400 
EUR/CHF          0,9163  -0,3  -0,0023     0,9186   0,9173 
EUR/GBP          0,8649  +0,1   0,0007     0,8642   0,8640 
USD/JPY          159,8  -0,1  -0,2300     160,03  159,9900 
GBP/USD          1,3455  +0,3   0,0039     1,3416   1,3426 
USD/CNY          6,7735  +0,1   0,0043     6,7692   6,7692 
USD/CNH          6,7731  -0,1  -0,0071     6,7802   6,7765 
AUS/USD          0,7141  +0,2   0,0013     0,7128   0,7139 
Bitcoin/USD      62.225,70  -4,1 -2.680,65    64.906,35 66.504,92 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         93,70  -2,4   -2,32      96,02 
Brent/ICE         95,44  -2,4   -2,37      97,81 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.484,44  +1,2   52,66    4.431,78 
Silber           73,81  +1,5    1,11      72,70 
Platin         1.887,20  +1,5   28,05    1.859,15 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/flf

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June 04, 2026 08:04 ET (12:04 GMT)

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Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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